Freicampen - ja oder nein?

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Mit meinem Auto / WoMo campe ich...

Umfrage endete am Do, 16. Okt 2003, 9:19

nur auf Campingplätzen
16
19%
zumeist auf Campingplätzen
23
27%
hält sich die Waage
11
13%
zumeist in der freien Natur
13
15%
ausschließlich in der freien Natur
2
2%
ich campe nicht...
21
24%
 
Abstimmungen insgesamt : 86

Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon meba » Fr, 10. Mär 2006, 18:03

Meine Meinung nach ist das freicampen der Wohnmobile eine richtige Seuche geworden. Das Benehmen vieler Wohnmobilfahrer ist fürchterlich. Wie oft fahren sie von Parkplätzen weg und der Abwasserhahn ist offen. Wenn man sie darauf anspricht, werden sie richtig frech. Es gibt soviele Campingplätze, und wenn man wirklich müde ist, kann man ja für einige Stunden auf einem Parkplatz schlafen.
mit freundlichen Grüßen von meba
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Ingrid Janicke » So, 19. Mär 2006, 22:23

hei meba,
dies Thema des "Freicampens" hatten wir hier schon sehr oft im Forum und dort oft auch sehr heftig diskutiert. Dazu ist meine Meinung aus Erfahrung aller unserer Norwegenreisen noch immer dieselbe geblieben: solange w i r uns höflich, diskret, sauber und rücksichtsvoll unseren Mitmenschen, den Gastgebern unseres Ferienparadieses Norwegen und auch den anderen Ruhe und Naturerlebnissen zugeneigten Ferienreisenden gegenüber benehmen, keine Privatgrundstücke besetzen, oder Schaden an Mensch, Tier und Flur anrichten, betrachte ich es noch immer nicht als Sünde, eine Nacht in einer Waldschneise, an einem Bach oder See ( vornehmlich in dem dünn besiedelten Norden Skandinaviens ) zu verbringen.
Mitunter gibt es Ende September oder Anfang Oktober - wenn wir noch immer unterwegs sind - kaum noch offene Campingplätze, weil die offizielle Ferienzeit in Norwegen vorbei ist.

Gleichwohl sollten die Rast - und Parkplätze den Reisenden vorbehalten sein, die dort wirklich nur k u r z rasten oder parken möchten und diese nicht nicht als langdauernde Campingplätze zu mißbrauchen sollten.

Für längere Aufenthalte halte ich nach wie vor den Besuch eines Campingplatzes für unvermeidbar.

In diesem Sinne - hilsen - Ingrid
Ingrid Janicke
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Alsterix » Mo, 20. Mär 2006, 14:56

Ingrid Janicke hat geschrieben:solange w i r uns höflich, diskret, sauber und rücksichtsvoll unseren Mitmenschen, den Gastgebern unseres Ferienparadieses Norwegen und auch den anderen Ruhe und Naturerlebnissen zugeneigten Ferienreisenden gegenüber benehmen, keine Privatgrundstücke besetzen, oder Schaden an Mensch, Tier und Flur anrichten, betrachte ich es noch immer nicht als Sünde, eine Nacht in einer Waldschneise, an einem Bach oder See ( vornehmlich in dem dünn besiedelten Norden Skandinaviens ) zu verbringen.
Mitunter gibt es Ende September oder Anfang Oktober - wenn wir noch immer unterwegs sind - kaum noch offene Campingplätze, weil die offizielle Ferienzeit in Norwegen vorbei ist.

Gleichwohl sollten die Rast - und Parkplätze den Reisenden vorbehalten sein, die dort wirklich nur k u r z rasten oder parken möchten und diese nicht nicht als langdauernde Campingplätze zu mißbrauchen sollten.

Für längere Aufenthalte halte ich nach wie vor den Besuch eines Campingplatzes für unvermeidbar.

Ich denke vernünftige Leute sind sich auf dieser Grundlage sowieso weitgehend einig.
Ganz eindeutig ist aber daß das Jedermannsrecht eben nicht ein Recht auf
wildes Campen einräumt, ganz besonders nicht wenn es mit Kraftfahrzeugen
(also z.B. Wohnmobilen) oder ganzen Gruppen eingefordert wird.
Außerdem muß man die besonderen örtlichen Einschränkungen beispielsweise
für Naturschutzgebiete respektieren - da sind eben oft doch für sehr große
Gebiete durch die Kommunen Verbote längst ausgesprochen.
Es spricht für die Norweger und ihre Toleranz daß sich im allgemeinen niemand
groß über einzelne Camper oder Womos auch in verbotenen Bereichen aufregt.
Leider wird es aber eben als ein von Jahr zu Jahr wachsendes Problem
angesehen und deshalb wird man sich über Gegenmaßnahmen nicht mehr wundern dürfen.

Eigentlich ist zu dem Thema in der Vergangenheit schon alles Wesentliche
hier im Forum gesagt worden - ich hänge hier nur nochmal ein paar Bilder
an zu denen man an sich nicht viele Worte machen muß.
Solange sie nicht gerade durch ein oder mehrere Wohnmobile verdeckt sind
kann man diese Schilder eigentlich beim besten Willen nicht falsch verstehen :)

Bild

Bild

Bild


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Kultur ist, wenn man aus dem Schädel seines Feindes eine hübsche Trinkschale anfertigt,
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Hydro » Mi, 22. Mär 2006, 12:51

Hallo an alle.....
Ich möchte gerne meine Meinung mal zu diesem Thema geben....
Wir machen über 20 Jahre Camping,und haben ein fest stehenden Wowa,und einen zum ziehen,seit 4 Jahre sind wir damit unterwegs nicht nur nach Norge.
Wir waren jetzt vom 6 Dez. bis 5 März in Süd- Spanien,dort waren wir für 60 Tage in La Manga und haben mit Strom und Wasser 571 Eur. bezahlt ich meine da kann man nicht meckern.
Es kam auch oft das Thema " Überfall ,, nicht nur in Spanien,sondern auch in Schweden,Norge,Italien,Frankreich.
Wenn mann denn nachgefragt hat " wo hast du denn gestanden,denn kam
raus ja dort und dort auf dem Stellplatz oder da und dort auf dem Rastplatz,, .In Nord-Spanien sind an den Ratsplätzen große Schilder das man nur kurz Rast machen soll..
Und wenn man man manche Stellplätze sieht ,dort stehen Womo über
100000 Eur. und mehr ,und nicht nur einer eher mehr,und ihr könnt mir doch nicht erzählen das dort nicht mal Schmutzwasser oder mal den Müll liegen gelassen wird......
Im letztem Jahr in Norge auf der E6 zwischen Dombas und Berkak stand auch ein Womo 10 Klm. nach dort und 10 Klm.nach dort richtig in der Einöde,kein Mensch weit und breit,und ihr könnt mir nicht erzählen das oft solche Leut nicht ihren Müll und sonstiges mitnehmen.....
Und solche Leute versauen allen anderen das Camping......


Mit schöne Grüße. :D
Hydro
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Dieter » Mi, 22. Mär 2006, 13:33

Hydro hat geschrieben:......Im letztem Jahr in Norge auf der E6 zwischen Dombas und Berkak stand auch ein Womo 10 Klm. nach dort und 10 Klm.nach dort richtig in der Einöde,kein Mensch weit und breit,und ihr könnt mir nicht erzählen das oft solche Leut nicht ihren Müll und sonstiges mitnehmen.....

Hallo, Hydro,
da muss ich Dir widersprechen. Gerade ein Großteil dieser Reisenden, die die "Einsamkeit" suchen, ist sehr umweltbewusst und nimmt ihren Abfall und auch "sonstiges" wieder mit, denn ansonsten würden sie ja selbst dafür sorgen, dass sie beim nächsten Besuch nicht mehr willkommen sind.
In der Regel ist es eine nur kleine Gruppe - die sogannten schwarzen Schafe -, die ihren Unrat (leider :cry: ) hinterlässt, und von dieser Gruppe wird oft auf alle anderen geschlossen.
Und dementsprechend wird aufgrund des Handels bzw. Unterlassens weniger dieses auf die Gesamtgruppe der Camper übertragen :evil: mit den von Dir beschriebenen Folgen.

Ich selbst stehe auch mal gerne frei, wenn gerade kein Campingplatz in der Nähe ist, und räume dann im Falle eines Falles auch noch zusätzlich die Sachen mit ein, die andere dort liegengelassen haben, denn spätestens bei Wegfahren ist aus den Augen der anderen nicht mehr der schuld, der es weggeworfen hat, sondern der, der zuletzt wegfährt und damit logischerweise den Krempel dort "entsorgt" hat. :(

Gruß Dieter
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Hydro » Mi, 22. Mär 2006, 14:11

Grüß dich Dieter......
Ich wollte das ja auch nicht veralgemeinen ,
aber du weißt ja selber wie es manchmal aussehen kann...
Es gibt bestimmt eine große Anzahl von Idioten,die dem gross der Camper mehr schaden als nutzen.......

Gruß. :D
Hydro
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Alsterix » Mi, 22. Mär 2006, 14:14

Hydro hat geschrieben:Im letztem Jahr in Norge auf der E6 zwischen Dombas und Berkak stand auch ein Womo 10 Klm. nach dort und 10 Klm.nach dort richtig in der Einöde,kein Mensch weit und breit,und ihr könnt mir nicht erzählen das oft solche Leut nicht ihren Müll und sonstiges mitnehmen.....
Und solche Leute versauen allen anderen das Camping......

Da norwegische Kommunen (Gemeinden/Dörfer) nunmal ein wenig größer
ausfallen können als deutsche muß man sich als Besucher schon etwas mehr
ortskundig machen. Die von Hydro so schön beschriebene Strecke von Dombås bis Berkåk
führt zu weit mehr als der Hälfte durch das Gebiet der Kommune Oppdal,
angefangen bereits ab der Südgrenze des Dovrefjell Nasjonalparks bis kurz vor Ulsberg -
immerhin eine Strecke von gut 60 Kilometern. In diesem gesamten Gebiet hat
die Kommune Oppdal schon sein vielen Jahren jegliches Camping außerhalb der
wenigen offiziellen Campingplätze ganz eindeutig verboten und sich sogar die
Mühe gemacht diverse auch mehrsprachige Schilder aufzustellen, auch auf deutsch.
Hier geht es also nicht allein um die Frage seinen Müll mitzunehmn sondern
eben auch darum ob man solche örtlichen Verbote respektiert oder nicht.
Eines der Hinweisschilder findet Ihr ein ganz kleines Stück weiter oben auf einem meiner Fotos.
Ich finde daß diese Schilder eigentlich eindeutig genug sind und es nicht auch noch
Stacheldraht oder ähnlichen teutonischen Unsinn braucht :evil:


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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Hydro » Mi, 22. Mär 2006, 16:40

Alsterix grüß dich.....
Ich weiss nicht mehr so genau wo das war,
es war auf jedem Fall auf irgens ein Fjell, vor dem Fjell war
ein Ort ,meine Frau sagte noch zu mir " fahr doch hier tanken ,,
aber du weiss ja Dickkopf ist der Mann,denn kam das Fjell und denn
kam lange Zeit keine Tanke......
Glaub mir ,mir ging der Hintern auf Grundeis :D
Aber ich habe mir nichts anmerkem lassen :D
Alsterix ich bin ab anfang Juni wieder oben ,ich hoffe nur das dieses
Jahr das Wetter besser ist ,letztes Jahr sind wir von Hitra wegen Sturm
und Regen abgehauen......

Gruss. :D
Hydro
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Erika » Mi, 22. Mär 2006, 18:45

Hallo,
wenn ich die Beiträge meiner Vorschreiber lese, bekomme ich den Eindruck, dass Ihr richtige Saubermännder seid und wir die Anderen die Sukkel. (Schweine).
Ich bin auch sehr oft auf der Stecke Oppdal bis Hitra usw.. Da muß ich sagen, zur Sommerszeit ist es ja garn kein Problem auf einem geöffneten Campingplatz zu gehen.
Anderst ist es im Winter, das sind viele dieser Plätze geschlossen.
Nur aus der Tatsache, dass ein WOMo mal wild parkt , ist es noch lange kein Umweltverschmutzer.
Ich habe auch schon viele Plätze gesehen, die mit Unrat verschmutzt waren, meistens von unseren lieben deutschen Mitmenschen.
Ich wünsche Euch alzeit eine gute Fahrt.
Grüße Erika
Gruß Erika
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Mirko » Sa, 25. Mär 2006, 12:31

Die Kunst besteht ja auch darin, Parkplätze abseits der Hauptrouten zu finden, wo man niemanden stört und auch keine Verbotsschilder stehen !

Auf über 90 Prozent aller Parkplätze die keine zeitliche Begrenzung angeben ist es nach wie vor selbstverständlich erlaubt dort sich auch nachts im Auto aufzuhalten. Das hat wie immer wieder gerne zitiert auch nichts mit dem Falschverstehen des Jedermannsrechtes zu tun, da man sich ja auf Verkehrsfläche bewegt !

Ausserdem ist das für mich kein Camping ! Ob ein Auto parkt, oder parkt und jemand liegt drin macht keinen Unterschied ...

Camping fängt da an, wo das Parken aufhört .. Stühle, Tisch, Grill usw.
Wie weit man da geht, muss jeder für sich selber entscheiden !

Ich bereise Norwegen seit Jahren mit nem Bulli und war monatelang im Land und habe immer frei gestanden. In der ganzen Zeit hatte ich noch nie irgendwelche Schwierigkeiten und habe keinen behindert oder verärgert.

Im Gegenteil, habe viele Freundschaften geschlossen und viel erlebt.

Ich finde die Entwicklung zu mehr Campingplätzen sehr richtig und propagiere auch nicht das Freistehen !

Es ist ja auch schön z.B. als Familie das Angebot zu nutzen im Urlaub ..

Wenn ich aber alleine monatelang im Auto reise, will ich abends nur irgenwo stehen um zu schlafen, dazu brauche ich keinen Campingplatz !

Ausserdem wäre mir das finanziell auch unmöglich !

Es ist schlichtweg FALSCH zu schreiben das "Frei stehen" ist verboten !

Irgendjemand hat in der Vergangenheit auch immer einen norwegischen Gesetzestext zitiert um seine Meinung des verbotenen "Freistehens" zu untermauern ... dabei stand dort genau das Gegenteil drin !

Entweder er ist des Norwegischen nicht mächtig oder er hat es überlesen ..

Vielleicht finde ich den Auszug noch mal ..

Beste Grüsse

Mirko
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Mirko » Sa, 25. Mär 2006, 12:49

Hat ja ein Vorredner schon gepostet aber das kann man gar nicht oft genug zitieren :

Friluftsloven omhandler ikke direkte verken campingvogner eller bobiler. Som det framgår under 3.2.5 foran, er det etter friluftslovens § 4 tillatt å parkere kjøretøyer i utmark langs vegene. Ved privat veg er det tillatt med mindre grunneieren har forbudt det, og langs offentlig veg såfremt det ikke volder nevneverdig skade eller ulempe. Det er lagt til grunn at disse bestemmelsene også gjelder for bobiler, campingvogner og liknende, og også når disse kjøretøyene parkeres i forbindelse med overnatting


Es ist einfach eine Frechheit die sich manche rausnehmen, zu schreiben das "Wildcampen" wäre generell verboten !!

Man kann ja ruhig der Meinung sein, das Wohnmobile die Landschaft verschandeln und auf Campingplätze sollen. Gesetz ist es deswegen noch lange nicht.

Auf vielen Rastplätzen entlang stark frequentierten Strecken, gibt es ja auch Verbotsschilder. Da habe ich überhaupt nichts dagegen und es ist sicherlich auch in vielen Fällen zu begrüssen !

Aber das einige "Norwegen-Experten" hier andauernd schreiben das Freistehen ist verboten ist eine echte FRECHHEIT und zeigt wie gross das Expertenwissen und/oder das Beherschen der norwegischen Sprache tatsächlich ist.

Allen viel Spass im Urlaub, sei es auf dem Campingplatz oder auf dem Parkplatz ..

Mirko
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Alsterix » Sa, 25. Mär 2006, 14:02

Mirko hat geschrieben:Die Kunst besteht ja auch darin, Parkplätze abseits der Hauptrouten zu finden, wo man niemanden stört und auch keine Verbotsschilder stehen !

Auf über 90 Prozent aller Parkplätze die keine zeitliche Begrenzung angeben ist es nach wie vor selbstverständlich erlaubt dort sich auch nachts im Auto aufzuhalten. Das hat wie immer wieder gerne zitiert auch nichts mit dem Falschverstehen des Jedermannsrechtes zu tun, da man sich ja auf Verkehrsfläche bewegt !

Ausserdem ist das für mich kein Camping ! Ob ein Auto parkt, oder parkt und jemand liegt drin macht keinen Unterschied ...

Wir kommen ganz offensichtlich nicht zusammen und das liegt ganz sicher nicht daran daß hier angeblich jemand nicht genug norwegisch versteht sondern ganz einfach an typisch deutscher Art und Weise sich vermeintliche "Rechte" herauszunehmen selbst wenn das akkurate Gegenteil sogar bildlich und anschaulich dokumentiert wird.
Anhand des konkreten Beispiels der Kommune Oppdal habe ich ein völlig eindeutiges örtliches Verbot angeführt und dokumentiert. Auch in deutscher Sprache schreibt die Kommune auf recht zahlreichen Hinweisschildern unmißverständlich folgendes :
"gleichzeitig haben wir ein Campingverbot - d.h. Übernachtung in Wohnmobilen, Wohnwagen und dergleichen - innerhalb einer Zone von 50 m auf beiden Seiten der Straßen E6, RV 70, Storlidalsveien, Gjevilvassveien und für Oppdal Zentrum eingeführt."
Ich habe weiter oben darauf hingewiesen daß diese praktisch vollständige Aufzählung aller größeren Straßen ein sehr sehr großes Gebiet umfaßt weil Oppdal nunmal eine sehr große Kommune ist - grob geschätzt sind das alleine über 60km Abschnitt der E6 und etwa weitere 100km der anderen genannten Straßen.
Um das mal etwas anschaulicher zu übertragen wäre das in Schleswig-Holstein beispielsweise etwa das Areal zwischen Nord-Ostsee-Kanal ab Rendsburg und dänischer Grenze (nur eben mit sehr viel weniger Straßen). Die Kommune muß da keineswegs auf jeden Parkplatz mehrere Schilder zimmern damit so ein Verbot wirksam wird.
Hydro bestätigte mir mit seinem Beitrag recht klar daß dieses unmißverständliche Verbot weiterhin ständig ignoriert wird, er hat nämlich Teile genau dieser Strecke exakt beschrieben.
Und letztendlich dokumentiert hier der user Mirko daß es ihm auch ziemlich scheißegal ist was die Anwohner davon halten solange sie ihm nur nicht direkt auf die Bude rücken :
Mirko hat geschrieben:Ich bereise Norwegen seit Jahren mit nem Bulli und war monatelang im Land und habe immer frei gestanden. In der ganzen Zeit hatte ich noch nie irgendwelche Schwierigkeiten und habe keinen behindert oder verärgert.
Wenn ich aber alleine monatelang im Auto reise, will ich abends nur irgenwo stehen um zu schlafen, dazu brauche ich keinen Campingplatz !

Ausserdem wäre mir das finanziell auch unmöglich !
Es ist schlichtweg FALSCH zu schreiben das "Frei stehen" ist verboten !
Irgendjemand hat in der Vergangenheit auch immer einen norwegischen Gesetzestext zitiert um seine Meinung des verbotenen "Freistehens" zu untermauern ... dabei stand dort genau das Gegenteil drin !

Ich bin nicht bereit mit jemandem der die bestehenden Gesetze zwar für sich ausnutzen möchte wenns grad passt, sie ansonsten aber ignoriert hier auch noch eine absurde pseudojuristische Debatte um Auslegungen zu führen. Die von mir angeführte Verbotsregelung der Kommune Oppdal ist glasklar und enthält in dem Sinne keine Schlupflöcher, zudem ist sie nur ein Beispiel für viele ähnliche Verbote anderer Kommunen.
Der Knackpunkt liegt wohl nicht nur in der rabiaten Ignoranz der Verbote sondern auch in dem "ich brauche keinen Campingplatz und das wäre mir auch finanziell unmöglich".
Genau an diesem Punkt setzen jetzt die Überlegungen der Behörden an - nämlich sowohl mit gesalzenen Bußgeldern und Kontrollen als auch mit technischen Sperren in Zukunft verstärkt gegen das Wildcampen vorzugehen - nicht immer und überall, sondern mit Augenmaß. Norwegen hat bislang eine ganz erhebliche Toleranz auch auf diesem Gebiet bewiesen und man ist ja sogar dabei freie Übernachtungsplätze für Wohnmobile für jeweils eine Nacht gratis anzubieten. Faktisch werden die bestehenden Verbote aber selbst in den Nationalparks immer wieder übertreten, also in Gegenden wo das vom Naturschutz her absolut seine Berechtigung hat solche Verbote zu erlassen (und nicht nur wegen einer angeblichen Lobby der Campingplatzbetreiber als "Abzocker").
Wer allerdings in derart dreister Frechheit sein Sparmodell durchzieht und hier propagiert daß er niemals auf einem Campingplatz steht der wird aus meiner Sicht mit geeigneten Maßnahmen rechnen müssen und das vollkommen zu recht :evil:
Im übrigen endet da auch meine persönliche Toleranz - wer in dieser dreisten Art und Weise das Gastrecht für sich zurechtbiegt ist auch mir hier durchaus nicht mehr willkommen.
Vielleicht bist Du wenigstens in der Lage zu akzeptieren daß mich zum Beispiel Dein Verhalten sehr wohl verärgert auch wenn ich Dir deshalb noch lange nicht unmittelbar auf die Bude rücken werde.


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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Mirko » Sa, 25. Mär 2006, 14:47

Hallo,

ich akzeptiere deine Meinung wie ich jede Meinung akzeptiere !

Ich bin sicherlich nicht jemand, der ständig in irgenwelchen Gesetzestexten rumstochert ...

Im Gegenteil, es gibt sowieso viel zu viele davon !

Wenn sich jeder nur ein bisschen mehr um die Anderen kümmern würde, käme man mit wesentlich weniger aus !

Aber wenn du schon mit deinen Schildern, Gesetzen und Regeln kommst, musst du sie auch richtig lesen !

Und da gibt es nunmal keine Auslegung, der norwegische Text ist EINDEUTIG !

Du verbiegst den Text so, das er zu deinem Beispiel (Oppdal) passt.

Ich weiss nicht, wie du zu so einer aggressiven Haltung gegenüber Parkenden kommst, vielleicht durch deinen Beruf, weil du dich schon oft über Autos auf LKW Parkplätzen geärgert hast ( rein hypothetisch )

Ich habe mich auch schon oft über LKW-Fahrer geärgert, trotzdem darf man dann nicht alle über einen Kamm scheren !

Ich plädiere nur für Freiheit und Toleranz ...

Übrigens habe ich längere Zeit in Norwegen gewohnt, und diese Diskussion und Intoleranz empfinde ich eher als "typisch deutsch" und habe die so noch nie in Norwegen erlebt.

Grüsse

Mirko
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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Alsterix » Sa, 25. Mär 2006, 15:16

Mirko hat geschrieben:Ich weiss nicht, wie du zu so einer aggressiven Haltung gegenüber Parkenden kommst, vielleicht durch deinen Beruf, weil du dich schon oft über Autos auf LKW Parkplätzen geärgert hast ( rein hypothetisch ).

Ich bin durchaus nicht aggressiv und schon gar nicht gegenüber Leuten die ja "nur parken" - mir geht nur über die Hutschnur wie hier immer wieder die "nette" Version des Billigcamping auf Kosten anderer und unter Verstoß sowohl gegen allgemeine Benimmregeln wie auch des Gastrechts und konkreter norwegischer Verbote angepriesen wird.
Das hat aus meiner Sicht akkurat die gleiche Logik und Beschränktheit wie skandinavische Autobahnraser auf der deutschen Autobahn - "weil man da ja schnell fahren darf" :evil:
Der Lübecker Polizeibericht vermeldet von der A1 bei Sereetz von Donnerstag Abend 18 Uhr gerade erst einen schwedischen Mercedesfahrer der bei erlaubtem Tempo 100 mehr als 71 km/h darüber lag. Das kostete dann immerhin freundliche 775,- € cash :lol:
Wenn ich mir die Bußgelder seines Heimatlandes angucke war das auch noch sehr preiswert.
Eine vergleichbare Regelung wird über kurz oder lang hinsichtlich der Verstöße gegen die Campingverbote in Norwegen auch kommen müssen und das ist jedes Jahr zur Ferienzeit wieder lang und breit Gegenstand der Berichterstattung in Presse und Fernsehen. Wenn man längere Zeit in Norwegen lebt ist das gar nicht so einfach davon nichts mitzubekommen.
Mirko hat geschrieben:Wenn du schon mit deinen Schildern, Gesetzen und Regeln kommst, musst du sie auch richtig lesen !
Und da gibt es nunmal keine Auslegung, der norwegische Text ist EINDEUTIG !
Du verbiegst den Text so, das er zu deinem Beispiel (Oppdal) passt.

Ich verbiege absolut nichts, ich habe wortwörtlich zitiert und das mit Foto belegt. Die Kommunen haben eindeutig das Recht solche örtlichen Verbote zu erlassen und das haben auch längst viele getan - Oppdal ist da ganz klar nur ein Beispiel von vielen (von dem ich außerdem zufällig auch noch die passenden Bilder aus dem Vorjahr hatte).
Es macht auch wenig Sinn sich über solche örtlichen Einschränkungen groß aufzuregen - in anderen Ländern (Deutschland, Dänemark, Holland) gehen solche Verbote doch noch viel weiter und werden teilweise auch mit drakonischen Strafen und tausenden von Pollern, Schranken und Zäunen durchgesetzt. Letzteres ist genau das was ich in Norwegen ungern sehe - Dank solcher Ignoranten wie Dir wird es aber auf die Dauer auch hier dazu kommen und da ich die Schranken und Zäune in der Natur ebenso wenig schätze wie die Wildcamper finde ich das ganz einfach
zum :kotzuebel:


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Re: Freicampen - ja oder nein?

Beitragvon Mirko » Sa, 25. Mär 2006, 16:24

Habe ebenfalls wortwörtlich aus dem norwegischem Gesetzestext zitiert !

Meinst du deine Schilder von einer lokalen Regelung wiegen mehr, als das norwegische Gesetz ?

Auf einigen Landstraßen in Deutschland gibt es ein regionales Fahrverbot für LKW´s, da einige Fahrer die Autobahnmaut umgehen wollen.

Deswegen sind noch längst nicht ALLE Landstraßen für LKW´s gesperrt ! Ich denke in bestimmten Gebieten ist das sicherlich genauso berechtigt, wie Campingverbote an einigen Hauptstrecken in Norwegen !

Du kannst noch so oft deine Verbotsschilder präsentieren, richtiger wird die Aussage "Übernachten in Autos und Wohnmobilen abseits von Campingplätzen ist verboten" trotzdem nicht ...

Es ist alleine deine Meinung, und die steht dir zu !

Werde im Urlaub mal auf Leute achten, die Schilder auf Parkplätzen fotografieren, vielleicht kann ich noch was lernen (das sind dann welche, die gegen Schranken, Poller und Zäune sind ? :nixwissen: )

Machst du deutsche Landsmänner denn auch im Urlaub auf ihr Fehlverhalten aufmerksam ? Das fände ich ja besonders witzig !

Ich habe schon so viele interessante Leute getroffen, die seit 10 oder 20 Jahren im Camper, Bus oder Bulli wohnen, und einfach die Freiheit lieben !

Ein bisschen mehr Toleranz könnte dir auch nicht schaden !

Viel Spass weiterhin in Norwegen

Mirko
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