Tipps erwünscht - Reise zum Polarlicht

Übernachtungen, Sehenswürdigkeiten, Einfuhrbestimmungen, Geldverkehr, etc.

Re: Tipps erwünscht - Reise zum Polarlicht

Beitragvon MarkusD » Di, 15. Nov 2022, 19:28

steppe hat geschrieben:... Die Reise ist das Ziel.

Geht mir auch so :-)

steppe hat geschrieben:Zustimmen muß ich allerdings, was das fahren bei Nacht angeht, wobei mich das Fahren selbst im dunklen nicht stört. Die Frage ist, macht es Sinn?

Inwiefern? "Nacht" ist relativ. Es geht ja eher um Dunkelheit. Wenn man nicht im dunklen fahren wollte, ist aber das Zeitfenster sehr klein. Für mich das Fahren im Dunkeln in Skandinavien aber auch etwas anderes als bei uns. Dort oben ist ja mehr oder wenige nix los auf den Straßen, d. h. andere Verkehrsteilnehmer erschweren ja nicht die Fahrt. Was brenzlig werden kann sind natürlich umherlaufende Rentiere.

steppe hat geschrieben:Ich habe mal geschaut, ob und mit welcher Dämmerung zu rechnen ist. So bis Polarkreis wird es ja um die Jahreszeit zumindest für ein paar Stunden dämmrig, wenn ich das richtig sehe. Obwohl ich nun noch keine Vorstellung habe, wie "hell" dämmrig ist.

Das ist in der Tat schwer zu beschreiben. Schau mal hier, https://www.markus-drueck.de/norge/2010 ... index.html

da hat es Bilder vom Nordkapp am 07.12. das dürfte von der Helligkeit mit Januar vergleichbar sein. Die Bilder sind mit Uhrzeiten. Also zur Mittagszeit war es nicht so hell, dass man hätte draußen noch eine Zeitung lesen können. Mal so als Ahnung.

Gruß, Markus
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Re: Tipps erwünscht - Reise zum Polarlicht

Beitragvon cani#68 » Di, 15. Nov 2022, 19:42

steppe hat geschrieben:Beim Flug bin ich wieder bei der Fotoausrüstung eingeschränkt, wäre aber eine Alternative.

Klar ist man beim Flug ein wenig eingeschränkt, aber wenn man für solch eine Wintertour sinnvoll packt, geht alles in einen Handgepäck tauglichen Fotorucksack wie den Lowepro 300AW.
So viel will man im Winter fototechnisch auch nicht dabei haben, ein Immer drauf (KB 24-70) evtl. ein leichtes Tele (KB70-200) sowie ein lichtstarkes WW, dazu 2-3 Akkus, Ladegerät und Gefrierbeutel mit Silicagel.
steppe hat geschrieben:Beim Stöbern habe ich auch den Eindruck gewonnen, wenn Nordlichter, dann besser Richtung Osten nach Schweden oder Finnland schauen.

Es scheint im Landesinneren - egal ob Norwegen, Schweden oder FInnland- häufiger klaren Himmel zu geben und dann sich die Lichter besser zu sehen. Dafür wird es im Landesinneren aber auch deutlich kälter wie z.B. in Tromsö.
Die Motive sind natürlich im Landesinnern auch etwas anders wie an der Küste, und sicherlich in Finnland auch anders wie in Norwegen.

Schau dir dazu vlt. doch mal unsere Berichte zu Winterreise Lappland an.

https://forum.norwegen-freunde.com/viewtopic.php?f=12&t=31787&hilit=lappland

https://forum.norwegen-freunde.com/viewtopic.php?f=12&t=32314
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Schöne Jrooß
Uwe

Norwegen Bilder - https://www.flickr.com/photos/uwe_cani/albums/72157647598018725
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Re: Tipps erwünscht - Reise zum Polarlicht

Beitragvon MarkusD » Di, 15. Nov 2022, 19:46

steppe hat geschrieben:Ich habe mal geschaut, ob und mit welcher Dämmerung zu rechnen ist. So bis Polarkreis wird es ja um die Jahreszeit zumindest für ein paar Stunden dämmrig, wenn ich das richtig sehe. Obwohl ich nun noch keine Vorstellung habe, wie "hell" dämmrig ist.

Hier habe ich mal die Sonnenauf- und Untergangstabellen erweitert und für ein paar ausgesuchte Orte komplette Listen für jeden einzelnen Monat generieren lassen. Klick einfach auf <Kompletter Monat> und dann auf <1 - Januar>, dann dann scrolle zu Nordkapp.
Bild
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Obacht, in der Spalte "Dauer" gibt es noch einen Fehler, der Wert ist eine Stunde zu lang, keine Ahnung was da bei der Berechnung falsch liegt.


Gruß, Markus
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Re: Tipps erwünscht - Reise zum Polarlicht

Beitragvon zzz » Sa, 26. Nov 2022, 2:05

Ich komme gerade vom Nordkapp.

Diese Reise war die Erste in den etwas höheren Norden. Sie war verbunden mit einigen Strädtetrips.

Meine "Grundausrüstung" war/ist ein BMW 325d (Limousine) Baujahr 2017, Heckantrieb.
Winterreifen waren/sind GY UltraGrip 9, beim Start der Reise vorne 5 mm, hinten 6 mm. Jetzt habe ich nicht gemessen.

Dieser November war alles Andere als Winter. "Winter" hatte ich nur auf der Rückreise ab Alta und durch Lappland.

Nun ist das so - je kälter desto einfacher ist das Fahren, desto weniger "rutscht" es. Bei -16°C habe ich es mit Straßenschuhen nicht geschafft, auf einem zugefrorenen See zu gleiten.

Ein Gespräch mit einem Deutschen, der in Lappland lebt, hat ergeben, dass die Spikes besonders dann notwendig sind, wenn Nässe vereist, also im Frühjahr, wenn es tagsüber schmizt und nachts oder an anderen Tagen dann wieder gefriert. Dann läuft ohne Spikes nicht viel.

Im November war auch ganz deutlich, dass die Temperaturen an der Küste milder waren als im Landesinneren. Trotzdem waren die Straßen teils durchgehend mit Eis, Schnee oder festgefahrenem Schnee bedeckt. Es gab aber auch viel Asphalt ohne Rutschmaterial drauf. Im Norden wird natürlich nicht gesalzen, es wird aber sehr gut geräumt, und es wird sehr viel Split gestreut, was eine deutliche Griffigkeit mit sich bringt. Die Asphaltdecke ist auch serh rauh, dadurch ist Eis oft nicht das Problem.

Ich habe mich auch in Erwartung von Schnee und Eis mit den "normalen" Winterreifen nach Norden "gewagt" - hatte aber viel Notausrüstung dabei (Abschleppstange, Kette für Bergung [falls ich in den Straßengraben rutschen sollte], und zwei Satz Marken-Schneeketten [Reserve für den Fall eines Defektes]. Ich habe nichts davon gebraucht.

Das alles schätze ich nach meiner Reise als wichtige Grundgedanken, aber Schnee und Glätte sind nicht die wirklichen Reisehindernisse. Die wirklichen Reisehindernisse sind "die Anderen".

Eine Woche vor uns sind auf der Straße zwischen Alta und Honningsvag mehrere Leute von der Straße abgerutscht (Eisbildung). Kurzerhand war die Strecke tagelang gesperrt. Insofern ist die Ausrüstung ziemlich egal, wenn Straßen wegen Leuten mit falscher Ausrüstung gesperrt werden.

Sobald es halbwegs in den Norden geht, findet man entlang der Routen immer wieder Schranken. Diese können die Straße sperren, oder den Kolonnenverkehr organisatorisch unterstützen. Heißt: Deine Ausrüstung ist eine Sache, ob die Straße überhaupt offen ist, oder ob eine Kolonne geführt wird - und wann ist die andere Sache.

Grundvoraussetzung für Polarlichter ist der wolkenlose Himmel und natürlich auch die Sonneneruption, die Polarlichter erzeugen kann. Wenn Straßen wegen Verkehrschaos gesperrt werden, ist der wolkenlose Himmel ohnehin meist sehr weit weg.

Wolkenfreier Himmel und eine mittelkräftige Eruption haben uns Polarlichter vom Polarkreis bis zum Nordkapp gebracht. Die besten beobachtungspunkte teilken gerne Einheimische mit (pensions- und Hotelbetreiber - Einer hat uns sogar geweckt, als Polarlichter aufkamen).

Die Zufahrt zum Nordkapp ist meist über Kolonne organisiert. Wenn die Straße nicht zu vereist/verschneit ist, ist sie aber auch ganztags und ganznachts offen. Die Rezeption des im Winter einzigen, offenen Hotels kann Tipops geben.

Und hier ist also der Knackpunkt der Reise: um zu einem guten Beobachtungspunkt zu kommen, brauchst Du offene Straßen.

Dazu kommt der wolkenlose Himmel und die passende Sonnen-Eruption. Letztere wird in einschlägigen Apps in einer Kartenansicht gerne angezeigt.

Was Du also brauchst:
- ein gutes Auto
- gute Winterreifen
- immer voller Tank

Was Du meiner Meinung nach mitnehmen solltest:
- Schneeketten
- Abschlepphilfen

Nach Norden hin wird es mau mit Tois. Sie sind FAST alle zu (wohl, damit das Wasser nicht gefriert). Auch sonstige Läden, wo man "könnte" sind rar. Tankstellen sind meist nur mit Automaten, nicht mit Ladengeschäft und Toilette.

Unterkünfte habe ich über Booking gebucht. Kriterien im Norden:
- Tois und Dusche (meistens)
- Preis
- Rezeptiuon bis spät in die Nacht, ersatzweise Schlüssel irgendwie zur Verfügung stellen

Viele verlangen Aufpreis für Handtücher und Bettwäsche, deswegen ist es praktisch, diese Dinge dabei zu haben (wir haben 2x1m-Spannbettlaken und 1x 2x2 m Spannbetlaken + Kissen und Deckenbezüge dabei)

Empfehlen kann ich (nur Übernachtungen auf dem Weg nach Norden/von Norden)
- Stav Holtel Malvik bei Trondheim (mittelschön, Waffeln zum selbermachen vom Nachmittag bis abends. Taugt soweit. Aktuell Mega-Baustelle, unbedingt auf der E6 anfahren, sonst wird es mühsam)
- Vestvatn Arctic Cabins Brekke (hier Tois mit drin, aber keine Dusche - die wäre gemeinschaftlich). Top sauber, top Gastgeber, mögliche Sichtung von Polarlicht direkt vom Grundstück).
- Lapphaugen Turiststasjon Tennevoll (Top-Lage mit direktem Blick auf's himmlische Feuerwerk, wenn man nach hinten auf dem Grundstück geht)
- Scandic Bryggen in Honningsvag (brauchbar sauber, leider unschöne Teppiche, tolles Team und grandioses Früshtsücksbuffet)
- Alta River Camping (Weltklasse. Aussicht auf Nordlichter entweder von der Höhe ca. 1,5 km entfernt, oder vom Alta River, ein Zipfel gleich hinter dem Flughafen. Der Zipfel ist leider ziemlich bevölkert, auch mit D*ppen, die ihre Auto-Scheinwerfer anlassen. Tipps von der Wirtin holen).
- Sangis Motell och Camping (wird von einer Schweizerin betrieben - entsprechend schweizerisch ist der Laden - picco bello).

Auf dem Weg zum/vom Norden erscheinen mir diese Übernachtungsstätten als ausreichend. Zwischen Alte und Honningsvag kann es aber zu massiven Verzögerungen kommen.

Der Nordkapp ist eine grandiose, ziemlich sichere Beobachtungsposition. Während "unten" durchgehend wolkig, diesig und neblig war, war der Nordkapp durchgehend frei. Dort zerreißt der Wind ziemlich alles, was die Sicht auf die Polarlichter verdecken könnte. Die wärmste Ausstattung an Kleidungm, die ich dabei hatte, hat mich deswegen außerhalb des Autos nicht lange geschützt.

Auf den Nordkapp soll/muss man allerdings hoch DÜRFEN... Mit einem Wohnmobil stellt sich die Frage nicht - kannst dort oben übernachten und so lange gucken, wie Du willst. Wo kein Kläger, da kan Richter. Ich habe zwei Wohnmobile mindestens zwei mal übernachten gesehen. Trotzdem ziehe ich die Limousine zum Reisen vor.
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Re: Tipps erwünscht - Reise zum Polarlicht

Beitragvon zzz » Sa, 26. Nov 2022, 6:45

P.S: Kriterien für Übernachtungen vergessen zu erwähnen:
- kurzfristig stornierbar

Für's Auto vergessen:
- Brobizz bestellen

Als Apps:
- easypark zwingend,
- evtl. apcoa flow (lutschige Mistapp)
- vegvesen trafikk

Geld:
- Kreditkarte oder Revolut

Psychisch:
- "Hotell" mit 2 L ertragen lernen
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Re: Tipps erwünscht - Reise zum Polarlicht

Beitragvon MarkusD » Sa, 26. Nov 2022, 19:26

zzz hat geschrieben:Psychisch:
- "Hotell" mit 2 L ertragen lernen

<LOL>

Aber, es gibt ein Hotel das hat die Metamorphose durchgemacht. In 2004 hießt es noch „Mosjøen Hotell“, in diesem Jahr lief es unter „Mosjøen Hotel“. Finde ich das gut? N-e-i-n! Das ist so ein „Abschleifen“ der Ecken und Kanten, ein Normieren auf den Standard, das was alle kennen. Mir geht das auf den Senkel. Das riecht nach Kommerz, Geld-scheffeln, <bäh>.

Vor vielen Jahren war ich mit meinem Vater auf einer Messe, als Aussteller. Da kam ein Amerikaner an den Stand, man kam ins Gespräch und beiläufig erwähnte er, dass er unbedingt empfiehlt den Firmennamen, in dem unser Familienname steckt, der einen Umlaut hat, zu ändern und den Umlaut in ein einfaches "u" zu ändern. Nur damit könne man mit Amerikanern und überhaupt Englisch-Sprechenden Geschäfte machen. Damals war ich eher überrumpelt und habe nicht so schlagkräftig gekontert wie ich es hätte tun sollen. Nämlich das ich das als eine Unverschämtheit empfand. Funfact am Rande, der Firmennachfolger hat das tatsächlich gemacht. Wie armselig.

Gruß, Markus
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Re: Tipps erwünscht - Reise zum Polarlicht

Beitragvon zzz » Mo, 28. Nov 2022, 0:01

zzz hat geschrieben:Für's Auto NICHT vergessen:
- Brobizz bestellen



Ich kaufe ein "NICHT".

Also Brobizz = volle Empfehlung! Inkl. Brückenrabatt.


@MarkusD :-D

Die schreiben auch "BUSS" auf die Busspuren. Ich könnte da 25% Ressourcen einsparen helfen!

Bus ist lateinisch - da reicht ein S. Bei Hotel reicht auch ein L. Das macht IMO noch keinen Kommerz.

Die Deppen-Apostrophs, die zunehmend in Deutschland grassieren, sind echte Lustkiller für mich (bei denen Umsatz zu generieren). BUSS und HOTELL sind kein Problem, aber sinnlos, und oft sind die Lichter bei einem der vielen L tatsächlich ausgebrannt und nicht instandgesetzt.
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