von Emma.on.tour » So, 11. Jan 2026, 13:43
Fortsetzung.....sorry hat leider etwas gedauert
Montag 12.5.25
Die Fahrt mit der ‚Flambahnen‘ war viel zu kurz, aber schön. Einmal hielt die Bahn kurz an, damit alle aussteigen konnten, um einen mächtigen Wasserfall zu fotografieren. Da er unter die Brücke der Bahn floss wurden wir alle gut mit der Gischt eingesprüht. Es war jedenfalls ein Erlebnis so nah am Fall zu stehen.
Im nachhinein dachte ich mir, dass ich die Strecke nach Myrdal auch gut zu Fuß hätte bewältigen können, aber sehr wahrscheinlich wäre es eine andere Strecke gewesen als die Zugstrecke mit den vielen kleinen Tunnels.
Wie gesagt, wir waren sehr bald in Myrdal, welches schneebedeckt war. Dort oben warteten einige junge Leute mit Skiausrüstung auf den Zug nach Oslo. Der Zug kam pünktlich und wir fuhren gefühlt sehr lange auf dem Berg entlang mit einer herrlichen Schneelandschaft, kleinen Seen und bei bestem Wetter. Die Skifahrer stiegen nach dem 2. Halt aus.
Es ging talwärts, Schnee wurde weniger und die Landschaft sattgrün, große Äacker und Wiesen, Farmen, große Seenlandschaften die von der Sonne und dem blau des Himmels herrlich glänzten.
So im Nachhinein würde ich zum reisen mit dem Zug raten, er fährt durch herrliche Landschaft und nicht auf der Autobahn dahin, jedenfalls genoß ich die Fahrt sehr, die ungefähr 5 Std. dauerte, Entfernung lt. Google 320 km.
In Oslo angekommen fragte ich mich zu meiner Unterkunft durch, die nur 5 Min. vom Bahnhof entfernt sein sollte. Es lag eher 5 Min. hinterm Busbahnhof. An der Adresse angekommen war mir nicht mehr ganz wohl, irgendwie hatte ich nicht das Gefühl in Oslo zu sein, nein eher in Klein Istanbul. Leute aller Nationen standen, saßen in Hauseingängen herum, die Gegend schmuddelig, mir war nicht wirklich wohl dabei. Ich war drauf und dran umzukehren und mir eine andere Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Aber erst wollte ich mir die Wohnung mal ansehen. Raffi öffnete mir die Tür, sah jetzt auch nicht gerade auf den ersten Moment vertrauenserweckend aus, behangen mit dicken Goldketten, aber sehr freundlich. Er zeigte mir die Wohnung, mein Zimmer, alles tiptop sauber, sehr feminin in der Ausstattung, erinnerte mich eher an einen Puff…...wobei ich keine Ahnung habe wie einer aussieht, sorry, TV halt.
Jedenfalls war Raffi ein guter Gastgeber, ich durfte mich aus seinen Schränken bedienen. Es gab Müsli, Tee, Kakao, Kaffee, sogar leckere Bonbons und Kekse. Er begleitete mich zu einem kleinen Markt um ein paar Ecken wo man für norwegische Begriffe sehr günstig einkaufen konnte. Ich besorgte mir gleich was fürs Abendessen, Käse, Avocados, Tomaten, Bananen und Brot, fand sogar alleine zurück zur Wohnung und hatte mich in der kurzen Zeit schon etwas aklimatisiert. In der Wohnung begegnete ich einem anderen Gast, einer Lettin. Auch sie hatte anfangs Probleme mit der Umgebung aber hatte sich schnell eingewöhnt.
Ich aß und trank schnell was und begab mich sofort auf den Weg zur Oper und fand diese sehr beeindruckend. Man kann quasi auf dem Dach herumlaufen. Ich ging auch in die Oper um mich zu informieren für eine Vorstellung am nächsten Tag, aber es gab leider keine. Es gab gerade eine Vorstellungspause von ‚Cosi fan tutte‘ und ich begegnete einer Frau mit der ich schon auf dem Schiff plauderte. Leider war die Zeit zu kurz für einen gemeinsamen Kaffee…..wie der Zufall doch spielt, gell.
Ich lief noch ein bisschen am Hafen entlang, schaute Schwimmern zu, die von einem Boot ins Wasser sprangen, bestimmt ein Verein….. und das Anfang Mai in Oslo, ich hatte echt ‚ne Gänsehaut.
Es ging wohl schon so auf die 22h zu, immer noch hell, und ich lief zur Wohnung zurück und diesmal machte es mir gar nichts aus. Der Hunger plagte mich und ich machte einen Abstecher zu einem Burgerlokal, wollte eigentlich nur einen Cheeseburger mitnehmen, aber sie hatten Angebote und so verputzte ich einen Riesenburger…...keinen Vergleich zu McDo, viel besser…...mit Pommes und einem Getränk für 7 Euro, da kann man nicht meckern.
Ich duschte und ging bald zu Bett.
Am nächsten Morgen wachte ich erst um 9 Uhr auf, hatte vergessen den Wecker zu stellen. Raffi hatte mir erlaubt meine Sachen im Zimmer zu lassen bis mein Bus um 17h nach Göteborg ging.
Ich machte mir einen Kaffee, aß eine Avocado und eine Banane und begab mich zum Busbahnhof, gleich mal checken wo der Bus am Nachmittag wegfahren würde. Ich besorgte mir einen Stadtplan, erkundigte mich wie ich zum Schloß und anderen Sehenswürdigkeiten komme und auf dem Weg dorthin stellte ich fest, dass man in Oslo im Bus oder Bahn nicht zahlen kann. Bis mir endlich ein Busfahrer sagte, dass ich in irgendeinem Kiosk Tickets kaufen kann war der Tag fast vorbei und bis dahin bin ich mit Genehmigung der jeweiligen Fahrer für lau gefahren. Echt großzügig, gäbe es bei uns nicht.
Zuerst bin ich mit dem Bus zum Ekkebergpark gefahren, von dort oben hatte man einen tollen Blick über Oslo, sah sogar in der Ferne den Holmenkollen, die Skischanze, fuhr dann zum Nationaltheater, lief zur Bibliothek, zum Schloß, sah mir alles an, lief km.weit zu Fuß. Zum Vigelandpark nahm ich die Tram, schaute mir die vielen Skulpturen an. Dann kaufte ich endlich mal ein Ticket an einem Kiosk und fuhr mit der U.Bahn zurück zum Busbahnhof und wurde prompt kontrolliert, Glück gehabt. Jedenfalls beobachtete ich die Kontrolleure und fand auch hier, dass sie ganz anders drauf waren als unsere, machten Witze, fragten wie’s einem geht, einfach liebenswürdig…...wahrscheinlich hätten sie mich nur milde verwarnt!
Nun war es an der Zeit meine Sachen zu holen. Ich lief noch schnell zu dem Gemüsemarkt und kaufte einige Avocados (superlecker) für meine Freundin ein und kam gerade rechtzeitig am Busbahnhof an, wo der Bus nach Göteborg schon wartete.
Um kurz nach halb Zehn abends kam ich in Göteborg an und bekam sofort Anschluss nach Mölndal, hüpfte in die Tram und wusste wieder mal nicht wie ich zahlen sollte. Ein Fahrgast erklärte es mir dann. Es ging ganz einfach, Visacard an Automat halten und gut wars. Meine Freundin Marie wartete schon auf mich und wir verbrachten einen gemütlichen Abend bei ihr zuhause.
Übrigens kenne ich Marie seit meiner AuPair.Zeit in England, mehr als ein halbes Jahrhundert!
Fortsetzung folgt