BWL in Norwegen

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BWL in Norwegen

Beitragvon Chriss » Mo, 02. Mai 2005, 16:07

Hallo alle zusammen.

Wie würdet Ihr die Jobchancen für BWL-Absolventen, ganz gute norwegisch-Kenntnisse, aber keine Berufserfahrung (Berufseinsteiger), beurteilen ?

Kennt Ihr irgendwelche Branchen, bei denen sich ein Versuch lohnt ?

Oder habt Ihr alternative Quereinstiegsvorschläge ? Möchte wirklich gerne mein Glück im Norden versuchen und würde auch sehr viel dafür tun :D

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Re: BWL in Norwegen

Beitragvon trolljenta » Mo, 02. Mai 2005, 18:42

wie deffinierst du "ganz gut"?? Um in dem Bereich ein Bein auf den Boden zu kriegen würde ich sagen das du schriftlich und mündlich topfit sein solltest, sonst dürften die Chancen nicht gerade gross sein hier im BWL Bereich was zu finden.
Wie da so generell die aussichten sind, da hab ich leider keine Peilung. Aber du kannst dich ja mal mit dem Aetat in verbindung setzen.

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Re: BWL in Norwegen

Beitragvon Chriss » Di, 03. Mai 2005, 12:49

Hmm, das hört sich ja nicht eben sehr positiv oder ermunternd an :cry:

Scheint ja in so ziemlich jedem Bereich einfacher zu sein :(

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Re: BWL in Norwegen

Beitragvon snowstorm » Di, 03. Mai 2005, 13:23

Also ich spreche nun wirklich gut norwegisch, aber ich habe trotzdem manchmal Probleme. Es ist in einem Geschäftsbrief nun mal so, dass man keine 20 Fehlerchen machen kann. Gerade bei Präpositionen ist das wie ne rote Karte, man outet sich doch schnell wenn man fra und av durcheinander schmeisst.

Im administrativen Bereich ist Sprache das A und O, wenn man da Defizite hat sieht's mau aus. Branchen mit wirklich viel Kundenkontakt wie Banken, Versicherungen etc kannst du eigentlich gleich vergessen, aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten. Firmen mit viel Auslandskontakten sind immer eine gute Anlaufstelle. Ausserdem gibt es erstaunlich viele Firmen, in den die Arbeitssprache Englisch ist. Vornehmlich solche, die ein Tochterunternehmen aus dem Ausland sind. Und du hast nix zu verlieren, probier's doch einfach.

Gruss Patricia
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Re: BWL in Norwegen

Beitragvon Chriss » Mi, 04. Mai 2005, 10:14

Verstehe ich schon, aber nun gut, man bewirbt sich ja auch nicht als Schalterbeamter (wo Sprachperfektion sicherlich das A und O ist).
Ist aber anscheinend in Ländern wie England oder Frankreich einfacher, mit guten Sprachkenntnissen einen Job zu finden (eben auch vor allem in den großen Unternehmen).

Wie kommt es eigentlich, daß es für Ärzte, Informatiker, Ingenieure einiges einfacher zu sein scheint ?

Als Arzt ist die Sprache / Kommunikation mit den Patienten doch ebenfalls ein wichtiges Kriterium.
Aber fragt sich auch, ob es in den kommenden Jahren noch die Möglichkeit für Ärzte gibt nach Norwegen zu gehen, sobald diese den Ärztemangel beseitigt haben. Denke da wird wohl auch ein einheimischer vorgezogen.

Was macht es für Ingenieure / Wirtschaftsinformatiker / Informatiker etc. so viel einfacher im Ausland eine Anstellung zu finden ?

@Snowstorm : Danke für Deine Ideen.

Tschö

Chriss
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Re: BWL in Norwegen

Beitragvon Thies » Mi, 04. Mai 2005, 10:50

Ich glaube nicht, dass sich die Frage pauschal beantworten lässt.

In meiner hamburger Zeit waren in der dortigen WP/StB-Praxis regelmäßig auch dänische Mitarbeiter beschäftigt. Nun könnte man annehmen, dass man in dem Beruf ohne perfekte Sprach- und Rechtskenntnisse (deutsches Recht) nicht sehr weit kommt. Das war aber gar nicht so. Uns kam es dabei mehr auf die Auslandskenntnisse an. In HH hat man eben sehr viel Kontakt zu dänischen Unternehmen.

Entscheidend war die Lernfähigkeit; Sprache und deutsches Recht. Wer das geschafft hat, kam gut zurecht. Aber die Belastung ist schon enorm und nicht jeder hat das auch durchgehalten. Denn neben der Praxisarbeit kam eben noch reichlich Büffeln hinzu.

BWL ist zudem eine weites Feld. Da gibt es Bereiche, die sicher sehr interessant, aber im täglichen Leben zu nix zu gebrauchen sind :lol: und andererseits auch Themen, die nicht von vielen abgedeckt, also verstärkt nachgefragt werden. Entscheidend wird sein, ob Du im Vergleich zu norwegischen Konkurrenten dem Unternehmen noch zusätzlich etwas bietest, für das sie bereit sind in anderen Bereichen Abstriche hinzunehmen.

Du wirst dies nur herausfinden können, wenn Du Kontakt zu Unternehmen aufnimmst und schlicht ausprobierst, ob die mit Dir etwas anfangen können.

Gruß

Thies
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Re: BWL in Norwegen

Beitragvon Susanne » Mi, 04. Mai 2005, 11:29

Chriss hat geschrieben:...Wie kommt es eigentlich, daß es für Ärzte, Informatiker, Ingenieure einiges einfacher zu sein scheint ?

Als Arzt ist die Sprache / Kommunikation mit den Patienten doch ebenfalls ein wichtiges Kriterium...

Dass es für Ärzte einiges einfacher ist, kann ich so nicht bestätigen!
In den meisten Stellenanzeigen wird gefordert, dass man eine nordische Sprache in Wort und Schrift beherrscht. Es wird wohl nicht in allen Krankenhäusern ein Nachweis gefordert - aber ohne ausreichende Sprachkenntnisse ist es normalerweise schwierig, eine Stelle zu finden...
Allerdings ist es auch abhängig davon, in welchem Bereich man arbeitet - wenn Fachärzte in einem bestimmten Bereich händeringend gesucht werden - und keine "einheimischen" Bewerber in Sicht sind - kann man schon mit etwas "bescheidenen" Sprachkenntnissen eine Chance haben... dann wird aber erwartet, dass man diese innerhalb einiger weniger Monate deutlich verbessert! Dies gilt aber für Leute mit entsprechender Berufserfahrung und bei mangelnder "einheimischer Konkurrenz".

Hilsen
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Re: BWL in Norwegen

Beitragvon pannekakelansk » Mi, 04. Mai 2005, 18:17

Chriss hat geschrieben:
Wie kommt es eigentlich, daß es für Ärzte, Informatiker, Ingenieure einiges einfacher zu sein scheint ?

Chriss


Hei Chriss.
Ob es letztendlich wirklich einfacher ist kann ich nicht beurteilen (bin schließlich nur Informatiker und nicht noch als BWLer unterwegs :) )
Aber einer der Gründe bei den Informatikern ist einfach der, dass wohl das Aetat nach dem dot-com-Crash 2001 den angehenden Studenten nicht mehr unbedingt empfohlen hat Informatik zu studieren, weil zu der Zeit dann die Lage gerade nicht so berauschend war. Nun hat sich das ganze aber erholt und man bräuchte eigentlich die Studienanfänger von 2001 (die dann ja dieses Jahr alle Abschluß machen würden), nur da da deutlich weniger angefangen haben hat man zu wenig. Sprache bei Informatikern ist natürlich hilfreich sie zu können, aber vieles läuft bei uns dann doch englisch ab bzw. die Fachbegriffe kommen von da. Das man dann den Rest natürlich noch "Nachlernen" muß ist klar.
Tja und der Haupteinsatzbereich eines BWLers ist wohl immernoch irgendwas mit/beim Kunden. Wenn da dann der eine nicht die Sprache des anderen spricht/versteht wird der Kunde garantiert nicht glücklich => weniger Geld in der Kasse. Dem Programm, das ich entwickle ist es schlußendlich aber egal ob ich meine Kommentare da in Englisch oder Deutsch oder Norwegisch reinschreibe - nur demjenigen der nach mir daran was verbessern soll eher nicht...

Viel Erfolg bei der Jobsuche

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Re: BWL in Norwegen

Beitragvon trolljenta » Mi, 04. Mai 2005, 21:38

Chriss hat geschrieben:Verstehe ich schon, aber nun gut, man bewirbt sich ja auch nicht als Schalterbeamter (wo Sprachperfektion sicherlich das A und O ist).
Ist aber anscheinend in Ländern wie England oder Frankreich einfacher, mit guten Sprachkenntnissen einen Job zu finden (eben auch vor allem in den großen Unternehmen).

Wie kommt es eigentlich, daß es für Ärzte, Informatiker, Ingenieure einiges einfacher zu sein scheint ?

Als Arzt ist die Sprache / Kommunikation mit den Patienten doch ebenfalls ein wichtiges Kriterium.
Aber fragt sich auch, ob es in den kommenden Jahren noch die Möglichkeit für Ärzte gibt nach Norwegen zu gehen, sobald diese den Ärztemangel beseitigt haben. Denke da wird wohl auch ein einheimischer vorgezogen.

Was macht es für Ingenieure / Wirtschaftsinformatiker / Informatiker etc. so viel einfacher im Ausland eine Anstellung zu finden ?

@Snowstorm : Danke für Deine Ideen.

Tschö

Chriss


ganz so einfach isses nicht!

In vielen Ländern ist z.B Englisch die Sprache der Stunde und nur weil man damit in allen englischsprachigen Ländern auf dem Globus problemlos klar kommt gibt es immer wieder Leute die meinen das reicht dann auch zum Leben und Arbeiten in Norwegen aus. Fakt ist aber, das tut es in den allermeisten Fällen eben nicht. In Norwegen wird norwegisch gesprochen und das gilt nicht nur für Behørden und Privatleben sondern auch für den grøssten Teil des Arbeitsmarktes. Und in den meisten Jobbs mit Kundenkontakt oder halt viel schriftlicher und mündlicher Arbeit werden gute bis sehr gute Norwegisch Kenntnisse verlangt und wie ich finde auch zu recht.

Klar gibt es schlupflöcher und ausnahmen.... Internationale Firmen wo viel Grenzüberschreitend gearbeitet wird und die hauptarbeitssprache englisch ist. Aber glaub mal nicht das in der Kaffeepause die Angestellten da dann auch Englisch reden und auch in solchen Betrieben wird zumeist erwartet das die Angestellten die Landessprache eben erlernen wenn sie sie zu beginn noch nicht fliessend kønnen.
Dann halt Bereiche wo gerade Händeringend ein Mitarbeiter mit speziellen Qualifikatioen gesucht wird und nicht zu bekommen ist. Da wird dann auch schon mal ein Ausländer mit weniger guten Sprachkenntnissen einen Jobb in Norwegen bekommen den er unter normalen Umständen wahrscheinlich nicht bekommen hätte. Das ist dann halt das Gesetz von Angebot und Nachfrage, aber definitiv eher die Ausnahme als die Regel, so das man darauf nicht allzugrosse Hoffnungen setzen sollte.

Was die Ärzte angeht, so wird da grundsätzlich norwegisch in Wort und schrift verlangt und auch das man dieses so schnell wie møglichst intensiviert wenn man erst mal im Land ist. Und logisch - sobald die Norweger das Ärztedefizit aus den eigenen Reihen auffüllen kønnen wird es für Mediziner aus Deutschland recht schwer werden hier ein Bein auf den Boden zu kriegen. Schon jetzt ist es doch so das es immer schwieriger wird für Ausländische Mediziner hier einen Job zu bekommen. Am grøssten sind da die Chancen in den entlegenen Gebieten in Nordnorge, wo kein Norweger hin will. That's life!

Auf den Punkt gebracht, man hat als Ausländer generell Chancen bei den Jobbs, die die Norweger selber nicht machen wollen oder wo sie versäumt haben beizeiten genug eigene Fachkräfte auszubilden. In genau den Bereichen ist es leicht für Ausländische Bewerber einen Jobb zu finden. In all den Bereichen wo die Norweger genug eigene Arbeitskräfte haben und in den Bereichen die halt beliebt sind und die Studienabgänger alle hinstreben ist es für ausländische Bewerber dementsprechend schwer.

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