Chriss hat geschrieben:Verstehe ich schon, aber nun gut, man bewirbt sich ja auch nicht als Schalterbeamter (wo Sprachperfektion sicherlich das A und O ist).
Ist aber anscheinend in Ländern wie England oder Frankreich einfacher, mit guten Sprachkenntnissen einen Job zu finden (eben auch vor allem in den großen Unternehmen).
Wie kommt es eigentlich, daß es für Ärzte, Informatiker, Ingenieure einiges einfacher zu sein scheint ?
Als Arzt ist die Sprache / Kommunikation mit den Patienten doch ebenfalls ein wichtiges Kriterium.
Aber fragt sich auch, ob es in den kommenden Jahren noch die Möglichkeit für Ärzte gibt nach Norwegen zu gehen, sobald diese den Ärztemangel beseitigt haben. Denke da wird wohl auch ein einheimischer vorgezogen.
Was macht es für Ingenieure / Wirtschaftsinformatiker / Informatiker etc. so viel einfacher im Ausland eine Anstellung zu finden ?
@Snowstorm : Danke für Deine Ideen.
Tschö
Chriss
ganz so einfach isses nicht!
In vielen Ländern ist z.B Englisch die Sprache der Stunde und nur weil man damit in allen englischsprachigen Ländern auf dem Globus problemlos klar kommt gibt es immer wieder Leute die meinen das reicht dann auch zum Leben und Arbeiten in Norwegen aus. Fakt ist aber, das tut es in den allermeisten Fällen eben nicht. In Norwegen wird norwegisch gesprochen und das gilt nicht nur für Behørden und Privatleben sondern auch für den grøssten Teil des Arbeitsmarktes. Und in den meisten Jobbs mit Kundenkontakt oder halt viel schriftlicher und mündlicher Arbeit werden gute bis sehr gute Norwegisch Kenntnisse verlangt und wie ich finde auch zu recht.
Klar gibt es schlupflöcher und ausnahmen.... Internationale Firmen wo viel Grenzüberschreitend gearbeitet wird und die hauptarbeitssprache englisch ist. Aber glaub mal nicht das in der Kaffeepause die Angestellten da dann auch Englisch reden und auch in solchen Betrieben wird zumeist erwartet das die Angestellten die Landessprache eben erlernen wenn sie sie zu beginn noch nicht fliessend kønnen.
Dann halt Bereiche wo gerade Händeringend ein Mitarbeiter mit speziellen Qualifikatioen gesucht wird und nicht zu bekommen ist. Da wird dann auch schon mal ein Ausländer mit weniger guten Sprachkenntnissen einen Jobb in Norwegen bekommen den er unter normalen Umständen wahrscheinlich nicht bekommen hätte. Das ist dann halt das Gesetz von Angebot und Nachfrage, aber definitiv eher die Ausnahme als die Regel, so das man darauf nicht allzugrosse Hoffnungen setzen sollte.
Was die Ärzte angeht, so wird da grundsätzlich norwegisch in Wort und schrift verlangt und auch das man dieses so schnell wie møglichst intensiviert wenn man erst mal im Land ist. Und logisch - sobald die Norweger das Ärztedefizit aus den eigenen Reihen auffüllen kønnen wird es für Mediziner aus Deutschland recht schwer werden hier ein Bein auf den Boden zu kriegen. Schon jetzt ist es doch so das es immer schwieriger wird für Ausländische Mediziner hier einen Job zu bekommen. Am grøssten sind da die Chancen in den entlegenen Gebieten in Nordnorge, wo kein Norweger hin will. That's life!
Auf den Punkt gebracht, man hat als Ausländer generell Chancen bei den Jobbs, die die Norweger selber nicht machen wollen oder wo sie versäumt haben beizeiten genug eigene Fachkräfte auszubilden. In genau den Bereichen ist es leicht für Ausländische Bewerber einen Jobb zu finden. In all den Bereichen wo die Norweger genug eigene Arbeitskräfte haben und in den Bereichen die halt beliebt sind und die Studienabgänger alle hinstreben ist es für ausländische Bewerber dementsprechend schwer.
Trolljenta