Niedriglöhner nach Norge!?

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Niedriglöhner nach Norge!?

Beitragvon Uwe » Mo, 27. Nov 2006, 0:38

In D sind die Löhne immer mehr im freien Fall. Ob Dienstleistungsbranche wie Friseure, Reinigungs- oder Bewachungsgewerbe, aber auch Landwirtschaft/Gartenbau usw. - teils sind im Osten die Tarif(!)löhne auf 2,80 EUR/h gerutscht. Vernünftige Mindestlöhne wie in F, GB, Benelux (je um/über 8 EUR/h) sind in D nicht zu erwarten, selbst wenn der Wirtschaftsweise Prof. Bofinger auch nur 4,50 EUR empfiehlt, wird schon das als Untergang der dt. Wirtschaft mit Millionen neuen Arbeitslosen wegphantasiert.
Vor diesem Hintergrund ist ein Auswandern aus ökonomischer Sicht nach Norwegen natürlich interessant: Viel weniger als 100 NOK Stundenlohn gibt es dort eher selten. Allerdings sollte man aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten und Steuern (damit meine ich nicht nur die Lohnsteuern!!) von 50% brutto mehr als in D ausgehen, damit die Kasse dauerhaft stimmt. Ausnahmen: Bei sehr kinderreichen Familien mit Alleinverdienern darf es noch etwas mehr mehr sein. Und nehmt als Umrechnungsfaktor nicht 1:8, sondern eher 1:8,2-8,3 (langfristiger Durchschnitt EUR:NOK).
Als Vorbereitung Sprachkurs-CD kaufen, intensives >Selbststudium, ggf. ergänzt durch norweg. Internetradio, Internet-TV. Beim Arbeitsamt auf Mobilitätshilfen achten: Bis 6 Monate sind 260 EUR mtl. als Trennungshilfe drin (wenn die family vorerst zuhause bleibt), ferner werden Anreisekosten und Umzugskosten erstattet. Sind aber alles KANN-Leistungen - der Arbeitsagenturmitarbeiter muss euch aber ausführlich begründen, warum er/sie just euch diese Förderung verweigern will. Ggf. hilft da ein Anwalt auf die Sprünge, denn die Realität ist brutal: eingesparte Fördermittel scheinen die Beförderungschancen der AA-Mitarbeiter zu steigern, hat man manchmal den Eindruck. Mit Anwalt sprudeln dann plötzlich die Geldquellen und man bekommt sogar die Umrüstung des dt. E-Herdes für den norweg. Anschluss bezahlt... (ein mir bekannter Fall, ich De... hab leider dem norweg. Elektiker 80 EUR Stundenlohn und seinem Lehrling 50 EUR/h selber dafür bezahlt...)

Gruesse und lykke til an alle,
Uwe
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Re: Niedriglöhner nach Norge!?

Beitragvon alien » Mo, 27. Nov 2006, 11:45

da ist doch mal ein beitrag dem ich nur zustimmen kann vielleicht liegts ja an denn verschlafenen gewerkschaften in d die nur an die privilegien ihrer beschäftigten mitglieder denken nach dem motto nach mir die sintflut
alien
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Re: Niedriglöhner nach Norge!?

Beitragvon Norbert Kloss » Mi, 29. Nov 2006, 13:06

alien hat geschrieben:da ist doch mal ein beitrag dem ich nur zustimmen kann vielleicht liegts ja an denn verschlafenen gewerkschaften in d die nur an die privilegien ihrer beschäftigten mitglieder denken nach dem motto nach mir die sintflut


Und das ist für mich eine Antwort, die meinen Ausstieg aus der IG Metall rechtfertigt. Ich kann dem Beitrag von Uwe übrigens auch nur zustimmen. Ich bin übrigens Normalverdiener, kein Niedriglöhner, trotzdem sehe ich Auswandern aus ökonomischer Sicht für mich als wahrscheinlichsten Auswanderungsgrund an.

Grüße
Norbert
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Re: Niedriglöhner nach Norge!?

Beitragvon Bjørn » Mi, 29. Nov 2006, 14:27

Es wird nicht allzulange dauern und der Trend der im freien Fall befindlichen Löhne wird auch in N Einzug gehalten haben. Die merkantilen Voraussetzungen hierzu lassen sich nicht wegdiskutieren und daran ändert auch Klassenkampfgeschrei nix:

N ist (noch) klassisches Zuzugsgebiet. Dies gilt insbesondere für Interessenten mit eindeutig wirtschaftlichem Hintergrund. Dieser Trend steigert sich, während die Zahl der z. Vfg. stehenden Arbeitsplätze mittel- und langfristig kontinuierlich abnimmt.

Dies führt zwangsläufig zum gleichen Ergebnis, wie in D: Der Unternehmer greift aus rein ökonomischen Erwägungen auf die Daumenschraube "Lohndumping" zurück um seine Konkurrenzfähigkeit zu behaupten. Dies gilt vornehmlich für Angebote aus dem Billiglohnsektor (Ungelernte, Analphabeten etc.)

Ob, inwieweit und wie lange der norwegische Staat dazu bereit sein wird/will, dieses Manko durch staatliche Subventionen abzupuffern wird letztlich nur von der Staatsräson und ihrer finanziellen Intentionen bestimmt werden.

Den Gewerkschaften dafür in den Hintern zu treten ist einfach daneben.
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Re: Niedriglöhner nach Norge!?

Beitragvon älgen » Do, 30. Nov 2006, 4:27

Bjørn hat geschrieben:Den Gewerkschaften dafür in den Hintern zu treten ist einfach daneben.

Ist es nicht!

Die Gewerkschaften treiben allzu oft nämlich lieber einen Betrieb in den Ruin, statt zumindest in Einzelfällen z.B. auch mal einem (sowohl vom Betriebsrat als auch von allen Beschäftigten gewünschten!) zeitlich befristeten Lohnverzicht zuzustimen.

Mir ist persönlich ein Fall bekannt, wo genau dies geschehen ist: Die Firma war kurzfristig in Finanznöte geraten, und sowohl der Betriebsrat als auch alle (damals noch gewerkschaftlich organisierten) Beschäftigten wollten deshalb zeitweilig auf einen Teil ihres Lohnes verzichten, um die Fima zu retten. Das hätte jedoch auch noch von der Gewerkschaft genehmigt werden müssen. Doch wegen der starren, ablehnenden Haltung der Gewerkschaft mußte die Firma bald darauf Konkurs anmelden, und alle Beschäftigten verloren ihren Arbeitsplatz.

Die anschließende Antwort des dafür verantwortlichen Gewerkschafts-Fuzzies: "Es sei natürlich bedauerlich, daß die Beschäftigten nun ihren Arbeisplatz verloren haben. Aber immerhin haben wir (die Gewerkschaft) einen Verstoß gegen den Flächentarifvertrag verhindert."

Der Gewerkschafts-Fuzzie war also sogar noch Stolz auf seinen "Erfolg"! :shocked!: Die arbeitslos gewordenen Beschäftigten sind verständlicher Weise anschließend alle aus der Gewerkschaft ausgetreten. 8)

Und sowas ist leider beileibe kein Einzelfall!

Natürlich sind die Gewerkschaften nicht an allem Schuld. Aber durch sture Paragraphen-Reiterei wie in obigem Beispiel sind sie allzuoft mit Schuld an der Misere. :evil:
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