Beispiel 1 : 6-köpfige Familie (4 Kinder), Familieneinkommen 750000 NOK, Alleinverdiener (einer muss sich ja um die 4 Kinder kümmern), Stkl. 2, Jahressteuer: 266864 NOK
Beispiel 2: 2-köpfige Familie (kinderloses Ehepaar), Familieneinkommen 750000 NOK
(je 375.000 NOK, beide Stkl. 1) Jahressteuer 216768 NOK
Der norwegische Staat zieht also bei gleichem Familieneinkommen der Großfamilie 50096 NOk mehr Steuern aus der Tasche als dem kinderlosen Ehepaar! Selbst mit dem norwegischen Kindergeld für 4 Kinder in Höhe von 46560 bleibt der 6-köpfigen unterm Strich weniger übrig!
Auch bei der Rente dasselbe Spielchen: Beide Beispielfamilien bezahlen die exakt gleiche Rentenabgabe monatlich, da es keine Beitragsbemessungsgrenze wie in D gibt. Nur mit dem Unterschied, dass die Familie, die 4 Kinder großgezogen hat, für die gleichen Beiträge auch noch weniger Rente erhält: Der zuhause gebliebene Partner erhält zwar geringwertige Erziehungszeiten für die Rente, aber bei Gutverdienern erhöht sich die Rente nicht linear, sondern kaum noch.
Unterm Strich bleibt ihnen trotz gleicher Beitragszahlung und trotz Grossziehens von 4 Kindern (=4 Rentenzahler) weniger Rente!
Fazit: Wer mehrere Kinder hat, wird es in Norge schwer haben, wenn nicht beide Eltern voll arbeiten. Das Kindergeld stagniert seit Jahren, Erhöhung nicht in Sicht und ab 18 ist Schluss damit. Kontantstøtte steht auf der Abschussliste, Kindergartengebühren sollen wieder kräftig steigen. Baukindergeld oder Ortszuschläge für Kinder: undenkbar! Durch hohe Mehrwertsteuern werden Großfamilien mit hoher Konsumquote weiter gemolken, ebenso bei großfamiliengerechten Autos,, die bei gleicher PS-Zahl oft ein Mehrfaches kosten als normale PKW..Und wer auf soziale Eintrittspreise für Familien/Kinder hofft: Hier im Hallenbad zahle ich für nen 3-Jährigen 65% des Erwachsenenpreises, unsere 10-Jährige kostet schon 83% und das Familienticket ist in Wahrheit für uns teurer als die Einzelpreise…
Also liebe Familien: Gut rechnen, bevor ihr nach Norge auswandert! Und ja, laut Studien fæhrt man in Frankreich mit kids besser – und wer Skandinavien mag: auch Dänemark, Schweden und Island sind für (grøssere) Familien angeblich besser.
Grüsse,
Uwe



