@ Michalke
Selbstverständlich ist es möglich die deutsche Mehrwertsteuer zurückerstattet zu bekommen bzw. gar nicht erst zu bezahlen. Dazu ist auch keine Gründung einer norwegischen AS oder sonstige Hilfskonstruktion erforderlich, das Auto muß nur beim Kauf von vornherein nach Norwegen ausgeführt und geliefert werden.
Das ist auch bei Gebrauchtwagen möglich, nicht nur bei Neufahrzeugen.
Bei der Einfuhr ist dann natürlich der deutsche Nettopreis maßgeblich für die Festsetzung der norwegischen Einfuhrumsatzsteuer (=Mehrwertsteuer), dazu kommt allerdings noch die Summe der Transportkosten wenn das Auto etwa durch einen Spediteur geliefert wird.
Allerdings ist es natürlich
nicht möglich das Auto unter dieser Voraussetzung noch in Deutschland zuzulassen und dann erstmal eine Weile mit deutschen Kennzeichen in Norwegen oder sonstwo zu fahren, das muß dann schon direkt nach Norwegen geliefert werden - eines von beiden Sparmodellen kann nur klappen, nicht beide gleichzeitig.
Ich bin nicht up to date ob es möglich ist (oder richtiger wie es möglich ist) das Auto in dem Fall mit Exportkennzeichen auf eigener Achse nach Norwegen zu bringen. Mit einem normalen "Probe- und Überführungsfahrten"-Kennzeichen ist das jedenfalls nicht zulässig, das wird von Norwegen und praktisch allen anderen Staaten (auch in der EU) nicht anerkannt. Es sollte aber beispielsweise möglich sein so ein Auto mit deutschen Kuezzeitkennzeichen nach Kiel zur Colorline zu schaffen, ohne Kennzeichen auf die Fähre zu bringen, in Oslo zu verzollen und sich ein norwegisches Kurzzeitkennzeichen zu besorgen und es dann auf eigener Achse zum norwegischen Bestimmungsort zu bringen und da zuzulassen.
In Norwegen ist dann vor der Zulassung natürlich die volle Steuer - also die Engangsavgift und die Mehrwertsteuer (und noch etwas Kleinkram) fällig.
@ Björn-Einar
Vollkommen richtig, das norwegische Auto-Steuersystem darf so wie es heute ist wohl mit Fug und Recht als "wasserdicht" bezeichnet werden und die norwegische Engangsavgift ist ausgesprochen heftig. Ein Stück weit kann man natürlich jede Steuer als "Abzocke" empfinden. Im Unterschied zu deutschen Steuern finde ich dieses System wenigstens in diesem Falle aber eigentlich schon gerecht, mindestens insofern nämlich als es wirklich alle gleich trifft und nicht tausend trickreiche Schlupflöcher vorhält.
Genau das ist es nämlich was m.E. Otto Normalverdiener mit Recht in Deutschland in Sachen Steuern auf die Palme bringt - der normale Empfänger von Lohn oder Gehalt ist mit seinen Einkommenssteuern und mit seinem Anteil an der Umsatzsteuer auf jeden Fall dran, letztlich sogar als Empfänger von Arbeitslosengeld usw. oder als Geringverdiener. Wer dagegen über genügend Vermögen, Firmen, Auslandsbeziehungen und Berater verfügt hat sogar reelle Chancen netto Empfänger von Steuern in Form von Subventionen zu werden - aus einem Dschungel in dem selbst diejenigen die ihn gepflanzt haben nicht mehr wirklich durchblicken
alsterix