MarkusD hat geschrieben:Versicherungen die dann mit fadenscheinigen (weil es so irgendwo im berühmten „Kleingedruckten“ steht) Argumenten nicht einspringen wollen, da würde mir auch mehr als nur der Kragen platzen. Und dass dann ernsthaft solche Summen aufgerufen werden es euch zu ermöglichen ca. 1.400 km von Oslo nach Hause zurück zu legen. Da lugt doch schon mehr als nur eine dreiste Ausnutzung eurer Lage hervor.
Ja also mit sowas kann man echt nicht rechnen... Weder mit einer Versicherung, die sich so stellt und jede Hilfe verweigert, noch damit, dass Norweger keine Leihwagen nach Deutschland vergeben
Mittwoch, 7.1.26
Heute kein schlimmer Anruf, wir haben alle einigermaßen beruhigt geschlafen, doch als ich schon um sechs Uhr aufwache geht mein Kopfkino los. Es ist echt schade, dass wir das hier - wo es ja eigentlich echt schön ist - gar nicht genießen können. Wir sind ständig am Telefonieren, Organisieren, Ausfüllen… man kommt gar nicht richtig zur Ruhe, mit dieser Ungewissheit kann man auch nicht wirklich entspannen. Ich bin froh, als ich meine Hunderunde am Morgen mache, das macht den Kopf bei -13 Grad schön frei, das Licht ist herrlich, es schneit.

Auch heute hole ich mir einen Kaffee bei der Tanke und bekomme nach einem kurzen Gespräch mit der netten Frau einen kleinen Rabatt. Immerhin
Wir frühstücken und ich mache mir noch eine Liste, was alles erledigt und was noch aus dem Auto geholt werden muss. Da das Leihauto viel (!) kleiner ist, müssen wir von unseren fünf Dachboxtaschen zwei im Auto zurück lassen (zusammen mit ALLEM restlichen Gepäck!) - d.h. umpacken und gleich schon die Rucksäcke für die Fähre packen.
So, jetzt aber nochmal raus. Die Kinder wollen unbedingt wieder auf dem Golfplatz toben, also spazieren wir rüber. Es ist wunderwunderschön, das Licht, der Schnee auf den Bäumen, der jeden einzelnen Ast sichtbar macht, die Kinder und der Hund rennen und toben ausgelassen um die Wette. Bisher ein richtig schöner Tag.


Auf dem Rückweg schauen wir bei Markus an der Rezeption vorbei, um ihn über unsere Abreise um sechs Uhr morgens zu informieren. Auch heute erzählen wir wieder sehr lange und da seine Hündin sehnsüchtig durch die Scheibe unseren Hund anhimmelt, gehen wir alle raus, die Hunde rennen, die Kinder verausgaben sich auf dem Spielplatz und wir quatschen.
Dann wird‘s Zeit, wir müssen noch was essen, bevor wir den Mietwagen holen. Kurz nach zwei kommt das über App gebuchte Taxi und bringt meinen Mann und mich in einer Stunde nach Gardermoen.
Zwanzig Minuten müssen wir in der Schlange warten, dann legen wir per Handy unsere Reservierung vor. Nach ein bisschen hin und her und Getippe auf dem PC will der Hertz-Mensch wissen, ob wir den Wagen wieder hier abgeben. Auf unsere Antwort, dass der in Deutschland zurückgegeben wird, sagt er nur, das sei verboten, das geht nicht. Äh doch, wir haben das schriftlich. Nein das geht nicht, das ist verboten.
Bald, ganz bald, bekomme ich entweder einen Herzinfarkt, einen Nervenzusammenbruch oder ich muss jemanden töten!
Ich sage wieder „doch, wir zahlen einen Haufen Geld, damit das klappt, glauben Sie da steht zum Spaß so ein Wahnsinnsbetrag für drei Tage Mietwagen?“ Er muss seine Chefin holen. Die wiederholt dann: „Das geht nicht, das ist verboten.“ Ich schlage nur die Hände vorm Gesicht zusammen, mir wird kotzeübel und mir sacken die Knie weg. Ich wiederhole wie eine leiernde Schallplatte „das kann nicht sein“. Wir erklären eindringlich unsere Situation mit der Panne, den Kindern, dass wir festsitzen, seit zwei Tagen nur am Telefonieren und Organisieren sind und das die einzige Option ist. Ich zeige ihr die Bestätigung (die ist aber leider von der HUK, die Hertz-Niederlassung am Flughafen wird zwar schriftlich erwähnt, aber leider nicht der Name des Mitarbeiters, mit dem dies vereinbart wurde). Sie ziehen sich zurück zum Besprechen. Ich schaue mich schon mal nach einer Kotztüte um. Sie kommen zurück „we will make it possible for you“.
Okay, jetzt kann ich wieder Luft holen. Da alles außerhalb des Standards ist, dauert das Anlegen des Vertrages ewig und klappt nicht wirklich - die deutsche Abgabestation kann nicht eingegeben werden. Egal, wir machen das so. Jetzt geht es ans Bezahlen. Die Kreditkarte meines Mannes funktioniert nicht. Meine auch nicht, die EC-Karte auch nicht. Hey echt jetzt? Nachdenken - okay, das liegt am Limit (denn der Betrag MIT Kaution übersteigt 5.000 €). Ich bitte ihn, den Betrag in zwei Teilzahlungen zu splitten. Geht nicht, der Computer hat einen Vorgang, das kann man nicht teilen. Schöne neue Welt! Wir rufen bei der Sparkasse in Deutschland an, erklären mal wieder unsere bescheidene Lage. Natürlich muss ich für die Erhöhung des Limits zum Identitätsabgleich einige Fragen beantworten. Als die Dame dann hört, dass wir selbstständig sind, sagt sie "oh - dann geht das aber nicht telefonisch." All das, was mir in diesem Moment durch den Kopf geht, möchte ich nicht niederschreiben für den Fall, das dies mal ein Kind liest... Ich überzeuge die Dame letztendlich mit dem Argument, dass wir beide Arbeitsverträge mit der GmbH haben und somit eigentlich angestellt sind und bitte sie, doch einfach mal auf's Konto zu schauen, damit sie sieht: sie geht kein Risiko ein. Ich kann hören, wie sie beide Augen zudrückt





