Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Fr, 03. Jun 2022, 19:13

Donnerstag, 9. Juni 2016, 09:00 Uhr, 9 Grad, bewölkt, mäßiger Nordwind, Fahrt von Malvik/Trondheim nach Kristiansund, 218 Kilometer

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Letzte Nacht war richtig schön, nichts hat am Dach geklappert, weil wir uns warm genug angezogen haben, haben auch wir nicht geklappert. Wir haben die heutige Abfahrt ruhig angegangen.

Das Wetter war gnädig mit uns, die Vorhersage war feuchter angesagt. Nichts dergleichen. Dennoch haben wir drinnen gefrühstückt. Danach die übliche Abfahrtroutine, ich bin für Wohnwagen außen und Auto zuständig, Gerti für Wohnwagen innen. Das klappt ganz prima.

Wir verabschieden uns von den CP-Nachbarn und fahren auf die E 6 Richtung Trondheim, danach Richtung Oslo. Trondheim ist die drittgrößte Stadt Norwegens, auf der Autobahn rund um Trondheim sind viele Unternehmen, Industrie, Hotels, Einkaufszentren angesiedelt, der Verkehr war stärker als gewohnt.
Wir zahlen permanent Maut, die automatisch von meinem Konto abgebucht wird. Mal 40 NOK, mal 120 NOK, wird ja angezeigt, was später auf der Rechnung steht. Unser PKW-Kennzeichen habe ich bereits vor der Reise registrieren lassen. Natürlich auch das Konto hinterlegt, von dem die Gebühren abgebucht werden sollen.

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Bei Orkanger an der E 39 haben wir uns verfranzt. Wir, das sind Navi, Verkehrs- und Umleitungsbeschilderung, natürlicher Menschenverstand etc. vs. Straßenbreite und Zustand. Das Navi leitet uns auf eine kleine Straße, angeblich die E 39, eine Europastraße, vergleichbar mit unseren Bundesstraßen. Bis Gerti die Landkarte gezückt hat, dauerte es eine Weile, das Mädel vom Navi war fest davon überzeugt, dass die kleine Straße, in die sie uns geschickt hat, die Richtige ist.

Nicht mit mir, ich dachte, gleich im Hinterhof eines Anwesens zu landen. Also zurück zur letzten Kreuzung und neu einfädeln. Wieder verfranzen wir uns. Dann finden wir lt. Landkarte eine Straße, die passen könnte, um zur E 39 zu kommen, fahren durch eine schöne Landschaft, vorbei an Seen und durch eine schöne Vorgebirgsgegend. Kein Auto weit und breit, weder mit uns, noch gegen uns. Dann plötzlich der Hinweis an einer Kreuzung, links abzubiegen und der E 39 zu folgen. Wir sind wieder auf der E 39, die uns Richtung Alesund/Kristiansund bringen wird.

Es regnet immer wieder auf einem Teil der Tagesetappe. Längere Zeit fahren wir an Fjorden entlang, die Straße ist z. T. an Brücken gerade mal 5 Meter breit. Nicht nur an Brücken ist bei Gegenverkehr von LKW eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich.

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In den Fjorden wird Käfig-Fischzucht betrieben, in kleinen Ortschaften werden Rorbuer-Fischerhütten mit Motorbooten vermietet. Weil Niedrigwasser ist, die Temperatur gerade mal 10 Grad ist, der Wind die gefühlte Temperatur noch weiter nach unten drückt, kaum Gespann-taugliche Parkplätze am Weg lagen, haben auch heute die Fische vor meinen Nachstellungen eine Ruhe.
Um 13:30 Uhr stehen wir vor der Fähre Halsa -> Kannestraum.

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Die Überfahrt kostet 303 NOK/33 € und dauert etwa 14 Minuten. Danach geht es im Pulk weiter Richtung Gjemnes, dort zweigt die Straße 70 nach Kristiansund ab, die wir nehmen.

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Durch einen 5,1 Kilometer langen Tunnel unter dem Kvernes-Fjord und über zwei Brücken erreichen wir um 15:00 Uhr den CP Atlanten Turistsenter in Kristiansund, checken für zwei Tage um 370 NOK (günstig) ein und beziehen einen Platz mit freier Süd-Ausrichtung, um TV Betrieb zu haben. WIFI ist nur im Bereich der Rezeption möglich.

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Wir stellen auf, richten den SAT-Dom ein, machen Brotzeit. Kurz darauf kommt der CP-Nachbar vom Malvik an, der auch die Route nach Westen bis Bud vorhatte, zu fahren.

Es ist etwas wärmer geworden, wir stehen auch windgeschützter, als in Malvik, wo wir dem Wind die Breitseite zeigten. Wir machen noch einen kurzen Spaziergang um den CP, finden einen Hinweis auf einen Wanderweg zu den Klippen und gehen ihn.

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An den Klippen angekommen, sehen wir keine 30 Meter entfernt eine Rehgeiß, die nicht sofort wegspringt, sondern gelassen stehen bleibt, und sich fotografieren lässt.

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Gerti gräbt kleine Bäumchen aus, die den Weg nach München finden werden. Zum Abendessen ziehen wir in den Wohnwagen um. Ich schreibe jetzt um 21:00 Uhr am Reisebericht, vorher haben wir uns die Reiseführer zum Thema Kristiansund vorgenommen, das wir Morgen mit den Rädern besuchen werden.
Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Fr, 03. Jun 2022, 19:34

Freitag, 10. Juni 2016, 09:30 Uhr, 13 Grad, Sonne und Wolken, Tendenz Sonne

Wir hatten eine ruhige Nacht, ich teste am Morgen die Sanitäranlagen, eher nichts gescheites. Dusche ohne Zeitlimit frei, ohne Entlüftung innerhalb von Sekunden 100 % Luftfeuchtigkeit.
Gut für die Lungen. Zähneputzen im Lokus-Handwaschbecken ohne Strom für den Föhn. Nicht mit mir. Ich gehe in den Behinderten-Waschraum und mache mich fit für den Tag.

Nach dem Frühstück (drinnen) hole ich die Räder vom Dach, wir fahren runter nach Kristiansund und beginnen die Besichtigung im Hafen. Die Mellom Werft ist seit 1867 in Betrieb und Spezialisiert auf den Bau und die Wartung von Segelschiffen.

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Früher wurden mit diesen Segelbooten die Klippfische von Kristiansund in den Süden verschifft.
Nachdem die Klippfisch-Last in Spanien gelöscht war, wurde Erde als Ballast mit nach Norden genommen, die am heutigen Friedhof liegt.

Mehrere alte und reparaturbedürftige Motor- und Segelschiffe liegen im Trockendock und werden wieder hergestellt. In alter Bootsbautechnik.

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Der Rumpf eines Dreimasters ist besonders schön restauriert, an den Masten wird gerade gearbeitet. Wir fahren die gesamte Hafenanlage bis zum Ende, hier ist auch ein Hurtigruten-Terminal, danach geht es wieder bergauf zum 78 Meter hohen Wachturm mit 360 Grad Rundumsicht über Kristiansund, das auf drei Inseln im Atlantik liegt.

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Unterwegs sahen wir diesen eindrucksvollen Rehbock.

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Kristiansund war der Hauptproduzent von Klippfisch.
Klippfisch deshalb, weil Dorsch, Seelachs, Leng und Lumb (alles Meeresfische der Region) nach dem ausnehmen halb aufgeschnitten auf den felsigen Kippen getrocknet wurden.

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Anders als auf den Lofoten, wo zwei Fische am Schwanz zusammengebunden werden und auf Trockengestellen luftgetrocknet werden. Die damaligen Klippfischfelsen sind zwischenzeitlich alle mit Wohnhäusern bebaut.

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Beim SPAR-Supermarkt haben wir noch Frischwaren eingekauft und sind zum CP zurückgefahren. Ich habe meine Fischsachen zusammengepackt und bin auf die etwa 2 Kilometer entfernten Klippen im Norden Kristiansunds gegangen. Das Wasser lief auf, viele kleine Seelachse haben sich am Blinker vergriffen, ein größerer Seelachs mit etwa 4 Kilo Gewicht musste sein Leben lassen und wurde zum Abendessen am Grill zubereitet. Mit Kartoffeln, dazu Tomatensalat. Der heute am Markt gekaufte, selbstgemachte Senf schmeckt sehr gut zum Seelachs.

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Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Fr, 03. Jun 2022, 19:36

Da habe ich doch noch in der Eile den Rest des Tages vergessen:

Ein Hurtigruten-Schiff südgehend ist in Kristiansund eingelaufen, ich habe es gesehen, Gerti hat am CP das Horn beim ein- und auslaufen gehört.
Die Fahrräder wurden zwischenzeitlich wieder am Dach verstaut, die Autoscheiben vom gelben Pollenstaub befreit. Morgen fahren wir über die Atlantikstraße nach Bud, einem kleinen Fischerort an der nord-westlichen Küste von Norwegen. Im Fernsehen hat die EURO 2016 begonnen, die Welt dreht sich wieder um den Ball. Brot und Spiele wird wieder zelebriert, Frankreich braucht Ablenkung von der miserablen wirtschaftlich/politischen Entwicklung und dem Rechtsdruck. Der Brexit steht vor der Türe, GB’s Widerstand gegen die Brüsseler Politik, ich kann sie verstehen, die Briten. Man wird sehen, wie er ausgeht.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Fr, 03. Jun 2022, 20:00

Samstag, 11. Juni 2016, 09:00 Uhr, 10 Grad, blauer Himmel, fast windstill. Wir fahren von Kristiansund nach Bud.

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Auch wenn uns Kristiansund ganz gut gefallen hat, unsere Reise geht weiter, Richtung Westen.
Nach einem gemütlichen Frühstück, weil es zu kalt war, leider drinnen, gehen wir um 10:00 Uhr auf die Reise.

Keinen Kilometer vom CP entfernt biegen wir nach einem Kreisverkehr in den Atlanterhavstunnelen ab, er ist 5,7 Kilometer lang, führt mit 10 % Gefälle, das 2,5 Kilometer anhält unter einem Fjord zu Insel Averoya. Ganz unten, an der Scheitelzone, ist blaue Beleuchtung, mystisch, dann geht es wieder mit 10 % nach oben.

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Nach dem Tunnelausgang kommt eine Mautstation, wir bezahlen 130 NOK. Danach fahren wir weiter auf der Straße 64 nach Westen und sind einige Zeit später auf der Atlantikstraße, die etwa 8 Kilometer direkt am und über Brücken über das Meer führt. Wir sind sie schon 2011 bei unserer letzten Norwegenreise gefahren. Wir haben Glück und finden für das Gespann einen Parkplatz.

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Weil ich gestern schon eine schwerere Angel für das fischen von einer Atlantikstraßenbrücke fertiggemacht habe, war ich kurz darauf bei auflaufendem Wasser am arbeiten. Einige kleinere Seelachsee wurden gefangen, machten eine Luftreise nach oben, wurden abgehakt und durften wieder 20 Meter tiefer ins strömende Wasser zurück. Wie auch vor 5 Jahren habe ich nichts Brauchbares gefangen.

Um 13:00 Uhr haben mir meine Arme vom fischen mit schwerem Gerät so geschmerzt, dass ich zu Gerti zurückgegangen bin, die im Sonnenschein und Wind geschützt die schöne Aussicht auf Meer und Gebirge genossen hat. Danach fahren wir die Straße 663 bis Farstad und die kleine Küstenstraße weiter nach Bud. Die Gegend sieht landseitig aus wie bei uns in Oberbayern, grüne Wiesen, Berge, Kühe und Schafe. Hier kommt noch der Atlantik mit seinen vielen Buchten, die wg. Ebbe trockengefallen sind, dazu.

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In Bud angekommen finden wir den Pluscamp CP Bud, den wir schon kennen, ich checke für zwei Nächte ein. Wir suchen uns einen geeigneten Platz, stellen den PKW so, dass er als Windschutz wirkt, der wieder ganz gut zugelegt hat und aus Norden kalte Luft bringt. Nach einer Brotzeit im prallen Sonnenschein schauen wir uns die sanitären Anlagen an, erkennen, dass die Waschmaschine bald frei wird und nutzen die Gelegenheit. Wind und Sonne trocknen die Wäsche bis abends.
Wir grillen zwei Minutensteaks, Zucchini und Kartoffeln, die wir im Windschutz des Wohnwagens im Sonnenlicht essen.

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Irgendwann um 21:00 Uhr ziehen wir uns in den Wohnwagen zurück, viele andere Camper sitzen eingehüllt noch draußen.

Im Fernsehen läuft gerade das Spiel ENG : RUS, ich schreibe unsere Erlebnisse, Gerti strickt. Wir haben wieder free WIFI, wir konnten die vielen Mails als Feedback unserer Reiseberichte lesen, über die wir uns sehr gefreut haben.
Ihr Lieben zuhause, ihr geht uns schon auch etwas ab! Aber wir sind halt wieder auf der Walz, und die hält noch einige Wochen an.
In den Nachrichten sehen wir, wie sich in Marseille die „Fans“ die Köpfe einschlagen, Flaschen und Boulevardmöbel fliegen. Polizei setzt Tränengas ein. Toll, diese Fans. Um 22:30 Uhr macht sich die Sonne gemächlich auf dem Weg zur Ruhe.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Fr, 03. Jun 2022, 20:23

Sonntag, 12. Juni 2016, ganztägig Sonne und kühler Nordwind, max. 13 Grad warm, Wanderung rund Bud

Wir frühstücken bei herrlichem Sonnenschein draußen. Danach wandern wir immer an der Küste entlang rund Bud, etwa 4 Kilometer.

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Kommen am Bud-Museum vorbei, der Küstenbefestigungsanlage Ergan, die ein wichtiger Eckpfeiler am Atlantikwall während der deutschen Besetzung war.

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Wir waren bereits im Museum, haben es diesmal nicht mehr angesehen. Unterwegs sehen wir zwei Fischadler, leider etwas weit entfernt für gute Bilder. Mit dem Fernglas konnten wir sie ganz gut beobachten.

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Nach unserer Rundwanderung haben wir Brotzeit gemacht und ein wenig in der Sonne Augenpflege betrieben. Irgendwann wurde die Strahlungswärme geringer, wir haben uns wieder was angezogen.
Zu Abend haben wir gegrillt, Hühnerbeine mit Gemüsereis, wir haben im Windschatten des Wohnwagens gegessen. Vorher ist ein Hurtigruten Schiff, die Nordnorge, vor Bud durchgelaufen.

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Heute Abend werden wir das Fußballspiel GER : UKR ansehen, der Bessere möge gewinnen.
Wir gehen Morgen wieder auf die Walz, fahren nach Molde, danach weiter auf der Straße 64 nach Andalsnes, wo wir die Trollstiegen-Wand fahren und ggf. eine Rauma-Bahnfahrt machen wollen. So steht es im Roadbook, das ich im Winter aufgestellt habe.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Sa, 04. Jun 2022, 11:26

Montag, 13. Juni 2016, sonnig, 15 Grad, Nordwind, Fahrt von Bud über Molde und Straße RV 61 nach Andesnes

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Gestern kurz vom zu Bett gehen um 23:35, ist das Hurtigruten-Schiff Midnatsol vor dem CP vorbeigefahren. Still und Majestätisch.
Wir hatten eine ruhige Nacht. Weil es nicht mehr so kalt ist, konnten wir auf eine zweite „Schlafzwiebel“ verzichten. Aber wie immer war um 08:30 Uhr die Nacht um. Die Sonne scheint mir ins Gesicht, als ich das Rollo hochgezogen habe. 5 Minuten Sonnenschein-tanken – und los geht der Tag. Duschen, Frühstücken, anspannen.

Wir haben heute bis Andalsnes etwa 90 Kilometer zu fahren. Abfahrt um 10:10 Uhr bei herrlichem Sonnenschein und 15 Grad Wärme. Seit langer Zeit haben wir wieder kurze Hemden an, der Tag verspricht bis zu 18 Grad warm zu werden.
Wir fahren auf der Straße 64 nach Molde, viele neue Häuser und Industrieansiedelungen liegen am Wegrand. In Molde biegen wir ab auf die 64 Richtung Andalsnes.

Kurz nach Molde fahren wir in den Fannefjord Tunnel, der knapp 3 Kilometer lang ist. Weiter geht es durch Bauernland am Fjord, Wiesen werden gemäht und eingetütet, Schafe und Rinder gezüchtet. Vor uns sehen wir die hohen, weißen Berge, die wir bald durchfahren werden.

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Danach fahren wir mit der Fähre über den Langfjord von Veoy nach Afanes, weiter am Ufer des Isfjorden entlang nach Andalsnes.

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Etwa 3 Kilometer östlich an der E 136 liegt der CP Mjelva, den wir um 12:20 Uhr erreichen. Wir checken für zwei Tage ein, bezahlen 440 NOK und finden einen schönen Stellplatz mit Blick auf die schneebedeckten Berge. Internet ist frei, der SAT-Dom findet den Astra 1 Satelliten, wir können die Nachrichten und die Fußballspiele verfolgen.

Nach einer kurzen Brotzeit wollen wir die Trollstigen Straße befahren, die keine 30 Kilometer vom CP entfernt, beginnt. Wir fahren bergaufwärts durch ein weites Tal, der Fluss Rauma begleitet uns, üppige grüne Wiesen und Bäume sind am Wegesrand. Je höher wir kommen, desto niedriger wird die Vegetation. Wir sehen vor uns die Trollwand, durch die der Trollsteig führt. Am Parkplatz vor dem Anstieg bleiben wir stehen und betrachten das grandiose Panorama, zwei Wasserfälle, gespeist von Schneemassen auf den Bergen, stürzen fast senkrecht zu Tal.

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Die Fahrt über viele Serpentinen, 800 Höhenmeter auf schmaler Straße nach oben, war sehr schön.

Immer wieder machten wir Bilderstopps, um die Naturschönheiten zu fotografieren bzw. zu filmen.
Oben am großen Parkplatz angekommen, wandern wir zur Aussichtsplattform und genießen den grandiosen Ausblick ins Tal hinunter bis Andalsnes.
Natürlich sind wir nicht alleine. Busse mit Weltbürgern, Wohnmobilisten und Autotouristen haben die Trollstigen auf dem Besuchsplan, Asiaten wuseln durch die Gegend, meist mit Handy am Stock bewaffnet. Wir sind etwa eine Stunde oben, nehmen die Stimmung auf, die einmalig ist.

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Dann fahren wir die nicht ganz so steile Straße 63 das Valldal hinab, vorbei an großen Erdbeerplantagen, die bewässert werden, nach Valldal (Sylte), kaufen ein und machen Kaffeepause.

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Ein kleiner Rundgang am Tafjord entlang und schon fahren wir wieder bergan. Wir lassen es gemütlich angehen, uns nicht hetzen lassen. Auch wenn jetzt um 17:00 Uhr wenig Verkehr ist, lassen wir die wenigen Autos überholen, um unser eigenes Tempo und die Fotopausen zu bestimmen.

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Wir klettern vom grünen Tal ins karge Gebirge auf 850 Höhenmeter, wo kein Baum oder Strauch mehr wächst, fahren dann die Serpentinen des Trollsteiges wieder im 2. Gang hinunter, am Talgrund die letzten 30 Kilometer zurück zum CP.

Nach soviel Auf und Ab und vielen Kurven brauche ich eine Stärkung. Es ist fast 19:00 Uhr, als wir ankamen, die Sonne scheint, wärmt uns, der Wind ist ertragbar, 18 Grad ist es warm. Unser Abendessen nehmen wir draußen im Sonnenlicht zu uns, bewundern die Berge rundherum.

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Später habe ich 300 Bilder und 60 Videosequenzen heruntergeladen, wir haben sie angesehen. An meinem Reisebericht arbeite ich jetzt um 23:50 immer noch. Denn Morgen ist ein neuer Tag und neue Erlebnisse warten auf uns.
Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Sa, 04. Jun 2022, 11:40

Dienstag, 14. Juni 2016, 09:00 Uhr, blauer Himmel, 10 Grad, PKW-Ausflug nach Andalsnes, gef. 10 Kilometer

Wir warten mit dem aufstehen, bis die Sonne in den Wohnwagen scheint. Danach die übliche Routine. Frühstück in kurzer Hose und kurzem Hemd bzw. Bluse im Sonnenschein. Wir schauen auf verschneite Berge vor uns, hinter uns ist eine Felswand, ca. 500 Meter hoch. Alpin-feeling am Fjord.

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Zuerst fahren wir nach Andalsnes zum i-Punkt, um uns weiter zu informieren.
Auf dem Weg dorthin fällt mir ein, dass ich im Vorfeld der Reiseplanung eine Wanderung auf den Neskasla, 715 Meter hoch mit schöner Aussicht rausgesucht habe.

Auf dem Weg zum i-Punkt finden wir den Einstieg, fahren dann zum i-Punkt, machen eine Andalsnes Runde, kaufen beim SPAR Semmeln und Wurst für eine Brotzeit ein.

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So gerüstet fahren wir zum „Einstieg“ zurück, ziehen unsere Bergstiefel an, ziehen die Gehhilfen, gemeint sind die Wanderstöcke in die richtige Länge, und machen uns auf den Weg nach oben. Herrliches Wanderwetter haben wir heute. Es geht permanent gaach nach oben,

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zum Teil über Stahlrampen, meist im offenen Wald mit Aussicht in den Romsdalenfjord, den Rauma River und auf Andalsnes.

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Nach zwei Stunden waren wir oben, schauen von der Aussichtsplattform in die Gebirgs- und Fjordrunde. Einfach schön, schneebedecktes Gebirge am Meer, dazu herrlich blauer Himmel und ein lindes Lüftchen.

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Wir machen Brotzeit und sind in 1 ¼ Stunden, gelobt sei die eigene Schwerkraft, die einen nach unten zieht, wieder am Auto.

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Wir tanken voll für die weitere Reise. Wir sind im Zeitplan, den wir uns aufgestellt haben.

Morgen werden wir nach Skodje, das liegt am Storfjord nahe bei Alesund fahren, dort habe ich vor, ein Motorboot zu mieten und den etwas größeren Fischen auf den Pelz zu rücken. Wie immer die Pirsch ausgehen wird, wer weiß.
Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Sa, 04. Jun 2022, 11:54

Mittwoch, 15. Juni 2016, 09:00 Uhr aufstehen, 16 Grad, blauer Himmel, Fahrt von Andalsnes nach Skodje

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Heute ist wieder ein kurzer Fahrtag, etwa 80 Kilometer meist an den Fjorden entlang sind zu bewältigen.
Der kleine CP Solnorvika Fritid bei Skodje, den ich ausgewählt habe, hat nur wenige Stellplätze, wir hoffen, dass wir einen davon bekommen.

Wir fahren nach einem gemütlichen Frühstück erst um 10:45 Uhr vom Mjelva CP los, bei einem großen Supermarkt geben wir das Leergut ab und kaufen Polser (Grillwürste) und Frischwaren ein. Dann fahren wir auf der Straße 136 in Richtung Alesund. Nach den ersten Kilometern kommt ein 6 Kilometer langer Tunnel, danach einer mit 3 und später einer mit 4 Kilometern.

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Über den Tresfjord wurde eine neue Brücke gebaut, wir sehen im Norden die Stadt Molde im Sonnenlicht.

Danach geht die Fahrt etwas über Land, die Landschaft ist gewaltig, wie in der Schweiz. Der Blick geht auf hohe, schneebedeckte Berge.

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Vorbei an einem Wintersportort (290 Meter über NN) mit Skilift und vielen Ferienhütten geht die Fahrt wieder hinunter zum Storfjord.
Nach ein paar Kilometern erreichen wir den CP, bleiben davor stehen und sprechen mit dem Besitzer, der ganz gut deutsch spricht. Wir beziehen einen Stellplatz mit Fjordsicht, haben SAT-Empfang, Internet hat auch funktioniert.

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Nach dem aufbauen haben wir bei Sonnenschein und wenig Wind Brotzeit gemacht.
Ich habe meine Angeln zusammengesteckt und zum fischen fertig gemacht. Nach einem Rundgang über den kleinen CP, der einen Fisch-Filetierplatz hat, bei dem ein Fischer gerade 6 größere Seelachse zerlegt hat, bin ich zur nahegelegenen Pier gegangen und habe mit dem fischen begonnen.
Nach längerer Zeit der erste Biss, eine mittlere Makrele. Später habe ich noch eine zweite Makrele gefangen und beide ausgenommen.

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Gerti hat die Makrelen gewürzt, in Alufolie gepackt, ich habe den Grill angesteckt und eine gute Stunde nach dem Fang haben wir die Makrelen gegessen.
Als Nachtisch gab es Grappa, der Fisch soll ja schwimmen.
Ich bin später noch einmal zur Pier gegangen, ohne Fischerfolg. Jetzt geht es schon wieder auf 23:00 Uhr zu, draußen ist es immer noch hell, die Franzosen haben gegen Albanien gewonnen. Morgen versuche ich ein Boot zu bekommen, dann geht es im Fjord auf größere Fische.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Sa, 04. Jun 2022, 12:14

Donnerstag, 16. und Freitag, 17. Juni 2016, CP Solnorvika Fritid, Fischtage

Am Donnerstag sind wir um 08:45 Uhr aufgestanden, herrliches Sonnenwetter, blauer Himmel, aber Wind aus Nord. Wir frühstücken draußen, nicht so lange wie sonst, ich will fischen.

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Leider bekomme ich kein Motorboot, sondern nur ein Motorboot zum rudern. Um 10:45 Uhr mache ich mich auf die Reise.

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Von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr habe ich gerudert wie ein Galeerensklave, der Wind hat mich oft schneller abgetrieben, als ich gegen ihn rudern konnte. Zwei kleine Makrelen waren die Beute des heutigen Fischtages. Ich war körperlich total fertig.

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Abends bin ich noch unter die Dusche um mich etwas zu entspannen. Sofern das noch möglich war.

Zu Abend gab es dann Polser (Grillwürste), weil ich nichts Gescheites gefangen habe. Ein Bier zur Entspannung und das Fußballspiel GER : POL, danach noch eine Lese-Halbestunde, so verging der heutige Abend.

Am Freitag habe ich ausgemacht, dass ich ein Motorboot zum fischen bekomme. Ich war um 10:00 Uhr fertig zur Abfahrt, nur Jan, der CP-Inhaber war nicht zur Stelle. Ich bin zur Rezeption, keiner da. Aber eine Telefonnummer vom CP. Mit Gerti bin ich dann wieder zur Rezeption, wir haben die Telefonnummer angerufen und Jan erreicht.

Er kam dann zum Bootssteg, hat mir Tank und Schwimmweste gegeben und mir gesagt, wie der Motor funktioniert.
Er sprang auch an und los ging die Fahrt in den Storfjord. Ich habe mir vorher schon von anderen Fischern erklären lassen, wo die Besten Fischplätze sind.
Mit Karacho bin ich zum Leuchtturm gefahren, wo es eine Kante von 70 Metern auf über 250 Metern zum Fjordgrund geben soll, stehen Seelachse und Dorsche. Mit Pfützchen auf der Zunge vor lauter Vorfreude habe ich die Stelle gesucht, vielleicht auch gefunden und lange Zeit befischt. Nichts derwischt.

Weil ich durch den Wind weit in den Fjord abgetrieben wurde, habe ich den Motor anzuwerfen versucht. Viele Versuche, kein Motorstart. Erst einmal durchschnaufen, die Situation durchdenken.
Rudern, 3 Kilometer gegen den Wind mit dem Motorboot scheidet aus, nicht mal die alten erprobten Phönizier-Galeerensklaven hätten das geschafft.
Also weiter nachdenken, was die Ursache sein könnte. Entweder kein Sprit – oder zu viel Sprit/nasse Zündkerze. Tank war gut gefüllt. Tanklüftung war offen. Also, Spritschlauch abziehen, ein paar Mal durchziehen, Brennkammer leeren, Spritschlauch wieder dran, Ballonpumpe 5 Mal drücken, Choke auf Stufe 1, ein wenig Gas, Anlasser-Seil fest durchziehen. Einmal nichts, zweimal nichts. Choke rein, Gas weiter aufdrehen, ziehen – er hustet wenigstens, ein erneuter Versuch bringt den Motor zum Laufen.

Auch wenn meine Christlichkeit nicht mehr sehr ausgeprägt ist, ich dachte: Gott sei Dank.
Daraufhin bin ich mit zwei Angeln im Schlepp in Richtung CP zurückgefahren. Im Windschatten einer vorgelagerten Insel habe ich dann in unterschiedlichen Tiefen gefischt. Nichts derwischt.

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Motor sprang erst wieder nach einigen Versuchen an. Dann bin ich weiter in einen Nebenfjord gefahren, wo andere Fischer waren. Wieder stundenlanges pilken ohne Erfolg. Weil den ganzen Tag die Sonne nicht durch die Wolken kam, wurde mir immer kälter, also Anorak an. Und weiter Angeln schleppen und pilken.
Um 18:00 Uhr hat mich die Lust auf’s fischen verlassen, mir war kalt und ich wollte nur noch heim.
Wieder machte der Motor Mucken, die ich ihm austreiben konnte. Am Steg angekommen, musste ich meinen Seegang erst mal überwinden, ich ging die ersten Meter wie ein Storch. Gerti half mir, die Fischutensilien zum Wohnwagen zu tragen.
Dann musste ein Schluck Grappa her, um die Anstrengung und den Frust des Tages runterzuspülen. Kreuzlahm habe ich die Angeln auseinander gebaut und die Fischsachen im Auto verstaut.

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So schnell komme ich nicht wieder zum fischen. Die Lust darauf ist etwas getrübt.
Zwei Tage fischen mit Boot, einmal mit Muskelkraft, einmal mit Motor kosteten rund 97 EURO. Eine mickrige Makrele also einen knappen 50er.

Aber die körperliche Ertüchtigung war groß, meine Muskeln schmerzen, meine Hände sind Pratzen geworden, mein Bauchspeck ist deutlich verfestigt. Im Fitnessstudio hätte ich bei 12 Stunden auch einen hunderter gelöhnt, aber keine Makrelen dafür bekommen. Es ist alles relativ, oder. Und die Fischer, die mir Tipps gegeben haben, wären doch blöd gewesen, mir ihre guten Spots zu verraten!

Abendessen aus Gertis Bordküche im Wohnwagen mit Unterstützung des kleinen Heizlüfters, der mich wieder auf Temperatur brachte.
Nachtrag zum Wetter: ganztägig bewölkt, kaum ein Sonnenstrahl, 15 Grad, frischer NO-Wind, nachts etwas Regenfall.
Morgen fahren wir weiter Richtung Stryn auf einen CP am Strynsvatnet-See. Mit einer Fährüberfahrt, meist auf der Straße 60. Wir fahren von der Fjordregion wieder in Richtung Gebirge und Gletscher. Weil heute die Ferien in Norwegen begonnen haben ist vermutlich mit einem erhöhten Aufkommen auch auf den CP’s zu rechnen.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Sa, 04. Jun 2022, 12:37

Samstag, 18. Juni 2016, 08:30 Uhr aufstehen, 11 Grad kalt und grauer Himmel, die Berge sind oben gedeckelt, Fahrt von Skodje nach Meland/Stryn, 138 Kilometer

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Heute ist wieder Fahrtag, wir stehen etwas früher auf und beginnen mit dem zwischenzeitlich alltäglichen. Frühstück drinnen, Tisch und Stühle haben wir gestern schon verstaut. Die Entsorgung von Brauchwasser und Bord-Toilette erfolgte in der Herrentoilette.
Um 10:00 Uhr fahren wir bei 12 Grad vom kleinen CP ab. Steil nach oben ging es, der Galaxy hat geschnauft und den Wohnwagen auf die Straße hochgezogen.
Dann sind wir die E 39 zurück nach Sjoholt gefahren, haben Geld gebunkert und beim COOP Lebensmittel und Getränke eingekauft. Dann sind wir die Straße 650 nach Süden bis zur Fähre über den Storfjord in Stranda gefahren.

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Die Straße war gut zu befahren, in dieser Gegend wird viel Landwirtschaft betrieben, auch Zuchthäuser für Rinder haben wir gesehen. Schafe und Ziegen werden gehalten und der Wald mit Harvestern bewirtschaftet. Schaut manchmal richtig gräuslich aus, was die Walderntemaschinen zurücklassen. In den vielen kleinen Ortschaften am Straßenrand wurden schon Holzstapel für die Mittsommernacht aufgerichtet.
Viele Kirschbäume, auch hier am CP, tragen schon grüne Kirschen, Erdbeerfelder, leider ohne reife Früchte, die wir gerne kaufen würden, auch Birnbäume haben wir gesehen. Norwegen ist zwar hoch im Norden, dennoch ist Obstanbau möglich.

Später auf der Reise im Hardangerfjord werden Äpfel angebaut, die Apfelblüte ist jedoch schon vorbei. Ab und zu blinzelt die Sonne durch die Wolkendecke, dennoch sind 16 Grad unser Temperaturmaximum, das wir heute erreichen. Wir fahren auf der RV 60 immer wieder durch längere Tunnels. Einmal fahren wir über eine Passhöhe, die 400 Meter hoch lag. Oben war ein Skigebiet, auch eine Sprungschanze.

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Dann kommen wir zur Fähre nach Stranda und zahlen 234 NOK Gebühr für 15 Minuten Überfahrt über einen katzenkopf-schäumenden Storjord. Den auch alle Hurtigrutenschiffe und Kreuzfahrer auf dem Weg nach Geiranger durchfahren. Nach der Überfahrt geht die Straße gleich wieder nach oben, wir durchfahren ein Hochtal, Berge links und rechts etwa 1.000 bis 1.500 Meter hoch, und mittendrin die Straße und ein Fluss, der den Restschnee rauschend ins Tal befördert. Immer wieder durchfahren wir Tunnels, mal rauf, mal runter.
Ein ziemlich neuer Streckenabschnitt der RV 60 war bei Ljoen, erst ein langer Tunnel, dann eine Aussichtsplattform mit Blick auf den Sunnylsfjord, der nach Geiranger und Hellesylt führt.

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Leider war kein Kreuzfahrer im Fjord unterwegs, das wäre ein richtig schönes Bild gewesen. Danach führte die Straße wieder in einen Tunnel, der kurz vor Hellesylt wieder an die Fjordoberseite kam. Wir machten eine Hellesyltrunde, vorbei an einem schäumenden Wasserfall.

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Bei einem Supermarkt kaufen wir warme Hühnerbeine, die sofort als Brotzeit gegessen wurden. Danach führte die Straße 60 lange Kilometer durch ein Hochtal und vorbei am Hornindalsvatnet, der mit 514 Metern Tiefe der tiefste Binnensee Europas ist.
Die Straße RV 60 mündete in die Straße 15 nach Stryn.
Hier war mächtig was los, Kaffees waren gut besucht und viele Einkaufsgeschäfte waren links und rechts der Straße.

Wir haben 2010 schon einmal im Stryn-Hotel auf unserer Fahrt zum Sylte-Fjord übernachtet und uns heute daran erinnert.

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Noch 15 Kilometer auf der RV 15 führten uns auf den CP Strynsvatn in Meland.
Wir checkten ein, stellten uns auf einen schönen Platz, stellten fest, dass dort kein Internetempfang ist, zogen mit Sack und Pack (Wohnwagen und Auto) 20 Meter um, wo ich glaubte, näher am Server zu sein, um einen guten Empfang zu haben.
Sah auch so aus, 4 Balken als Anzeige am Laptop sollten ja passen. Danach habe ich den Antennenverstärker angesteckt, viele Balken, aber keine Internetverbindung. Nach dem aufstellen des Wohnwagens bin ich näher zum Standort des Routers, über dem Sanitärtrakt gegangen, keine Verbindung. Danach zur Rezeption und ins Café, wo ich eine stabile Internetverbindung hatte.

Meinen Unmut über den nicht vorhandenen Internetzugriff vom Wohnwagen aus habe ich der Inhaberin des CP wissen lassen. Der heutige Grund und der Grant den ich mit dem Internet hatte ist der, dass mein Bruder heute 74 Jahre alt wurde und ich ihm unbedingt per Mail gratulieren wollte.
Das hat dann doch endlich gepasst. Die Technik spielt doch immer mal verrückt. Jetzt, wo ich am Reisebericht schreibe, habe ich vollen Internetzugriff im Wohnwagen. Scheinbar war ein kurzfristiger Defekt die Ursache.

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Wir haben einen schönen Terrassenstellplatz mit Blick auf den Strynsvatnet-See unter uns, der in ost-west-Richtung liegt.

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Nördlich und südlich des Sees/des CP sind hohe Berge, die ein anzapfen des ASTRA-Satelliten für den TV nicht zulassen. Mist.
Aber ich habe ja einige hundert Lieder auf dem Stick, die wir nun anhören können. Die Cagey Strings laufen gerade.

Langsam kehrt Ruhe ein, Gerti brät Schweinefilets mit Gemüse, wir haben schon in den Reiseführern gelesen, was es hier alles an Sehenswürdigkeiten gibt. Zuhause habe ich schon das morgige Reiseziel, den Briksdalsbreen (breen heißt Gletscher) im Gletschermassiv Jostedalsbreen ausgesucht. Das Wetter soll bewölkt bis sonnig sein, ohne Niederschläge.

Jetzt nach dem Abendessen frischt der Wind auf, die Wolken hüllen die Bergspitzen ein. Gerti meint, irgendwie sieht es nach Regen aus.
Die Cuba Boarischen, von denen der See unter uns sicher noch nie was gehört hat, klingen aus dem TV, der auch Multimedia kann. Am CP sind viele feste Wohnwagen mit Vorzelte aufgestellt, die Norweger verbringen scheinbar hier draußen am See ihr Wochenende.
Ich werde heute noch die Bilder als Anhang zum nächsten Reisebericht aussuchen, bearbeiten und verkleinern. Manchmal frage ich mich, warum ich mir das mit dem Reisebericht und den Bildern als Zusatzaufgabe zum ursächlichen reisen und erleben überhaupt antue. Vielleicht sollte ich mit dem malen beginnen?
Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Sa, 04. Jun 2022, 13:03

Sonntag, 19. Juni 2016, 08:00 Uhr grauer Himmel mit Wolkenlöchern, Ausflug zum Briksdalsbreen

Wir hatten eine ruhige Nacht mit Bettsocken und zweiter Decke. Es ist halt doch etwas kalt in der Nacht. Und ein paar Regentropfen kamen auch herunter. Die Sanitärräume sind groß und sauber, 5 Minuten duschen um 10 NOK, rund einem Euro, ist angesagt. Wir frühstücken drinnen, hinter uns sind schneebedeckte Berge mit Wasserfällen. Vor uns der See, wir stehen im Gebirge.

Heute ist ein Ausflug zum Briksdalsbreen geplant, wir haben die Wanderkleidung angezogen. Um 09:30 Uhr machen wir uns auf den Weg, wir fahren nach Stryn zurück, dann nach Loen und Olden am Ende des Nordfjordes. Hier wurde ein riesiger Anleger für große Kreuzfahrschiffe gebaut, der sicher nicht notwendig wäre, was die Bedeutung und Größe des Ortes angeht.

Danach geht es die schmale Straße 724 Richtung Briksdalen, eine Straße mit Ausweichbuchten, die auch von Bussen befahren wird, um die vielen Touristen aus aller Welt zum Gletscher zu transportieren.

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Nach rund 50 Kilometern sind wir am Parkplatz angekommen, ziehen die Wanderschuhe an, zahlen 50 NOK Parkgebühr und machen uns auf den Weg zum Gletscher.

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Es ist 11:00 Uhr. Wir sind zu Fuß zur Gletscherzunge, die sich im Laufe der Jahre sehr weit zurückgezogen hat, gewandert. Immer am Bach entlang, der in vielen Kaskaden den Berg herabschoss. Viele schöne Bilder sind entstanden und bleiben uns in Gedanken erhalten.

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Das Wetter war unterschiedlich, mal Sonnenschein, mal grauer Himmel mit Tröpfchen.

Am Gletschersee machten wir Brotzeit und blickten auf 10.000 Jahre altes Eis. Abgeschliffene Felsen und Gletschermühlen zeugen vom aktiven Leben des Gletschers vor vielen Jahren. Der Briksdalsbreen ist ja nur ein kleiner Ausläufer des Jostedalsgletschers, dessen Ausdehnung ein Hundertfaches beträgt. Er ist der größte Gletscher Europas.

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Wir wanderten zurück zum Parkplatz, fuhren langsam zurück nach Stryn, wo wir Kaffee im Sonnenschein tranken.

Um 16:30 Uhr waren wir am CP zurück, 20 Grad warm war es. Richtig schön. Wir haben für Morgen eine Wanderung auf den Berg gleich hinter dem CP geplant, das Wetter soll bis zum frühen Abend schön sonnig sein.
Zum Abendessen haben wir wieder den Grill angeworfen und Kotelett gebraten, dazu gab es Gemüsereis und das alles im Freien bei Sonnenschein.

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Jetzt um 22:00 Uhr sind die Bergspitzen im Sonnenlicht, es ist leicht grau hier unten im Tal. Dunkel wird es nie. In Ermangelung einer SAT-Verbindung singt uns Jonny Cash etwas vor. Und June Carter näselt mit, singen kann sie m. E. nicht gscheit.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » Sa, 04. Jun 2022, 13:21

Montag, 20. Juni 2016, strahlend blauer Himmel, Wanderung

Gerti hat früh am Morgen den kleinen Heizlüfter angestellt, der den Wohnwagen schön warm gemacht hat. Danach sind wir aufgestanden, später die Wanderkleidung angezogen. Das Frühstück mit kurzem Hemd draußen mit Blick auf See und Gebirge.

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Kurz nach 10:00 Uhr sind wir den Wanderweg gleich hinter dem CP hochgewandert.

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Es war ganz schön steil und hat uns zum schwitzen gebracht. Wir sahen einen Seeadler, erkennbar am weißen Stoß, den ich leider nicht ablichten konnte, weil ich die Kamera nicht parat hatte.

Unterwegs nach oben haben wir Meisen, Buchfinken, Kolkraben, einen Kuckuck gehört und gesehen, unten am Strand einen kleinen Strandläufer. An einem Wasserfall machten wir nach einer Stunde eine kurze Rast. Der breite Weg wurde schmaler und endete in einem Jägersteig, auch Schafsteig, wie die Hinterlassenschaften zeigten.

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Irgendwann haben wir den Weg verloren, das Gelände wurde felsig und steil.
Dann war Schluss für uns, wir wollen noch keine frühzeitigen Erblasser werden, sind wieder langsam zurück zum Wasserfall und auf dem breiteren Weg abgestiegen.

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Beim runter gehen haben wir dann den richtigen Abzweig nach oben gefunden, aber die Lust verloren, weiter aufzusteigen. Wir sahen ja am Himmel das bevorstehende schlechtere Wetter schon heranziehen, eine Vernunftentscheidung, die sich als richtig herausstellte.
Langsam sind wir zum CP zurückgewandert,

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dann runter zum See, wo wir Brotzeit machten. Das Wetter zog ganz zu, es wurde windig aber nicht kalt.
20 Grad und ein leichter Regen waren gut auszuhalten.

Ich habe die Räder wieder aufs Dach gepackt, Gerti hat sich ins Sanitärgebäude zurückgezogen und sich renoviert. Danach haben wir Kaffee getrunken und lassen den Nachmittag mit lesen und Reiseberichtschreiben ausklingen.

Beim CP Besitzer habe ich 765 NOK für drei Nächte gezahlt, ein für Norwegen üblicher Tagespreis von gut unter 30 €.
Zum Abendessen haben wir Dorschfilet im Gemüsebett in der Alufolie gegrillt, mit Salzkartoffeln aus der Bordküche. Es hat ausgezeichnet geschmeckt. Erschwerend kam beim grillen hinzu, dass es schon seit geraumer Zeit regnet, der Grill deshalb unter dem großen Campingtisch stand, der den Regen abhielt.

Morgen geht die Reise über die E 39 und den RV 5 ca. 150 Kilometer weiter nach Süden, nach Sogndal/Kjornes am Sogndalfjord. Mit Glück haben wir auf diesem CP wieder SAT-Empfang, um die Fußballkünstler zu bewundern, was sie in 90 Minuten zusammenbringen.
In Ermangelung des Fernsehers hören wir gerade Musik von Fats Domino. Schön war die Musik der 60er Jahre, voller Sehnsucht und Hoffnung. Bestimmt auch für die schwarze Bevölkerung Amerikas. Gerti legt Karten, der Regen trommelt aufs Wohnwagendach, alles rundum ist nass. Aber uns im Wohnwagen geht es mit Unterstützung des kleinen Heizlüfters gut.

Und für Heute ist es auch mit der Reisebericht-Kreation Schluss.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 10:49

Dienstag, 21. Juni 2016, 08:30 Uhr, Regenschauer, 15 Grad, Fahrt von Meland/Stryn nach Kjornes/Sogndal, gef. 154 Kilometer

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Wir haben eine regnerische Nacht erlebt, ungewöhnlich für das Wetter auf unserer bisherigen Reise. So lange und so intensiv, im Internet wurden nur 20 ml/qm angesagt, also ein halb gefülltes Stamperl.

Die Bergspitzen sind in Wolken gehüllt. Zum Frühstück hört der Regen auf, beim anspannen habe ich die Regenjacke und eine Kappe angezogen. Abfahrt um 09:50 Uhr, 13 Grad Kälte, die wir im Auto gleich auf 20 Grad erwärmten. Wir fahren die den RV 15 nach Stryn zurück, kaufen beim REMA für die nächsten Tage ein. Der Regen hat aufgehört. Die Fahrt geht weiter auf der E 39/RV 60 nach Loen und Olden. Hier liegt ein Riesen-Kreuzfahrtschiff von P & O, die Britannia, am Anleger.

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Die Menschen, die keine Ausflüge gebucht haben, laufen/irren durch die Gegend, zu sehen gibt es in Olden wirklich nichts, wenn man von Souveniershops absieht.
Wir stehen nach Olden eine Viertelstunde vor einer Baustelle, die RV 60, die direkt am Nordfjord entlangführt, wird ausgebaut.

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Im Pulk fahren wir dann am Nordfjord entlang bis Utvik. Auch hier am Nordfjord, der in Ost-West Richtung verläuft, wird Obst in großem Stil angebaut, Obstbäume wie in Südtirol und auch Erdbeeren und Ribisel.

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Dann führt der RV 60 9 Kilometer nach oben, mit dem 2. Gang, in Kehren, oft wird es eng, wenn ein LKW entgegenkommt. Dann sind wir 600 Höhenmeter geklettert, oben sind die Bäume halb so hoch wie unten, wir sind im Skigebiet Gloppen angekommen.

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Danach geht die Straße wieder steil nach unten, ich lasse das Gespann mit dem 2. Gang abwärts schieben, um die Bremsen zu schonen. Unten am Talgrund angekommen, fahren wir durch ein enges Tal südwärts. Es ist so eng, dass nur Fluss, Straße und links und rechts an den Hängen Schafe und Ziegen weiden.

Im späteren Verlauf wird das Tal breiter, Landwirtschaft wird betrieben, auch hier werden Grasballen in Folie gerollt.

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Heute haben wir viele Tunnels durchfahren, einer ging 6 Kilometer nur abwärts Richtung Fjord, von 450 Meter auf 133 Meter, ein anderer 6,5 Kilometer langer Tunnel folgte im Laufe der Fahrt Richtung Sogndal.

Um 14:00 Uhr sind wir am CP Kjornes

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angekommen, haben uns einen Stellplatz gesucht, der gute SAT-TV-Aussichten versprach und aufgebaut. Die SAT-Antenne hat den Satelliten gefunden, das Deutschland: Nordirlandspiel war gerettet. Wir machten Brotzeit, die Sonne schaut ab und zu aus den Wolken.

Wir lesen uns ein für unseren morgigen Ausflug zum Nigardsbreeen-Gletscher, einem Ausläufer des Jostedalsbreen, etwa 60 Kilometer einfach ist die Strecke dorthin. Weil wir direkt am Sognefjord stehen, habe ich die Angel aufgebaut und bis zum Beginn des Fußballspiels geangelt. Ohne Erfolg. Zu Abend gab es Spaghetti und einen leckeren Salat, ein Glas Wein und Sonnenschein im Freien.

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Gestern hatten wir eine gute Internetverbindung und keinen SAT-Empfang, heute haben wir SAT-Empfang und eine seichte Internetverbindung. Die Bilder von der Jugend in Fehmarn haben uns riesig gefreut, auch die Neuigkeiten der drei.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 11:10

Mittwoch, 22. Juni 2016, 08:30 Uhr, 16 Grad, bedeckt, Ausflug zum Nigardsbreen-Gletscher, gef. 134 Kilometer

In der Nacht waren immer wieder Regenschauer zu hören, die am Morgen abebben. Morgentoilette unter mondänen Umständen in einer geheizten Super-Nasszelle mit WC, Handwaschbecken und Dusche, es hat richtig Spaß gemacht, sich zu renovieren. Frühstück unter der Markise draußen.

Reger Autoverkehr auf dem RV 5 über uns. Um 10:00 Uhr sind wir auf der R 55 nordwärts nach Gaupne, dann auf der 604 bis zum Breheimsernteret Jostedal gefahren.
Das Center haben wir nicht besucht, wir sind gleich zum Parkplatz als Ausgangspunkt für die Wanderung zum Gletscher durchgefahren. An einer Schranke haben wir 40 NOK Parkgebühr mit Karte bezahlt.

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Das Wetter war bedeckt, die Spitzen der Berge in Wolken. Vom Parkplatz bis zum Gletscherfuß sind wir eine Stunde gewandert, viele schöne Fotomotive wurden abgelichtet.

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Der Nigardsbreen –Gletscher ist wesentlich eindrucksvoller als der Briksdalsbreen, den wir vor einigen Tagen besuchten.

Er ist mächtiger, eisblauer, man kann fast bis zur Eiskante wandern. Und er wird kaum von Reiseveranstaltern vermarktet.
Auch wenn einige Reisebusse auf engen Straßen unterwegs waren, der Verkehr blieb überschaubar.

Wir sind bis zur Absperrung gewandert, haben die gewaltige Gletscherzunge bewundert. Kalt und eisblau liegt der Gletscher vor uns.

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Oben auf ist er dreckig, Umweltverschmutzt.
Der Dreck bzw. die schwarzen Staubpartikel auf der Gletscheroberfläche beschleunigen die Erwärmung des Gletschers, der dadurch schneller abschmilzt.

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Wir haben die von Sherpas geführten Gletscherwanderungen beobachtet,

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über das Motorboot geschmunzelt, das einige Besucher etwa eine halbe Gehstunde näher an die Gletscherzunge gefahren hat. Nicht elektrisch, sondern mit Motorkraft.

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Nach unserer ausgiebigen Gletscherbesichtigung haben wir am Gletscherfuß Brotzeit gemacht und sind dann wieder gemütlich zum Auto gewandert.

Nach einer guten ¾ Stunde sind wir wieder beim CP angekommen. Unterwegs haben wir einen Falken, eine Amsel und eine Wasseramsel gesehen, ansonsten ist die Tierwelt am Sognefjord wenig ergiebig.

Wir haben am CP Kaffee getrunken, ich habe noch ein weinig gefischt und dabei drei Blinker im Tang verloren. Später haben wir noch Sommerkoteletts gegrillt und unsere Räder aufs Autodach gestellt.

Morgen müssen wir weiter, ein Jugend-Fußballturnier ist in Sogndal angesagt, ca. 1.500 Leute werden den CP bevölkern, wurde uns beim gestrigen einchecken schon gesagt. Also vorzeitige Flucht nach Laerdal, wo die nächsten Tage ein Musik-Festival sein soll.

Wir werden sehen, was sich am morgigen Tag ergibt. Der CP füllt sich zusehens, die norwegischen Gespann Fahrer beherrschen ihre Gespanne gut, sie haben meist auch keinen Mover/Radantrieb, um den Wohnwagen aufzustellen.
Das Wetter wird die kommenden Tage nicht so sonnig werden, wie wir das gerne hätten. Wir machen was draus, ohne Trübsal zu blasen.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 11:40

Donnerstag, 23. Juni 2016, 09:00 Uhr aufstehen, sonnig, 18 Grad, Fahrt von Kjornes über Laerdal nach Aurland, danach Fahrt über den Hochgebirgs-Aurlandsvegen, gef. 138 Kilometer

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Heute lassen wir es ruhig angehen, die Sonne scheint und überall ist Aufbruchsstimmung, auch bei uns. Ich genieße noch einmal die Sanitäranlagen, rasiere mich mal wieder und komme wohlgelaunt zu Gerti zum Wohnwagen. Sie hat schon das Frühstück hergerichtet, wir frühstücken draußen.

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Danach heißt es, das Gespann abfahrfertig zu machen, was immer besser und schneller klappt. Um 10:30 Uhr fahren wir bei 16 Grad Außentemperatur in Richtung Mannheller, wo wir mit der 11-Uhr-Fähre nach Fodnes den Naeroyfjorden überqueren.
Wir wurden beim abkassieren vergessen, haben uns mindestens 400 NOK/40 € gespart. Der Tag begann schon mal gut.

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Danach sind wir zum CP in Laerdal gefahren, der als Nächstes auf der Liste stand, haben ihn besichtigt und die Entscheidung getroffen, weiter nach Aurland zu fahren. Auf der Straße E 16 haben wir den längsten Tunnel der Erde mit 24,5 Kilometer befahren. Mit drei großen, blau/grün beleuchteten Hallen, um die Tunnel-Eintönigkeit aufzuhellen.

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Kaum waren wir aus dem Tunnel, haben wir den Lunde CP in Aurland erreicht, der an einem Fluss und leider auch im akustischen Bereich der E 16 kurz vor Flam liegt. Auch der Satellit im Süden ist nicht zu erreichen, eine Felswand, die bestimmt 600 Meter hoch ist, versperrt den direkten Kontakt. Internet soll gehen, so die CP-Frau. Wir haben den Wohnwagen aufgebaut, die Markise ausgezogen, Brotzeit gemacht und überlegt, was wir ob der zu erwartenden Wetterbedingungen heute noch anstellen werden.

Unsere Entscheidung fiel auf die Überquerung des Aurlandfjells, etwa 45 Kilometer einfach, von Aurland nach Laerdal. Ich habe die Räder vom Dach geholt und um 14:00 Uhr ging die abenteuerliche Fahrt über das Fjell los. In Aurland zweigt die Straße rechts ab, sie ist eher einspurig mit Ausweichstellen und bestimmt 10 bis 12 Prozent steil. So fahren wir bergauf bis zum imposanten Aussichtspunkt Stegastein mit Blick in den Aurlandsfjorden und auf Flam.

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Paraglider sind über dem Fjord zu sehen, die unten bei einem Bauernhof landen.

Weiter geht die Fahrt bis auf 1.300 Höhenmeter, wir sind im Schnee angekommen. Der Horizont ist von schneebedeckten Bergen eingerahmt.

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Ein grandioser Blick in eine herrliche Landschaft, schneebedeckt mitten im Jahr. Langsam bummeln wir von Fotomotiv zu Fotomotiv, steigen immer wieder aus und nehmen die Landschaft in uns auf.

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Viel zu schnell sind wir wieder bei der Abfahrt in Richtung Laerdal, die Natur wird wieder grüner und bunter. Nach vielen Abwärtskilometern im 2. Gang sind wir in Laerdal angekommen und kaufen noch beim KIWI ein. Vom POP-Konzert haben wir nur zaghafte Vorbereitungen mitbekommen, nichts ist mit schwofen und Kaffeetrinken bei Musik in Laerdal. Der Musikevent soll in einer großen Halle stattfinden. Und danach fahren wir ein zweites Mal durch den 24,5 Kilometer langen Straßentunnel und freuen uns auf die bunten Lichthöfe im Inneren.

Am CP sind wir um 17:00 Uhr zurückgekommen, ich lade die vielen Bilder und die Videos am Camcorder auf den PC und gönne mir eine Auszeit im Sonnenlicht.
Oben ohne, weils so schön warm war. Um 18:00 Uhr werfe ich den Grill an, wir brutzeln Hühnerteile und essen Salat dazu. Und ich leiste mir ein Bier, weil der Tag so schön war.

Später lesen wir uns ein, was Laerdal, Aurland und Flam alles zu bieten haben. Wettermäßig ist Morgen ab Mittag Schluss mit Lustig, es soll regnen. Am Samstag scheint durchgängig die Sonne, wenn Petrus denselben Wetterbericht wie wir gelesen hat.
Mal sehen, was wir Morgen machen, Flam-Bahn fahren nach Myrdal ist ein Favorit von mehreren.
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