Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 12:20

Freitag, 24. Juni 2016, 09:00 Uhr, 15 Grad, bedeckt, Ausflug nach Flam, Gudvangen, Undredal und Aurland, 73 Kilometer gefahren

Wir konnten einigermaßen ruhig schlafen, der Straßenlärm begann erst wieder im Morgengrauen.
Weil das Wetter nicht zum aufstehen eingeladen hat, haben wir noch eine Schlafstunde bis 09:00 Uhr eingelegt. Die Sanitäreinrichtungen waren um diese Zeit zu wenig, der CP ist zwar nicht voll belegt, die Hütten schon. Am Lokus haben sie angestanden, entsprechend war die Geruchsbelästigung.

Wir frühstücken unter der Markise bei 15 Grad draußen, ganz schön kühl. Gestern Nachmittag hat die Sonne noch runtergebrannt, der Wetterwechsel wirkt krass. Nach dem Frühstücken und aufräumen fahren wir auf der E 16 nach Flam. An der Pier liegt ein Kreuzfahrer der Viking Linie namens Viking Star und verstinkt mit blauen Abgasen aus dem Kamin die ganze Flam-Bucht.

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Mir ist unverständlich, dass das Verbrennen von Schweröl auf Kreuzfahrtschiffen erlaubt ist. Hier wird giftiges, teigiges Schweröl zuerst auf 60 Grad erhitzt, verbrannt und ungereinigt durch den Kamin entsorgt.
Im Zentrum von Flam, es besteht aus Bahnhof, Pier und Parkplätzen für die Buskolonnen, die die Touris befördern, sind wir stehen geblieben.

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Gerti hat weitergehende Informationen im Tourist-Office eingeholt, ich habe zwischenzeitlich größte Zweifel, dass eine Flam-Bahnfahrt meine Erwartungen befriedigt.
Massen von Touristen werden in Pulks zu den bereit stehenden Waggons der Flam-Bahn geleitet. Gerti sprach davon, dass die vorbestellten Tickets Vorrang haben, wir wären auf der Warteliste auf die nächsten Züge, wenn wir fahren wollten.

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Weil ich auf diesen Trubel nicht eingestellt war, haben wir Flam in Richtung Gudvangen verlassen.
Wir fahren zuerst einen 5,5 Kilometer langen Tunnel hoch, danach einen 12,4 Kilometer langen Tunnel nach Gudvangen runter.
Flam und Gudvangen liegen jeweils am Ende von Fjorden.
Entsprechend ist auch in Gudvangen, eingerahmt von 1.000 Meter hohen Bergwänden, viel los.
Ein paar Hotels, eine Tankstelle mit Buttik, Restaurant/Cafeteria, Wohnmobil-Entsorgung und Bus-Waschplatz. Das Wasser des Ver- und Entsorgungsplatzes fließt z. T. gleich ins angrenzende Erdreich, und der Rest (ungeklärt?) in den nahen Naeroyfjorden.
Er ist ein schmaler und spektakulärer Seitenarm des Sognefjord, er zählt zu den Highlights in Norwegens Fjordregion und gehört (natürlich) auch zum UNESCO Weltkulturerbe. Wir wandern, mit Regenschirmen bewaffnet, durch das kleine Örtchen, bewundern schöne, blumenbestandene Vorgärten. Ein dauernder Fährverkehr ist zu beobachten, Autos und Touristen werden durch die Fjorde befördert. Alles ist auf Massentourismus ausgelegt. Nichts für uns.

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In einem Touristen-Shop hat Gerti für unsere Enkelin einen ganz lieben kleinen Elch-Rucksack entdeckt, der sofort erstanden wurde. Ein Souvenir für die Kleine, gekauft an einem regnerischen Freitag am Naeroyfjorden.

Und über dem Treiben dort unten im Tal weht über eine 1.000 Meter hohe Felswand das „Brautkleid“, drei zarte (Wasser-) Schleier wehen von der Kante herunter. Und heute sind auch genügend wolkige Regentropfen dabei.

Nach einer Stunde in Gudvangen sind wir wieder in den 5 Kilometer langen Aufwärtstunnel zurück bis auf 333 Meter über NN gefahren, gleich danach links abgebogen und wieder 6 Kilometer auf Fjordhöhe runtergefahren. Unser Ziel war die 1147 errichtete, mit 3,7 Meter Breite kleinste Stabkirche Norwegens in Undredal.

Wir stellten das Auto vor dem Ort ab und durchstreiften es, gingen am Fjord entlang und machten eine Kaffeepause im Hafen-Kaffee.

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Danach fuhren wir wieder bergauf zur E 16, entlang am rauschenden Bach, der dampfte. Und schon wieder ging es 11,4 Kilometer im Tunnel abwärts nach Flam, das wir links liegen ließen.
Der stinkende Kreuzfahrer lag immer noch an der Pier, dessen Passagieren wir überall begegneten.

Zum Abschluss unserer heutigen Besichtigungstour bei Regen fuhren wir noch nach Aurland. Am Fluss haben wir gelesen, dass es eine Lachs-Seuche (Parasiten) geben soll und Fischer sich selbst, die Angelschnüre und Rollen desinfizieren sollen, bevor sie nach Erwerb der Fiskekort den Lachsen und Seeforellen nachstellen.
Mit dieser Maßnahme soll die Ausbreitung der Seuche verhindert werden. Aurland ist sicher bei Sonnenschein ganz schön, bei Regen hat es uns zum Abschluss noch in die Kirche gezogen, deren nordische Schlichtheit uns gefiel.
Bei der Rückkehr zum Wohnwagen hat es immer noch geregnet, unter der Markise war es wenigstens trocken.

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Ich habe mit dem Reisebericht begonnen, die Bilder von der Kamera runtergeladen und im Internet nach dem Wetter der nächsten Tage geforscht.
Nichts wirklich Erfreuliches für Ausflüge in Sicht. Morgen vielleicht noch ab Mittag, dann am Sonntag wieder Regen.

Gerti hat die Bordküche angeworfen und Putengeschnetzeltes mit Nudeln auf den Tisch gezaubert. Der Regen plätschert, während ich noch am Reisebericht sitze und sich der CP füllt, munter aufs Dach.

Leonard Cohen singt mit sonorer Stimme seine Balladen, sie erinnern mich an mein Alter mit 20+ Jahren, sie waren Begleiter schöner Nächte... Was einem so alles einfällt, bei Regengeprassel!? Oder ist es das Geräusch des kleinen Heizlüfters, das mich stimuliert?
Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 12:44

Samstag, 25. Juni 2016, 08:00 Uhr, bedeckt, 15 Grad, Fahrt mit der Flam-Bahn, gef. 29 PKW-Kilometer

In der Nacht hat der Regen aufgehört, ich konnte nicht so gut schlafen, viele Gedanken gingen mir durch den Kopf.
Wir sind um 08:00 Uhr aufgestanden, weil wir mit der Flam-Bahn von Flam nach Myrdal und zurück fahren wollen.

Unser Frühstück fand draußen statt, die regennassen Nebelschwaden zogen nach oben, der Fluss hat mehr Wasser. Es hat ja gestern auch richtig geregnet.

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Nach dem Frühstück fuhren wir den bekannten Weg nach Flam und stellten den PKW am Parkplatz ab. Ich ging in das Tourist-Office und kaufte zwei Tickets mit Abfahrt 11:05 Uhr. Hin und um 13:10 Uhr wieder zurück, zum Preis von 880 NOK, rund 95 EURO. Die Fahrt von Flam nach Myrdal soll ca. eine Stunde betragen, 20 Kilometer ist die Fahrt lang. Weil wir noch Zeit hatten, gingen wir im „Zentrum“ spazieren. Ein Fiat-Oldtimer-Sommertreff war im Hafen zu sehen, viele uralte Kleinwagen wie der Toppolino, der 600er, aber auch eine Giulietta Sprint, designet von Bertone war zu sehen. Mit viel Hingabe und techn. Verständnis wurden die Oldtimer erhalten, nach einem Regenguss sofort gewienert, trocken gewischt.

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Das Museum der Flam-Bahn gab Eindrücke in die Zeit des Ausbaues der Strecke wider.

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Um 11:05 Uhr fuhr die Flam-Bahn Richtung Myrdal nach oben.
Langsam, mit einigen Kurven schlängelt sich die Bahnstrecke durch ein Tal, später durch eine Felswand. Immer wieder sind schöne Ausblicke zu sehen.

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Die Fahrt wurde dreisprachig begleitet, norwegisch, englisch und deutsch. Optisch und akustisch. An einem Wasserfall hat der Zug für 10 Minuten gehalten. Die Gischt des Wasserfalls war so gewaltig, dass alle, die den Zug verlassen haben, schneller als gewollt nass waren.
Für ein paar Bilder hat es gereicht. Im Hintergrund hat sich eine rot gewande Fee zu schaurigen Klängen bewegt.

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Danach fuhr der Zug bis Myrdal, einem Verkehrsknoten zur Bahnstrecke Oslo – Bergen. Gerti ist nicht ausgestiegen, hat den Sitzplatz verteidigt.

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Ich habe mir das Treiben auf dem hoch gelegenen Bahnhof angesehen und mir meine Gedanken gemacht. Dazu später mehr.
Zur Rückfahrt nach Flam stiegen viele neue Passagiere zu, der Zug war ausgebucht.

Bei der Rückfahrt km es am Wasserfall zu techn. Problemen mit dem Zug, wir bekamen eine Stunde Bahnfahrt bzw. Bahnstehen geschenkt. Als die Bremsen händisch wieder gelöst waren, fuhr der Zug weiter nach unten. Bei einer Ausweichstelle wartete der nach oben fahrende Zug auch eine Stunde lang.

Unten in Flam um 14:00 Uhr angekommen wurden die Karten neu gemischt. Busse, Schiffe und Fähren nahmen die verspätet angekommenen Touris auf, andere konnten ihre gebuchte Reise nicht antreten. Es war ganz schön was los im „Zentrum“ von Flam. Wir sahen noch der Hanseatic, einem kleineren Kreuzfahrtschiff beim auslaufen zu, bevor wir uns in Richtung Aurland auf den Weg machten. Natürlich ist die Hanseatic in Nassau, Bahamas, (Steuerpostlagernd) registriert.

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An der Pier von Aurland und an einem anderen Punkt des Fjordes habe ich noch einige Blinker gewaschen.
Ohne Erfolg. Paraglider haben sich in kühnen Flugmanövern vom Berg herabgestürzt, keiner ist normal abgeglitten, wie bei uns zuhause.

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Zurück am CP habe ich mich sofort an das Versenden der Reiseberichte gemacht, sie waren schon überfällig.
Hunderte von schönen Bildern der letzten Woche konnte ich nicht als Anlage beifügen, das hätte die Mail gesprengt.

Danach habe ich die Räder aufs Dach gepackt, zusammen haben wir die Markise eingerollt, die trocken war. Die Abfahrtroutine hat begonnen. Wasser wurde im Wohnwagen und im PKW aufgefüllt, Bilder von Kamera und Camcorder runtergeladen. Gerti hat gekocht, ich habe gezahlt usw. Ein nächstes Reiseziel muss ja auch geplant und realisiert werden.
Morgen ist Lofthus am Sorfjord, einem Nebenarm des Hardangerfjordes unser Ziel.

Meine Gedanken zur Flam-Bahn: Eine tolle Geschäftsidee an einer Haltestelle der Oslo – Bergen – Bahn.
Die Flam-Bahn stellt in Myrdal auf 866 Höhenmetern die Verbindung von Zug und den Fähren in den Fjorden her.
Als Zubringer/Verteiler. Unten wurde der Ort zum Tourismusmagneten ausgebaut und der Natur übergeordnet.
Zugehen tut es wie am Stachus.
Einen Hunderter ist mir das Erlebnis nur einmal im Leben wert gewesen. Künftig werde ich diese Orte auf unserer Reise, wenn es geht, meiden.
Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 13:01

Sonntag, 26.06.2016, 08:30 Uhr, leichter Regen, 14 Grad, Fahrt von Aurland nach Lofthus am Storfjord, 130 Kilometer gefahren

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Nach einer regnerischen Nacht haben wir unseren Aufenthalt in Aurland beendet, nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren auf der E 16 nach Flam.
An der Pier liegt ein kleineres Kreuzfahrtschiff, es ist Niedrigwasser.

Die Wolken ziehen die Berge hoch. Wir fahren wieder von Meereshöhe 5 Kilometer hinauf auf 355 Meter, dann 10 Kilometer auf Fjordebene nach Gudvangen runter. Danach ist die E 16 für uns Neuland.

Durch ein enges Tal fließt ein dampfender Fluss, die Wolken hängen wieder tief (etwa 150 Meter über uns), es regnet wieder. Von den über 1.000 Meter hohen Bergen links und rechts der Straße rauschen Wasserfälle abwärts.

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Als das Tal wieder etwas breiter wurde, haben Landwirtschaftsbetriebe gesiedelt.
In Oppheim ist ein großer See, eine Skisprunganlage zeugt von Winteraktivitäten. Als wir uns Voss näherten nahm der Verkehr etwas zu.

Ein Festival oder eine Mittsommernachtsfeier hat auf einem Gelände vor Voss stattgefunden, bei dem Regen bestimmt keine Freude für Teilnehmer und Veranstalter. Auch Voss ist ein Wintersport-Ort, hohe, schneebedeckte Berge und Seilbahnen zeugen davon. Und auf dem rauschenden Fluss neben der Straße wird mit Kajaks und Schlauchbooten gefahren.

Nach Voss fahren wir auf dem RV 13 Richtung Hardangerfjord. Viele Tunnelkilometer, zum Teil mautpflichtig sind wir heute gefahren, bevor wir über die neue Hardangerbrücke nach Kinsarvik gekommen sind. Wir fahren auf dem RV 13, einer schmalen Straße am Fjord entlang.

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Zum Teil muss man den Gegenverkehr an Ausweichstellen passieren lassen. Manchmal bleiben auch die anderen Fahrzeuge stehen, um uns durchzulassen.
Ich bin froh, dass Sonntag ist und der LKW-Verkehr nicht stattfindet. Einmal musste ich zurücksetzen, dann den Außenspiegel einklappen um den anderen Verkehrsteilnehmer passieren zu lassen.

Wir haben uns gestern in google earth die Lage der CP in Kinsarvik und Lofthus angesehen und festgestellt, dass wir am CP Lofthus eher SAT-Verbindung bekommen könnten. Deshalb sind wir den RV 13 weitergefahren, bis wir den Abzweiger zum CP Lofthus gelesen haben.

Diese Zubringerstraße war etwa 2 Kilometer lang und so breit wie unser Gespann.
Aber da muss man durch, wenn man einen schönen CP mit Sicht auf die Berge und den Storfjord erreichen will.

Wir sind um 12:45 Uhr angekommen, haben einen Stellplatz mit SAT- und WLAN-Verbindung gefunden, stehen mitten in einer Kirschbaum-Plantage, die Kirschen sind schon reif und können von uns gepflückt werden. Wenn sie nicht die Spatzen und Drosseln vorher fressen.

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Am Nachmittag haben wir einen Spaziergang runter zum Fjord gemacht, danach sind wir durch die Apfelplantage über dem CP gewandert.
Grafensteiner Äpfel werden hier angebaut in Plantagen, wie wir sie von Südtirol kennen.

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Wir haben uns später das Fußballspiel GER: SLO angesehen, das 3:0 gewonnen wurde.
Zum Spiel gab es Eintopf und dünnes Bier.
Die Wetterprognosen: Morgen vorwiegend Regen, übermorgen Sonnenschein.
Mal sehen, was wir Morgen unternehmen.
Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 13:44

Montag, 27. Juni 2016, 08:45 Uhr, bedeckt, 15 Grad, Wanderung zu den Wasserfällen im Husedalen bei Kinsarvik

Die Nacht war sehr ruhig, kein Straßenlärm.
Buchfinken waren zu hören. Wahre Natur, auch optisch.
Mit Blick auf Berge und Fjord.
Weil das Wetter doch besser als vorausgesagt war, sind wir nach Kinsarvik gefahren, haben beim i-Punkt geschaut, was es an zusätzlichen Informationen zur Region gibt.

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Nichts wesentlich besseres, als wir es am CP schon bekommen haben.
Dann sind wir ins Husedalen zu den 4 Wasserfällen hochgefahren.
Gleich durch bis zum 1. Wasserfall auf 200 Meter Höhe. Engste Sträßchen scheine ich zu lieben, keiner kam entgegen und ein Parkplatz war noch frei.

Der erste Wasserfall gischtete so stark, dass eine gute Aufnahme fast nicht möglich war, unter der Dusche zu fotografieren führt zu nichts.
Dann sind wir auf einer Forststraße hochgewandert, am Wasserfall zwei vorbei, der sich etwas versteckt hat, zu Wasserfall drei auf 600 Meter Höhe.
Ein wahrer Gigant in Breite, Fallhöhe und Tosen. Er war auch schön zu fotografieren, noch schöner natürlich bei Sonnenschein und einem Regenbogen, den es heute nicht gab. Es regnete fast die ganze Wasserfall-Wanderung.

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Beim hinuntergehen haben wir unterhalb des 2. Wasserfalles schöne, große, rote Moltebeeren und Knabenkraut gesehen und fotografiert.

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Beim Besuch der schönen Kinsarvik Kirke mussten wir über die freigelegten Fresken schmunzeln.

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Dann wanderten wir zum Parkplatz, fuhren nach Kinsarvik zurück und kauften beim SPAR ein.
Bei der Rückfahrt zum CP legte ich einen Fisch-Stopp an einer Holz Pier am Fjord ein, ohne Erfolg.

Kurz vor dem CP haben wir noch direkt vom Erzeuger eine Schale reife, wohlschmeckende Kirschen gekauft, die wir permanent futtern. Sie schmecken sehr gut, noch nie haben wir Norwegische Kirschen gegessen.

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Kaffeetrinken, Wäschewaschen und –trocknen waren das weitere Tagesprogramm.
Zwischen dem Fußballspiel ITA: ESP haben wir Lachsfilet mit Zucchini und Salzkartoffeln gegessen.

Der Wind bläst jetzt um 20:15 Uhr recht kräftig aus Süd-Osten, ich habe die Markise doppelt befestigt, damit sie nicht davonfliegt.
Zwischenzeitlich ist unser kleiner Freund, der Heizlüfter, an und sorgt für eine wohlige Stimmung, während der Fjord schäumt. Den Sonnenuntergag sehen wir schon lange nicht mehr. Im Westen stehen haushohe, schneebedeckte Berge, im milchigen, nebeligen Abendlicht.

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Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 14:00

Dienstag, 28. Juni 2016, 08:30 Uhr, bewölkt, 14 Grad, Wanderung auf den Nosi, etwa 900 Meter hoch

Heute sollte das Wetter sonnig und schön werden, deshalb wollen wir wandern. Wir stehen rechtzeitig auf, frühstücken drinnen. Bei 14 Grad wird ja der Kaffee im Freien zu schnell kalt!

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Um 10:00 Uhr machen wir uns nach oben auf den Weg, der „Einstieg“ ist gleich hinter dem CP,

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der Aufstieg geht anfangs über eine Forststraße, später über einen von drei Nepalesen gerade wieder reparierten Weg. Schöne Blicke in den Sorfjord und auf die schneebedeckten Berge des Folgefonn-Gletschers haben wir, wenn die niedrige Wolkendecke dies zulässt.

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Wir machen Pause und warten darauf, dass sich die Wolkendecke weiter hebt und den Blick in die Hardangervidda freigibt.

Nach der Pause machen wir uns auf den letzten Kilometer nach oben und sind von der baumlosen Weite dieser Hochebene überrascht. Ein Wasserfall bahnt sich rauschend den Weg nach unten. Wir verweilen längere Zeit oben, die Sonne hat aus den Wolken geblitzelt und die einsetzende Thermik hat die Wolkendecke angehoben.

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Dann sind wir wieder nach unten gewandert, zum Teil auf der Mönchstreppe, einem sehr alten Pfad vom Fjord zur Hardangervidda.

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Um 18:00 Uhr waren wir wieder am CP zurück. Gerti hat auf den letzten Meter einen Bauchplatscher hingelegt, war müde und unaufmerksam, hat mit dem Fuß bei einer kleinen Wurzel eingehakt.
Nase, Hand und Knie wurden lädiert, Bepanthen muss nun helfen, die Wunden zu heilen.

Wir waren beide richtig groggy nach 8 Stunden am Berg und haben uns erst einmal ausgeruht. Später haben wir aus Gertis Bordküche zu Abend gegessen und den Abend ausklingen lassen.

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Der CP füllt sich zusehens, viele PKW und Zelte, natürlich auch Wohnmobile. Im Norden und Osten der BRD ist bereits Ferienbeginn.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 14:12

Mittwoch, 29. Juni 2016, 10:00 Uhr, bedeckt, schwach windig, 14 Grad, für diese Jahreszeit für uns zu kalt, Radausflug etwa 20 Kilometer

Wir hatten eine ruhige Nacht, kein Regen hat ans Wohnwagendach geklopft. Ich marschiere in die guten Sanitäranlagen und vertreibe die Nacht aus meinem Körper. Wir haben keine muskulären Nachwehen nach der gestrigen Tour, Gertis Nase ist noch leicht geschwollen.
Beim Frühstück draußen sehen wir der Drosselmutter und den Meisen beim füttern zu. Wir lassen uns Zeit beim abfahren nach Kinsarvik, wo wir um 13:25 Uhr die Fähre nach Utne nehmen wollen, um mit den Rädern am Hardangerfjord entlang zu radeln.

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Das Wetter ist bescheiden, es regnet ab und zu ganz leicht. Utne ist ein ganz kleiner Ort, ein Hotel aus dem Jahr 1722 zeugt vom Alter des Ortes.

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Die Radfahrt bis Lote ging bergauf und bergab, durch Obstplantagen mit Kirschen und Äpfeln.
Kirschen werden schon am Straßenrand zum Verkauf angeboten.

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Zurück in Utne habe ich im kleinen Supermarkt zwei Eis gekauft und wir haben sie gegessen, während wir auf die Fähre nach Kinsarvik gewartet haben. Wieder haben wir 78 NOK für die Überfahrt gezahlt, die etwa 15 Minuten dauerte.

In Kinsarvik angekommen habe ich die Räder wieder aufs Auto gepackt, wir sind zum CP zurückgefahren auf dem sich wieder neue Camper eingefunden haben. Weil das Wetter es zuließ, haben wir Sommerkottelet mit Kartoffeln zum Abendessen gegrillt.

Unsere Überlegungen für weitere Aktivitäten sind ja wetterabhängig, das in ganz Südnorwegen in den nächsten Tagen bescheiden sein wird, ein bedeckter Himmel und leichte Regenfälle sind angesagt. Wir werden Morgen mit dem PKW ca. 45 Kilometer östlich nach Eidfjord fahren und vor Ort entscheiden, welche Wanderung wir machen.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 14:33

Donnerstag, 30. Juni 2016, 09:30 Uhr, im Osten über den Bergen blauer Himmel und Sonnenschein, im Westen Wolken, 16 Grad, PKW-Ausflug nach Eidfjord und zu den Voringsfossen-Wasserfällen, gefahren 117 Kilometer

In der Nacht prasseln immer wieder Regenfälle aufs Wohnwagendach, die gegen Morgen aufhören. Wir haben ja kein besonderes Wetter erwartet, als Gerti das Rollo hochzog, schaute die Sonne durch die Wolken, sie liegt auf der Ostseite. Bis zum Frühstück hatten wir im Osten über den Bergen blauen Himmel und Sonnenschein. Deshalb Frühstück draußen,

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wir haben jeden Sonnenstrahl in uns aufgesogen. Danach haben wir uns ins Auto gesetzt und sind auf dem RV 13 über Kinsarvik, Ringoy und Bu gefahren.
Die Fahrt war bescheiden, weil ein LKW einige Autos vor uns im permanenten Clinch mit dem Gegenverkehr war, der RV 13 ist ja ein schmales Sträßchen mit Ausweichstellen.
Weil wir diese Strecke auch schon gefahren sind, wissen wir, wie gut wir das gemeistert haben.

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Später fuhren wir auf dem RV 7 bis Eidfjord, die Straße ist ausgebaut und durchgängig befahrbar. In Eidfjord haben wir das Auto auf dem SPAR-Parkplatz abgestellt und uns auf den Weg zum i-Punkt gemacht, den wir erst im zweiten Anlauf gefunden haben.
An der Pier lag – himmelhoch aufragend – die AIDAsol, ein Kreuzfahrtschiff. Ohne blauen Rauch aus dem Kamin, geht doch!

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Hunderte von gestrandeten Bootstouristen laufen durch den kleinen Ort, diejenigen, die keinen Ausflug gebucht haben. Wir schlendern durch den Ort, am Fluss entlang, zur alten Kirche und wieder zum Auto zurück.

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Dann fahren wir 7 Kilometer nach Ovre Eidfjord (das obere Eidfjord) und besuchen das Hardangervidda Naturzentrum Eidfjord, ein spannendes Erlebniszentrum im Bereich norwegische Natur, Klima und Umwelt.
Eine thematisierte Ausstellung in drei Etagen. Eintritt 260 NOK/29 EURO.

Wir sehen im Kinosaal einen Film über die Hardangervidda aus Hubschrauberposition, wir sind uns vorgekommen, wie im IMAX-Kino. Optisch wie akustisch. Der Rundgang durch die Ausstellung war sehr erlebnisreich für uns.
Im gegenüberliegenden Restaurant haben wir Kaffee getrunken,

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bevor wir zum Voringfossen-Wasserfall weiterfuhren. Norwegens bekanntester Wasserfall für den, der es vorher nicht wusste.
Früher war er noch ein Großer, dann wurde er kommerzialisiert, ein großer Teil der Wassermassen wird durch das Sima-Kraftwerk geleitet und zu Strom verarbeitet.
So sahen wir ihn mit halber Wucht herabstürzen, ein Regenbogen machte ihn richtig schön und fotogen.

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Nachdem wir wieder Touristen Selfieposend gesehen haben wissen wir, dass der Voringvossen auch in fernöstlichen Reisbüros bekannt ist.

Wir sind nach der Besichtigung von etwa 800 Meter auf Fjordhöhe runtergefahren. Bei der Rückfahrt habe ich in Brimnes an der Pier gefischt und nichts erwischt.
Eine Delfin- oder Tümmlergruppe haben wir im Fjord vor der neuen Hardanger-Brua beobachtet, die im auflaufenden Wasser vermutlich Brotzeit gemacht haben.
Danach begann die Rückfahrt zum CP. Wir haben uns bei der Hardanger-Brua verfahren, sind über sie Richtung Bergen, nicht vorher in Richtung Odda gefahren. Kosten: 150 NOK.

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Nachdem wir aber Richtung Odda müssen, wieder zurück über die Brücke. Kosten: 150 NOK.
Einmal falsch abbiegen kostete 300 NOK/33 EURO. Ich habe heute stark zur Refinanzierung der Brücken-Baukosten beigetragen.
Beim SPAR in Kinsarvik haben wir eingelegtes Rindfleisch für den Grill gekauft und nach Rückkehr zum CP zu Abend gegessen.

Die Sonne hat uns beim Abendessen Gesellschaft geleistet, beim Abwasch hat es leider wieder geregnet.
Wie immer am Abend werden die Bilder des Tages runtergeladen, der Reisebericht vervollständigt und das nächste Reise-/Besuchsziel ausgeguckt.

Morgen werden wir den RV 13 südwärts über Odda zum Latefoss-Wasserfall fahren, er soll wirklich ein ganz großer sein. Ich bin auch gespannt, wie der RV 13 die nächsten 40 Kilometer bei unserer Gespann-Weiterfahrt auf der Reise sein wird. Wie schmal immer auch, da müssen wir bald durch.
Jetzt um 22:45 spielen POL: POR noch unentschieden, ein Ergebnis muss her. Möge der Bessere gewinnen. Portugal im 11-Meter-schießen.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 14:49

Freitag, 01. Juli 2016, 09:45 Uhr, bedeckt, 14 Grad, still ruht der Fjord, Ausflug zu den Latefossen-Wasserfällen

Wir haben beide gut geschlafen. Am frühen Morgen bereits Abfahrgeräusche anderer Camper. Der Heizlüfter läuft im Bad, wie die anderen Tage auch.
Wir frühstücken draußen, trotz 14 Grad, würden uns aber freuen, wenn es mal wieder wärmer werden würde.
Der Wetterbericht zeigt keinen Wetterumschwung an.
Der Norden Deutschlands und der Süden Norwegens sind fest im Griff des Tiefdruckgebietes Pamela, das Kälte aus dem Norden im Kreis herumschaufelt.

Wir werden heute die Fahrt auf dem RV 13 nach Odda und weiter zum Latefossen-Wasserfall machen und uns die Gegend etwas ansehen. Die Fahrt auf dem RV 13 ist gewöhnungsbedürftig eng, auch eine Baustelle ist vorhanden. Odda, das wir uns angesehen haben, ist eher eine Industriestadt mit kleinem Hafen.

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Auf der Weiterfahrt zum Latefossen, einem Zwillingswasserfall, fuhren wir am Folgefonn-Gletscher vorbei.

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Am Latefossen waren wir nicht ganz alleine, bekamen gerade noch einen Parkplatz und gingen um rauschenden, weiß gischtenden Wasserfall.

Ist schon ein großes Spektakel, was der Wasserfall veranstaltet, er stürzt und fließt ja gleich neben der Straße zu Tale.

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Nach einer halben Stunde Wasserfall-schauen sind wir zurück über Odda und den engen RV 13 zum Bunprix nach Ullensvang und haben anschließend die Holz-Komponistenhütte aus dem Jahr 1877 von Edvard Grieg im Hotelgelände von Ullensvang angesehen.
Bei der Rückfahrt zum CP haben wir noch eine Schale Kirschen/Moreller erstanden, die wir gleich am Abend aufgegessen haben.
Leider hat es fast den ganzen Tag geregnet, unsere Stimmung ist durchnässt. Abendessen aus Gertis Bordküche.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 15:03

Samstag, 2. Juli 2016, 09:30 Uhr, 13 Grad, bedeckt, schwach windig, Wanderung rund um den CP Lofthus

Wir haben eine fast regenruhige Nacht verbracht. Gestern Abend haben wir viel TV gesehen, danach noch lange gelesen. Frühstück aus verständlichen Gründen leider wieder drinnen.

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Heute haben wir einen kleinen Spaziergang geplant, die Wetteraussichten sind bescheiden.
Nicht nur bei uns, wie wir aus den Wetternachrichten wissen.
Eine Flucht in eine andere Region Südnorwegens würde nichts am schlechten Wetter ändern.

Nach dem Frühstück und ein wenig aufräumen sind wir noch bei gutem Wetter nach Ullensvang am Fjord runter,

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haben die gotische Kirche von 1250 besichtigt, die eine sehr gute Akustik haben soll. Die Kirche selbst ist schön ausgemalt, mit bunten Glasfenstern.

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Nach der Kirchbesichtigung haben wir auf dem alten Friedhof herumgesehen.
Aus der Kirche kam Gesang und Gitarrenklang, wir sind gleich wieder reingegangen und haben Mäuslein gespielt. Zwei Frauen und ein Gitarrenspieler haben für eine bevorstehende Hochzeit geprobt, wunderschön anzuhören. Auch ein Lied von den Beatles, all your need is love, wurde geprobt, toll zu hören.

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Danach haben wir eine 1 ½ stündige Zwei-Wasserfall-Wanderung gemacht, auf der wir vom Regen erwischt wurden. Wir waren danach trotz Anoraks tropfnass.

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Beim Rückweg haben wir noch eine Schale Moreller/Kirschen gekauft, die sehr gut schmeckten.

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Das Erste Programm können wir erreichen, der heutige Fußballabend ist gerettet. Möge wieder der Bessere gewinnen.
Was auch noch wichtig ist, ich habe wieder meine Reiseberichte auf Vordermann gebracht und einige (viele) Bilder bearbeitet und verkleinert, die ich anschließend mailen werde. Das Wetter hat sich wieder gebessert, die Wolkendecke hat sich wieder gehoben und der Blick in den Fjord ist frei. Geht doch.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 15:33

[b]Unsere Reiseroute Lofthus Camping -> Bogstad Camping, vom 03. Juli bis 14. Juli, die letzte in Norwegen[/b]

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Sonntag, 3. Juli 2016, 08:00 Uhr, bedeckt/leichter Regen, 14 Grad, Fahrt von Lofthus nach Rysstad, gef. 227 Kilometer

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Die Elfmeter-Komödie der Spieler Müller, Özil und Schweinsteiger hat mich erheitert.
Und mir auch danach noch ein paar Minuten Schlaf geraubt. Trotzdem stehen wir heute etwas früher auf, weil wir weiterfahren müssen.

Frühmorgens um 08:00 Uhr erfolgte eine konzentrierte Aktion an Körper und Equipment. Alles bestens einstudiert und erfolgreich.
Um 09:30 Uhr haben wir angespannt und fahren vom CP Lofthus, der uns ganz gut gefallen hat, geräuschlos ab.

Wir fahren runter auf den RV 13, ich bin gespannt, welches Gefährt uns wann entgegenkommt und ob die Straße, die am Sorfjord entlang führt, dann breit genug ist.
Alles ist gut gegangen, bis Odda haben wir fast 40 Kilometer angespanntes fahren gut hinter uns gebracht. Danach fahren wir wieder am Latefossen-Wasserfall vorbei, diesmal ohne anzuhalten.

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Der RV 13 geht weiter bis Skare, die Straße steigt an.
Dann fahren wir auf der E 134 bis Roldal, einem Skiort auf 865 Höhenmetern. Wir kommen uns vor wie auf einer Hochgebirgsstraße, die Temperatur fällt auf 8 Grad.

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Danach folgt ein 5 Kilometer langer Tunnel, wir kommen wieder in einem Hochtal heraus, in dem Skigebiete liegen.

Danach fahren wir kilometerlang über eine Hochebene, kein Baum, kein Strauch mehr, nur Schneereste und Berge.
Durch das Haukellifjellet auf über 1.000 Metern zu fahren war wunderschön. Auch das Wetter wurde immer besser, kein Regen, vielfach Sonnenschein durch Wolkenlöcher, der die Landschaft erleuchtete.

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In den Skiorten viele Ferienhütten mit Grasdächern, die sich nahtlos in die Natur einfügten, keine Betonklötze.

Es reicht ja auch schon, wenn die Pisten geraupt werden und Lifte die Landschaft verschandeln. Es gibt auch viele Hinweise auf Wanderwege links und rechts der Straße, auch Parkplätze dazu.

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Aber wenig war los. Zwischensaison. Bei Haukelligrend verlassen wir die E 134 und fahren auf den RV 9 Richtung Evje. Steil geht die Straße nach oben, wieder führt sie über ein Hochtal, wir genießen die Fahrt fast ganz alleine, weil kaum andere Verkehrsteilnehmer unterwegs sind.

In Hovden durchfahren wir einen Wintersportort, der sich Alpincenter nennt und auf 800 Metern liegt. Hier war doch etwas los, einige Touristen waren unterwegs. Danach geht die Straße kontinuierlich abwärts, folgt Bächen, Flüssen und Seen, die Temperatur steigt bis auf 16 Grad an.

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Wir erreichen den CP Solvgarden in Rysstad um 14:00 Uhr, checken für zwei Tage ein und haben einen schönen Stellplatz mit SAT- und Internetverbindung gefunden.

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Nach einer Brotzeit fahren wir mit dem Auto in den kleinen Ort zurück, kaufen beim SPAR ein, bekommen, weil Sonntag ist, kein Bier!

Aber bei Statoil Diesel für den Tank, weil wir Morgen auf einer ganz kleinen Straße die mit 39 Serpentinen bestückt ist, etwa 70 Kilometer zum Lysefjord fahren werden, um den Kjerak zu besteigen. 5-6 Stunden Gehzeit werden dafür genannt.

Bei Regen sollen ein paar Wegstellen rutschig sein. Gerti fragt mich gerade: fällt Dir eigentlich etwas auf? Ich: nein. Gerti: Der Heizlüfter läuft heute nicht. Ja, schön warm ist es auch ohne den kleinen Freund.

Weiter zur Reise. Die Sonne scheint vom Zenit, wir haben uns in die Relaxliegen gesetzt und die warmen Strahlen genossen. Und weil das schöne Wetter zum grillen einlädt, haben wir Koteletts gebraten und dazu Kartoffelsalat gegessen.

Die Preise der Speisekarte vom Hotel/Restaurant, zu dem der CP gehört, hat uns von einem geplanten Abendessen abgehalten. Auch wenn Sonntag ist.
Jetzt um 22:20 Uhr machen die Franzosen beim Fußball aus den Isländern Kleinholz, sie werden wohl die nächsten Gegner von Deutschland sein. Gerti strickt, ich schreibe, der Himmel wird langsam grau, Nacht wird es hier oben nicht. Morgen geht es im Frühtau zu Berge.
Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 15:57

Montag, 4. Juli 2016, 08:00 Uhr, 13 Grad, sonnig, Fahrt über den Suleskarvegen zum Kjerak am Lysefjord, gef. 140 Kilometer

Nach dem Frühstück

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fahren wir ein paar Kilometer durch das Setesdal zurück und biegen links ab auf den Suleskarvegen, der nach Lysebotn führt.

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Zunächst geht die Fahrt nach oben, vorbei an einem Alpincenter mit Pisten und Langlaufloipen, wir erreichen 1.050 Höhenmeter.

Die Straße führt lange durch ein Hochtal, viele Teiche und kleine Seen liegen am Wegesrand. Auch Schneereste. Schafe weiden überall, sitzen auch mal am Straßenrand und lassen sich nicht stören.

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In Suleskar, am Abzweiger nach Stavanger, erreichen wir auf 570 Höhenmetern ein großes Feriendorf und einen CP, es wird fleißig gebaut. Auf der Weiterfahrt sehen wir ein Schneehuhn im Sommerkleid.

Nach weiteren 20 Kilometern auf einer engen Hochebenen-Straße erreichen wir den Parkplatz (60 NOK Parkgebühr) zum Aufstieg auf den Kjerak.

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Wir ziehen die Wanderstiefel an, nehmen die Regenkleidung, Regenschirme und die Stöcke mit nach oben, sind nicht alleine.

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Es geht kein Wanderweg zum Kjerak, der Weg führt auf glatten Felsen steil bergauf. Er ist vielfach mit Ketten gesichert. Nach einem ersten Anstieg führt der Weg wieder steil bergab, geht über einen kleinen Bach und wieder steil bergan. Und wieder bergab. Weil es geregnet hat, ist der Weg rutschig.

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Beim dritten Anstieg sehen wir kurz in den Lysefjord hinunter, bevor die Wolken, der Wind und der Regen kommen.

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Wir haben gerade mal etwas über die Hälfte des Weges erreicht. Weil wir erwarten, dass sich das Wetter bessert, machen wir eine Brotzeitpause.
Das Wetter wird besser und Gerti steigt aus, will wieder runter.

Wir verabreden, dass sie beim zweiten „Gipfel“ auf mich wartet. Ich steige eine Stunde weiter auf, der Regen saut mich ein, die Wolken fetzen. Noch ist nicht absehbar, wann ich den Kjerakbolten, unser heutiges Ziel erreichen werde.

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Als sich die Wolken etwas heben, sehe ich sehr weit voraus immer noch Wanderer in Richtung Bolten gehen und beschließe, umzukehren. Gerti hat mindestens 1 ½ Stunden Vorsprung, es regnet, sie kühlt aus, es wäre unverantwortlich, noch weiter nach oben zu gehen, nur um den Stein in der Spalte zu sehen.
Oder drauf zu steigen.

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Ich mache kehrt und gehe so schnell es geht wieder nach unten.
Durch den Regen und kleine Bäche, die sich am Plateau gebildet haben.

Nach langer Zeit sehe ich Gertis Anorak, pfeife ihr und melde mich.
Dann muss ich ja noch weit runter und wieder zu ihr rauf. Ich bin etwas außer Atem, raste kurz aus und schon geht es wieder abwärts auf regennassem Fels, dann rauf und runter.

Einige Male zur Sicherheit mit einer Hand an der Kette. Diese 5-stündige Kjerak-Wanderung war sehr anstrengend, insbesondere deshalb, weil der Fels nass war und rutschig sein konnte.

Danach fahren wir wieder ca. 70 Kilometer auf der kühnsten Bergstraße Norwegens, die 1984 eröffnet worden ist, vom Lysefjord ins Setestal, zu unserem CP.
Achterbahn pur, durch Urweltgegend. Neben der viele Steinmanderl zu sehen sind, ein Zeichen dafür, dass hier oben viel gewandert wird.

Abends gab es Kohlehydrate in Form von Spaghetti Bolognese.

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Ingo Martin
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 16:07

Dienstag, 5. Juli 2016, 09:00 Uhr, Sonne, 14 Grad, Fahrt von Rysstad nach Byglandsfjord, Neset Camp, gef. 63 Kilometer

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Wir lassen uns nach dem gestrigen Wandertag mit dem aufstehen länger Zeit, gehen die Abreise gemächlich an, frühstücken draußen im Sonnenschein.

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Um 10:45 Uhr fahren wir auf die gut ausgebaute E 9, die das Setesdal durchzieht.
Die Straße geht immer an der Otra entlang, die mal schneller, mal langsamer fließt.
Nach Wochen haben wir kurze Hemden ohne Unterhemden an, die Autofenster sind leicht geöffnet, wir sind wärmesüchtig und freuen uns auf jeden Sonnenstrahl.

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Nach 63 Kilometern Fahrt sind wir um 11:45 Uhr am Neset Camp in Byglandsfjord angekommen, haben einen schönen Stellplatz direkt am See gefunden.

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Es hat lange gedauert, bis wir SAT-Kontakt hatten, eine Birke neben uns hat den Kontakt gestört.
Nach dem Aufbau des Wohnwagens haben wir Brotzeit gemacht und dem Treiben der Entenmütter mit vielen Jungen zugesehen.
Bei Ihnen gibt es eine Hackordnung, die wir so vorher noch nie gesehen haben.
Entenmütter und etwas ältere Entenkinder attackieren und tauchen kleinere Entenjunge von anderen Entenmüttern unter.

Sie sind untereinander auch brotneidig, wir sind für einige Entenmütter die Futterquelle, die sie gegen andere Enten verteidigen. Zwischenzeitlich habe ich viele kleine Entenküken als Freunde, sie fressen mir aus der Hand, zwicken mich in die Zehen, um mehr Futter zu bekommen.

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Abends haben wir den Grill angeworfen und sehr lange gelesen.

Mittwoch, 6. Juli 2016, 09:00 Uhr, sonnig, 18 Grad, 20 Kilometer Radfahrt am Byglandsfjord


Heute ist ein Ruhetag, Sonne ist angesagt, die wir tanken wollen.
Wir frühstücken in kurzen Hemden und Hosen, füttern gleich unsere kleinen Entenküken.

Es ist windig, er bläst aus Norden. Nach dem Frühstück fahren wir mit den Rädern in den Ort Byglandsfjord, kaufen beim SPAR ein, verstauen es in der Satteltasche und fahren auf der ruhigen Straße direkt am See nordwärts. Nach 10 Kilometern setzen wir uns auf einer Schäre an den See, genießen die Ruhe, die Sonne und den Blick in die Landschaft.

Danach geht es zurück zum CP. Den ganzen Nachmittag haben wir in den Stühlen gesessen, gelesen, gedöst, die Sonne genossen, im Windschatten des Wohnwagens konnte man es gut aushalten. Die kleinen Entenküken waren auch ein paar Mal da, die Kaninchen grasen ungestört auf der Wiese.
Diesen ruhigen Sonnentag haben wir uns verdient und ihn genossen.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 16:19

Donnerstag, 07. Juli 2016, 08:30 Uhr, bedeckt, 15 Grad, Radtour rund Byglandsfjord, 60 Kilometer

Der CP ist sehr ruhig, die Wellen schlagen ans Ufer, das aufstehen ist blasenbedingt notwendig.
Wir ziehen unsere Rad Dress an, frühstücken draußen und machen uns auf den Weg. Wir haben vor, den Byglandsfjord zu runden.

Wir fahren die kleine, ruhige Straße, die wir schon gestern beradelt haben, weiter, immer am Byglandsfjord entlang.

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Nicht immer auf Seehöhe. Oft Steigungen und danach wieder Bergab im Karacho. Nach 33 Kilometern fahren wir über die Brücke der Otra und erreichen auf dem RV 9 Bygland. Beim Museum machen wir Brotzeit,

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beim Glasbläser schauen wir zu, wie er und seine beiden Frauen Weingläser blasen.
Erstaunlich, welches Geschick der Glasbläser an den Tag legt und welche Schritte notwendig werden, um ein formvollendetes, schönes Weinglas herzustellen.

Wir hätten gerne ein Glas gekauft, haben jedoch davon abgesehen, weil wir in den Radtaschen den Transport nicht sicherstellen können.

Scherz an: unsere Fahrräder haben wir bei der Tesla-Ladestation (insgesamt 8 Ladestationen und eine Schnelladestation waren installiert) während des Besuches beim Glasbläser aufgeladen.

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Die Norweger sind, was E-Autos betrifft, viel weiter als die Deutschen. Wir haben sehr viele Tesla E-Autos gesehen – aber nicht gehört.
Bei Gegenwind und oftmals Regenschauern fahren wir auf dem RV 9 zum CP zurück.

Abendessen gab es aus Gertis Küche.
Danach habe ich für Donnerstag, 21. 7. 08:05 Uhr die Stena-Fähre von Varberg (S) nach Grena (DK) für 191.- € online gebucht.
Dass Deutschland gegen die Franzosen beim Fußball verloren haben, hat mich nicht gewundert. Die Durchwurstelei hat ein frühzeitiges Ende genommen.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 16:38

Freitag, 08. Juli 2016, 08:45 Uhr, 16 Grad, sonnig, Fahrt von Byglandsfjord nach Mandal

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Das Wetter ist viel zu schön, um abzureisen.
Wir lassen uns mit dem Frühstück und dem abreisen heute viel Zeit.
Um 10:30 Uhr fahren wir auf den RV 9 in Richtung Kristiansand.

Elch-Hinweisschilder gibt es viele, die Gegend ist, wie ich meine, auch für Elche geeignet. Wälder, Seen, die Otra, Wiesen und wenig Menschen bzw. Besiedelung.
Es ist hier auch viel schöner als im Tierpark Hellabrunn, wo welche leben. Aber einen Elch haben wir auf unserer bisherigen Reise trotz geeigneter Gegend nicht gesehen. Schade.

Im Otra-Tal, das wir bergab fahren, wird Land- und Forstwirtschaft betrieben. Die Otra ist z. T. auch ein Wildfluss, auf dem geraftet wird. In früherer Zeit wurde Bergbau betrieben, wie ein Mineralpark zeigt.
Irgendwann vor Kristiansand biegen wir auf eine kleine Straße 461 ab, kaufen bei Rema groß ein und erreichen die E 39.

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Nach weiteren 40 Kilometern auf der E 39 erreichen wir Mandal, biegen auf die Straße 455 rechts ab und erreichen um 13:00 Uhr den CP Sandnes.

Er liegt etwa 2 Kilometer nördlich von Mandal am Mandal-Fluß. Wir finden einen Stellplatz mit SAT-Verbindung, Internet funktioniert nicht gscheit und kostet. Geht’s noch?

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Weil uns das Geld beim einkaufen ausgegangen ist, fahren wir mit den Rädern nach Mandal, erinnern uns daran, dass wir 2010 schon mal hier waren.

Wir fahren weiter zur Mündung des Mandal-Flusses und sehen einige Fischer beim Makrelenfang. Mein Jagdinstinkt ist geweckt.
Wir sind zum CP zurück geradelt, haben Kaffee getrunken und sind gleich danach mit dem Auto zum Makrelen-Spot zurück gefahren.
Nach einer Stunde hatte ich 9 Makrelen im Sack, einige kleinere habe ich zurück ins Aufzuchtbecken geschickt. Wir haben sie ausgenommen und eingefroren.

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Zu Abend gab es Polser (Grillwürste) mit Kartoffelbrei. Die Sonne hat einen großen Hof – das Wetter wird doof?! Oder stimmt dieser Spruch hier im Norden nicht?


Samstag, 9. Juli 2016, 08:45 Uhr, sonnig, leichte Bewölkung, Wind aus West, Radausflug, 33 Kilometer

Die Sanitäranlagen sind für die Größe des CP nicht ausreichend. Stau am Morgen.
Wir frühstücken draußen, mit Blick auf den Mandal Fluss.
Mit frischen Erdbeeren aus Norwegen als Frühstückszuckerl.

Für heute planen wir einen Radausflug an die Küste, in die Schärenwelt. Das Wetter passt.

Nach dem Frühstück ziehen wir uns fürs Radfahren an und steigen auf. Tour Nr. 5: An den Schären entlang zum Erholungsgebiet Selvag wird in Angriff genommen. Eine Trimm dich-Strecke, bei dem es rauf und runter ging. Öfter sind wir auch abgestiegen, wenn die Steigung für uns zu groß war, und haben die Räder geschoben. Die Route entlang der Schären brachte viele schöne Ausblicke, viele Boatpeople waren meist mit Motorbooten unterwegs.

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Ein Ferien-Samstag in einem reichen Land. In dem es sehr viele Ferienhäuser auf exponierten Grundstücken mit herrlicher Sicht in die Schären gibt.

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Wir sind gut ausgearbeitet am CP zurückgekommen, haben Kaffee getrunken und sind anschließend noch einmal zum fischen an die Flussmündung gefahren.

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Heute hatte Petrus kein Erbarmen mit mir, einige Blinker und meine gute Nah-Lesebrille sind im Fluss geblieben, eine Makrele, die ich in Stunden gefangen habe, habe ich verschenkt.
Der Wind war zu stark, Fische beißen bei dieser Wetterlage schlecht. Nicht nur bei mir.

Am CP zurück haben wir die Sonne genossen und gefaulenzt.
Abends gab es drei Makrelen (von gestern) mit Salzkartoffeln und teurem Bier. Heute habe ich auch die Reiseberichte der vergangenen Tage nachgetippt, meine Hausaufgaben gemacht. Jetzt ist es schon wieder 22:45 Uhr, die Sonne ist untergegangen, es wird Nachtgrau, nicht dunkel.
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Re: Norwegenreise 2016 mit dem Wohnwagen, mit Bildern

Beitragvon Ingo Martin » So, 05. Jun 2022, 17:02

Sonntag, 10. Juli 2016, 09:30 Uhr, Regen, 13 Grad, NO-Wind, Ausflug zum Lindesnes Fyr, 88 Kilometer gefahren

Gestern haben wir noch im Sonnenschein den Abend beendet, in der Nacht hat es schon einige Male geregnet, am Morgen auch. Wir stellen den kleinen Heizlüfter an, frühstücken drinnen. Die Großwetterlage ist für den Norden Europas nicht günstig, mehrere Tiefdruckgebiete hintereinander ziehen von Island westlich und beglücken den Süden Norwegens, Dänemark und auch Norddeutschland.
Wir wollen heute das Lindesnes Fyr, den Leuchtturm am Süd-Westlichen Zipfel von Norwegen besuchen. Von dort zum Nordkap sind es 2.518 Kilometer.

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Deutschland bringt es gerade mal auf 1.000 Kilometer in der Nord-Süd-Achse. Es regnete noch stark, als wir am CP wegfuhren, die Wolkendecke war gerade mal auf etwa 200 Metern. Auf der E 39 fahren wir nach Vigeland, dem Geburtsort von Gustav Vigeland, dem Bildhauer,

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biegen dann auf die 460 Richtung Spangereid ab und fahren weiter zum Leuchtturm. Unterwegs fahren wir an unzähligen Bootshäusern vorbei, die an den Fjorden z. T. neu gebaut wurden. Bootshäuser, in denen unten Motorjachten unterschiedlicher Größe liegen, oben wird gewohnt.

Dass die Eroberung der Meeresbuchten so stark zugenommen hat, haben Gerti und ich gemeinsam festgestellt. Wir waren ja 2010 schon einmal hier, da war noch nicht so viel zu- und ausgebaut. Dass das Meer die vielen neuen Abwasserproduzenten nicht klaglos wegstecken kann, sieht man an der Algenbildung. Die Massierung von Feriensiedlungen in Südnorwegen nimmt zu.

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Am Lindesnes Fyr – Parkplatz stehen sehr viele Wohnmobile und weniger PKW. Wir sind nicht so alleine, wie vor 6 Jahren, als wir den Sonnenuntergang hier draußen erleben durften. Es hat zu regnen aufgehört.

Das Gelände wurde seit 2010 zu einem großen Informationszentrum ausgebaut.

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Wir sind am Eingang am Ticketverkauf vorbeigegangen, wollten die angebotenen Zusatzinformationen nicht sehen. Wir wandern über das Leuchtfeuergelände, steigen auf den Leuchtturm, schauen uns die Reste der Geschützstellungen aus dem 2. Weltkrieg an,

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gehen in eine Ausstellung, die die Historie des Leuchtfeuers am Südende Norwegens aufzeigt.

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Die Errichtung des Leuchtfeuers wurde von König Frederick der Dritte 1655 beschlossen, seit 1656 brennt hier ein Leuchtfeuer unterschiedlicher Ausprägung und Stärke.

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Beim zurückfahren haben wir uns noch den Hafen in Lillehavn angesehen, auch er wurde stark ausgebaut, viele Ferienhäuser prägen heute das Bild des einstigen kleinen Fischerhafens, den wir kannten.

Ein Fischversuch brachte kein Ergebnis. Weil es nicht mehr regnete und der Wind nicht so stark wie gestern blies, sind wir anschließend noch zur Mündung der Mandalselva gefahren, um zu fischen.

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Eine Plastiktasche voller, meist kleinerer Makrelen war die heutige Ausbeute. Ich habe einige verschenkt, weil unser Kühlschrank-Tiefkühlfach sonst übergelaufen wäre. Das ausnehmen der Makrelen war eine blutige Angelegenheit, über die Innereien haben sich Möwen und Nebelkrähen gefreut.

Gerne hätte ich noch weiter gefischt, wenn größere Makrelen in der Flussmündung gewesen wären. Sie sind ausgezeichnete Kämpfer und wehren sich kräftig, bevor sie auf dem Grill landen.

Uns ist beim Heimfahren aufgefallen, dass der Himmel um 18:00 Uhr merkwürdig dunkel war. Dunkelgraue Wolken ziehen am Himmel dahin. Der CP hat sich gefüllt, ein Hamburger wird wegen dem nicht eingehaltenen 4-Meter-Abstand zum Nachbarn laut. Wir stehen gut.

Zu Abend hat Gerti Putengeschnetzeltes mit Semmelknödel gemacht, wir haben draußen gegessen, uns aber sehr schnell nach drinnen zurückgezogen und den kleinen Freund Namens Heizlüfter angeworfen.
Bedauerlich ist es, dass unsere Schnapsreserven zu Ende gegangen sind, nun wird es auf dieser Reise kein Dessert zum Nachtisch mehr geben.

Das Endspiel POR: FRA läuft im TV vor sich hin, Ronaldo wurde markiert und ausgeschaltet, Fußball-Taktik halt.

Und der Himmipappa lässt es wieder kräftig regnen, es prasselt aufs Wohnwagendach.

Wir sind im Reisezeitplan, Morgen werden wir noch in Mandal sein und es ansehen ohne zu fischen, dann fahren wir weiter nach Risör, auf halbem Weg nach Oslo gelegen, wo wir ein paar Tage bleiben und die Stadt zum Dritten Mal anschauen und erleben.
Anders Breivik der Jugendmörder von Utoya sitzt ja hinter Gittern, 2011 war er eine Woche nach unserem letzten Besuch mörderisch tätig.
Portugal wurde Europameister, auch ohne Ronaldo, kein Terroranschlag hat das Turnier erschüttert. Gut so.
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