von Chris665 » Di, 07. Okt 2008, 17:31
Hallo Thomas,
die schnellste Strecke hoch nach Andenes führt ab Göteborg/Uddevalla über die E 45 durch Schweden ("Inlandsvegen") nach Kiruna, dann über Narvik zu den Vesteralen. Diese Strecke ist deshalb schneller, weil man in Schweden schneller fahren darf als die (fast) flächendeckenden 80km/h in Norwegen, weil die Straßen weniger kurvig und holprig sind und weil sie weniger Steigungen aufweisen. Nach Göteborg gibt es mehrere Möglichkeiten, z.B. in Dänemark hoch bis Frederikshaven und dann übersetzen oder, wie wir es oft machen, über die Vogelfluglinie (Puttgarden/Fehmarn-Rodbyhaven und Helsingör-Helsingborg). Winterreifen braucht man im Juni nicht mehr.
Gute Idee, zügig hochzufahren und dann gemächlich zurückzubummeln. Weiter nördlich als Andenes würde ich nicht fahren, weil zu "gerölllastig". In Andenes gibt es mehrere kleine Museen, ganz putzig. In Stokmarknes ist sicher das Hurtigrutenmuseum einen Besuch wert. Ein ausgedientes Linienschiff hat man dort an Land gezogen, in dem man herumlaufen kann. Wer mit dem Womo der Straße westlich folgt, findet nach ein paar Kilometern schöne Plätze für freies Übernachten mit Blick aufs Meer. Ein "Muss" sind ganz sicher die Lofoten, die eine phantastisch schöne Szenerie bieten. Es bietet sich an, sie bis zur westlichen Spitze abzufahren und dann von Moskenes nach Bodö überzusetzen, um der Küste nach Süden auf dem RV 17 zu folgen. Eine Traumstrecke, immer wieder durch kleine Fähren unterbrochen, mit vielen netten Plätzchen für freie Womo-Übernachtungen. Highlights für uns noch zwischen Lofoten und Trondheim: Svartisen-Gletscher, Marmorschloss, Rago Nationalpark. Trondheim ist eine nettes Städtchen, besonders, wenn man zur Zeit der Olafsfestdagene dort weilt. Einen kostenlosen Womo-Übernachtungsplatzplatz gibt es im Ortsteil Lade, dicht beim Musikinstrumente-Museum. Von dort kann man bequem in die City radeln oder mit dem Bus fahren.
Südlich von Trondheim wird es schwierig mit Tipps, weil sich dort das im Norden sehr schmale Norwegen enorm weitet und auffächert. Da könnte man Seiten über Seiten schreiben. Was man in Südwestnorwegen alles sehen und erleben kann, ist schier uferlos. Vier Wochen sind eine lange Zeit, aber im Grunde zu wenig für Süd- plus Nordnorwegen. Wir haben uns jeweils 4-5 Wochen für eins von beiden genommen. So gilt es, Schwerpunkte zu setzen, z.B. am Sognefjord mit Gletschern, Stabkirchen, Obstplantagen, gigantischen Wasserfällen usw. Taste dich auch mal mit der Suchfunktion hier durchs Forum. Eine vieldiskutierte Erfahrung ist, dass man die Entfernungen und die geringe Durchschnittsgeschwindigkeit, die man insbesondere in den Fjord- und Fjellregionen erzielen kann, erheblich unterschätzt und in eine ungute Hetzerei verfällt.
So, erstmal soviel. Stelle ruhig weitere, möglichst konkrete Fragen, du wirst hier im Forum nur nette Leute antreffen, die viel, viel wissen und es mit dir teilen.
Viel Spaß beim Planen wünscht Chris