Nach drei Winter-Aufenthalten in Sjusjøen wollen wir mal ein neues Gebiet erkunden - die Wahl fällt auf das Nesfjellet bei Nesbyen. Wir sind sehr gespannt. Unsere Freunde hatten dort auch ein Haus gebucht - und haben doch tatsächlich 8 Wochen vor Reiseantritt eine Stornierung bekommen. Katastrophe. Trotz intensiver Suche nach einer neuen Unterkunft kann man das natürlich so kurz vorher komplett vergessen - es sei denn, man hat 5.000 € übrig… Sehr schade, aber Jammern hilft auch nicht, jetzt fahren wir eben alleine.
Und warum uns dieser Urlaub am Ende so viel wir zwei Urlaube gekostet hat … das erfahrt ihr am Ende der Geschichte…
Freitag, 26.12.2025
Wegen diverser Trödeleien kommen wir trotz frühen Aufstehens statt um sieben erst um viertel vor acht los. Das Wetter ist total schön: frostig kalt mit klarem Himmel. Zunächst kommen wir super durch, dann bremsen uns ein Unfall nach Hannover und natürlich der obligatorische Elbtunnelstau aus, sodass wir leider nur ein ganz kurzes Hundesgassi vor der Fähre schaffen. Erst um viertel vor fünf checken wir bei Stenaline ein (sind aber bei Weitem nicht die Letzten) und legen viertel vor sechs pünktlich ab. Das vorreservierte Buffet schmeckt wieder vorzüglich, wir kaufen noch im Shop ein und verkrümeln uns früh in die Kabine, von Deck aus gibt es eh nichts zu schauen, es ist ja stockfinster. Wir begleiten im Fernsehen noch den armen Kevin, der alleine durch New York tingelt, dann sind wir so müde, dass wir alle total schnell einschlafen.
Samstag, 27.12.25
Der Wecker um 7 weckt erst mal nur mich, ich verschwinde aufs Hundedeck. Als wir später noch frühstücken wollen ist die Schlange am Buffet ultralang und die Kinder haben nicht wirklich Hunger. Also probieren wir es diesmal auf Deck 9, dort gibt es das Frühstück für Frühstücksmuffel: Croissant mit Kaffee bzw. belegtes Brötchen mit O-Saft. Reicht eigentlich, aber schöner und gemütlicher ist halt doch das Buffet!

Noch ein Besuch an Deck bei bestem Wetter, dann legen wir pünktlich um 9.15 Uhr an und sind um viertel vor 10 endlich on the Road gen Norden. In Schweden strahlt die Sonne, von Schnee ist bei plus vier Grad nicht die geringste Spur.
Fahrttage sind halt etwas langweilig - vor allem, wenn man anstatt einer Winter- eine Herbstlandschaft vorfindet und somit nicht mal was Schönes zum Kucken hat. Einzig die gefrorenen Wasserfälle am Straßenrand lassen uns nicht ganz vergessen, dass wir eigentlich in den Winterurlaub fahren. Die E6 führt uns bis Oslo, von dort aus geht‘s nach Westen auf der E18 … und hier stehen wir tatsächlich im Stau. Und sowas in Norwegen! Als wir auf die 7 ins Hallingdal abbiegen finden wir endlich eine zarte Schneedecke, die Wintergefühle aufkommen lässt. Es wird langsam dunkel hier unten im Tal, der Fluss ist gefroren. Ab Nesbyen geht’s dann hoch in die Berge (hier sind wir im Sommer auch durchgefahren). Das Nesfjellet ist leicht zu finden, auch die Wegbeschreibung zu unserer Hütte ist perfekt. Als wir kurz vor fünf dort ankommen ist es natürlich stockfinster, aber es leuchtet dort im Fenster ein Stern - da muss man unwillkürlich an die Weihnachtsgeschichte denken.

Das Ausladen geht zu viert recht schnell, und nachdem wir uns vom ersten Schreck, dass zunächst kein Wasser aus den Hähnen kommt, erholt haben, kommt dieses heimelige Wohlgefühl auf, das wir in Norwegen stets haben. Bei meinen ersten Spaziergang kann ich wunderbar die Sterne funkeln sehen und als ich in die Hütte zurückkehre, prasselt gemütlich das Feuer im Kamin, wir lassen uns das Essen schmecken. Außer einem weiteren Nachtspaziergang passiert heute nichts mehr. Nach der langen Anreise sind wir auch alle echt müde. Gut Nacht.
























