stjerneskudd hat geschrieben:Oh, mir fallen da schon einige Dinge ein, die in Deutschland besser sind:
- keine Wartezeiten für OPs (ausser man will einen super-Helden Operateur und nur den- dann selber schuld)
da gibt es auch wartezeiten und das auch für routineeingriffe beim no name operateur. Wartezeiten auf z.B eine Hüftprothese oder Bandscheieben OP (nicht akkut) betragen auch in Deutschland mehrere Monate.
Das Problem hat man in Norwegen auch, aber mit der freien Krankenhauswahl kann man sich leicht und schnell orientieren wo man die Behandlung schneller bekommt
stjerneskudd hat geschrieben:- Gute Geräteausstattung- man muss nicht für ein blödes Sono 150km ins nächste Krankenhaus fahren/fliegen
in ländlichen Gebieten ein Problem, aber wenn man denn da ist wo die Geräte vorhanden sind so finde ich norwegische Kliniken (nicht legevakten) deutlich besser technisch ausgestattet wie z.B deutsche. Bei uns ist im OP vor zwei Jahren technische Ausrüstung rein gekommen mit der wir Europaweit führend waren und immer noch kommen Ärzte aus aller Welt um sich bei uns das demonstrieren zu lassen.
Generell sehe ich das hier viele Sachen Standart sind oder Angeschafft werden die in Deutschland schon lange irgendwelchen Sparmassnahmen zum Opfer gefallen sind.
In Norwegen ist auf Grund der dünnen Besiedelung und der geringen Bevølkerungszahl für die Leute auf dem Land alles weiter weg. Ob es sich da nun um ein vinmonopolet oder ein Sono handelt. Ich habe oft den Eindruck das dieses Ding mit den Entfernungen nur für "zugereiste" ein Problem ist. Die meisten Einheimischen auf dem Land sehen es als ganz normal an das eben diese Dinge ein gutes Stück von der Haustür weg sind und wenn das lokale system mit fastlege/legevakt und lokalsykehus funktioniert ist das auch kein Problem. Ich kenne jedenfalls genug Patienten "vom Land" und auch genug medizinisches Personal aus ländlichen Gegenden.
stjerneskudd hat geschrieben:- keine Korridorbetten, in denen man bis zu fünf tagen liegen muss bis mal ein Zimmer frei wird
der Punkt geht an dich! Die Bettensituation in Norwegischen Kliniken lässt teilweise wirklich sehr zu wünschen übrig und das ist auch ein Punkt wo von Seiten der Politik ja zum Glück dran gearbeitet wird. Helt enig med deg, das ist ein dicker minuspunkt! Aber gleich wieder die Anmerkung, auch in Deutschland sind Korridorbetten noch kein vølliges Fremdwort, auch wenn was das angeht die Lage dort nicht so schlecht ist wie in Norge.
Nur wenn ich die Wahl habe zwischen einem Luxuszimmer mit Kabeltv und allem Schnickschnack aber keine Pflegekraft die mir hilft wenn ich sie brauche oder einem Korridorbett mit Pflegepersonal, ich denke ich würde letzteres wählen! Damit will ich nicht ausdrücken das ich Korridorbetten gut heisse, in keinster Weise! Aber die pfelgerische und medizinische Versorgung sehe ich als wichtiger an als wo das Bett steht.
stjerneskudd hat geschrieben:- freier Zugang zum Facharztwahl- niemand kennt sich perfekt in allen kleinen Fächern aus und gerade im HNO/Pädiatrischen/Dermatologischen Bereich wird vom Fastlege oft falsch behandelt (in D in ländlichen Regionen übrigens auch)
ich bin kein Freund des deutschen Facharztwahns. Hab zu viele Leute gesehen die von Facharzt zu Facharzt zu Facharzt rennen und so lange weiter machen bis sie eine Diagnose bekommen haben die ihnen "passt"... Und das geht dann alles zu lasten des Gesundheitswesens.
Ich halte es für total übertrieben wegen z.B wegen ein bisschen Magenschnmerzen sofort zum Facharzt rennen zu müssen, wie es heute in Deutschland ja bereits gang und gebe ist. Ein kompetenter, erfahrener Hausarzt reicht für viele Dinge aus. Nur meint der deutsche ja das der Hausarzt eh nichts kann und man gleich zum Facharzt rennen muss. Die folge sind dann explodierende Kosten im Gesundheitswesen und keiner weiss mehr wie das ganze finanziert werden soll. Also muss weiter gespart werden und das geht dann zu lasten der Patienten und des Personals im Gesundheitswesen.
Meine Erfahrung aus Norwegen ist, das mein Hausarzt mich eigentlich sehr schnell zu einem Facharzt weiter überweist wenn dafür der Bedarf besteht und auch wenn ich bei meinem Hausarzt anrufe um z.B eine überweisung für eine Routinekontrolle beim Dermatologen zu bekommen, so ist das nie ein Problem. Soll heissen, ich habe hier nie das Gefühl das mein Zugang zum Facharzt in irgendeiner Weise eingeschränkt ist.
stjerneskudd hat geschrieben:- fast alles wird bezahlt
hier doch auch. Eigenanteil und anschliessend die wirklich faire frikort Løsung. Ein faires System.
stjerneskudd hat geschrieben:- super psychiatrische/psychosomatische Versorgung (hatten wir schon)
ob sie super ist will ich mal leicht in zweifel ziehen, denn auch in Deutschland gibt es in diesem Bereich grosse Personalprobleme - ergo würde ich das super durch maximal ein gut ersetzen. Fakt ist, das in Norwegen in dem Bereich die Probleme grøsser sind wie in Deutschland.
stjerneskudd hat geschrieben:Kein System ist absolut gut oder schlecht, aber ich finde N hat echt nicht das beste. Wer behauptet die Patienten in Norwegen haben es rundweg gut, ist nicht ehrlich.
nein, das beste system hat es nicht. Im gesamtbild jedoch halte ich es sowohl von der Seite des Patienten als auch von der Angestellenseite her fïr das bessere System wenn ich es mit Deutschland vergleiche.
Keine Frage, auch im Norwegischem System gibt es Probleme, Dinge die dringend verbessert werden müssen, aber im direkten vergleich finde ich das das System in Norwegen mit einer besseren Gesamtnote aus dem vergleich hervorgeht wie das deutsche.
stjerneskudd hat geschrieben:Aber vergleichen wir mal D und N mit Holland oder der Schweiz, dann schauen eh beide ersteren Systeme schlecht aus. Die Holländer und Schweizer haben es echt geschafft, viele Probleme gut und kostengünstig zu lösen. Und gerade in der Schweiz gibt es viele ländliche, sehr dünn besiedelte Gebiete die man mit Norwegen vergleichen kann!!
ich hab eine Freundin in der Schweiz die dort im Gesundheitswesen arbeitet und die haben auch einiges an Problemen die man so auf den ersten Blick nicht sieht - wie wohl überall. Eine andere Kollegin von mir ist schweizerin und lebt seit 4 Jahren hier und findet es hier nicht schlechter wie in der Schweiz. Ich kenne die Situation im Gesundheitswesen beider Länder nur vom hørensagen und nicht aus persønlicher Erfahrung und kann mir deswegen darüber kein Urteil erlauben.
Trolljenta