von injustice » So, 17. Jun 2007, 12:03
Natürlich geht es nicht, einfach so unvorbereitet aufzubrechen. Dennoch sind Theorie, d. h., was ich vorher alles in Erfahrung gebracht habe, und Praxis, zwei völlig verschiedene Dinge. So hab ich doch auch gesagt: Mir ist es erst einmal ganz egal, welche Art Job ich mache, um ins Arbeitsleben einsteigen zu können. Statt meines Bürojobs wollte ich gern etwas physisches machen, zum Beispiel. Und jetzt, wo ich etwas ganz anderes tue, glaubt man gar nicht, wie schwer das eigentlich werden kann. Welchem Druck man unterliegt, weil man ja gern funktionieren möchte, sich anpassen will, eben alles richtig machen, weil man es sich ja so gewünscht hat und dennoch eher unglücklich dabei ist. Was für mich jetzt aber nicht der Grund wäre, nach Deutschland zurückzukehren. Ich lobe mir stattdessen vor allem meine deutschen Kontakte hier, denen es in manchen Dingen zum Beispiel ähnlich geht, die sich gegenseitig unterstützen. In Deutschland hatte ich auch nicht 200 gute Konakte in der Umgebung, stattdessen 2-3 richtig feste Freunde, was ich für wichtiger halte. Und eben so halte ich es nun auch hier. Es ist mir erst einmal wichtiger für mich selbst alles richtig zu machen, mich wohlzufühlen, meinen Weg zu finden. Erst mit der Zufriedenheit in mir selbst ist es mir möglich so locker auf andere zuzugehen. Norwegische Konakte habe ich ja trotzdem, schon durch den Job, Freunde von uns ..., genug für 3 Monate, die ich nun hier bin.
Das ist ein Forum hier, ganz klar und jeder äußert frei seine Meinung. Aber was jeder für richtig hält, wie er die Sache angeht, wenn der eine es auch anders machen würde, liegt ja im freien Ermessen. Bissel kommt bei mir das Gefühl auf, dass es nur richtiges Auswandern wäre, wenn alles fehlerfrei nach norwegischem Vorbild funktionieren sollte. Aber bitte vergesst nicht dabei, dass die deutschen Auswanderer auch eine eigene deutsche Mentalität besitzen, die ich meiner Meinung nach nicht bei Grenzübertritt ablegen muss.